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Mittwoch, 19. Juni 2019

Oh, Christman Tree - Die Singphoniker

Es weihnachtet singphonisch


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine beschwingte, charmante Weihnachtsplatte von wahrhaft individuellem Zuschnitt – von den Singphonikern mit Überzeugung und Klasse interpretiert.

Pünktlich zum Fest haben die Singphoniker aus München eine Weihnachtsplatte vorgelegt, ihre dritte mittlerweile. Und sie fragen sich im Booklettext durchaus mit einigem Recht: Warum schon wieder? Warum noch eine? Denn es sind ja nicht nur die eigenen Produktionen, mit denen das Ensemble konkurriert. In jedem Jahr kommen Dutzende weihnachtliche Produktionen ans Tageslicht, viele hochinteressant und mit großem Engagement nach der einen noch zu schließenden Lücke im Repertoire suchend. Fast ist man geneigt zu bedauern, dass die wenigsten dieser Platten kaum mehr als einen Achtungserfolg im Moment ihres Erscheinens erzielen. Gleich ist wieder die nächste CD da, und dann wieder die nächste.

Diesem Treiben kann man sich durchaus entziehen: Wenn man sich programmatisch entspannt, nach wirklich Passendem für die Interpretationskunst des eigenen Ensembles sucht, sich gleichsam das aussucht, was einem am besten gefällt. Das kann dann zu einer – freundlich ausgedrückt – höchst individuellen Mischung führen wie bei der aktuellen cpo-Produktion 'Oh, Christmas Tree!'. Da stehen englischsprachige Evergreens wie 'Let it snow' oder 'Rudolph the red-nosed Reindeer' neben Klassikern der deutschen Tradition wie 'Kommet, ihr Hirten' und 'Zu Bethlehem geboren'. Choräle aus Bachs Weihnachtsoratorium spielen eine prominente Rolle. Und dann Francis Poulenc mit seinen 'Quatre Motets pour le temps de Noël'. Ein Programm aus Favoriten also, dem es weder an Leichtigkeit noch an Tiefe mangelt, das erratisch wirken und doch den Vorstellungen des Ensembles so passen kann wie ein maßgeschneiderter Handschuh. So ist es gedacht. Und so kann man es mit Ertrag hören.

Leicht und mit Klasse

Die Singphoniker präsentieren sich als Ensemble von unverwechselbarer Eigenart: Der Doppel-Bass aus Michael Mantaj und Christian Schmidt ist zugleich ungemein präsent und klar profiliert. Johannes Euler singt einen höhensicheren, charmanten Altus; die Tenöre Daniel Schreiber und Henning Jensen untersetzen das mit Geschmack und klar zeichnender Linearität. Die Aufnahme ist im Studio direkt und im Kontext des gesamten Ensembles realisiert worden, was insgesamt die Anmutung großer Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit aufkommen lässt. Und es erweist sich als wohltuend selbstbewusst, dass die Vokalisten auf technischen Schnickschnack und künstliche Profilierung verzichten – unterstreichen sie damit doch ihren Ansatz für die Platte, einfach und unbeschwert, auf entspannte Weise in die Weihnachtstage der Hörerinnen und Hörer hereinzuschneien. Auffallend bei Poulenc, wie deutlich sich die Formation auch weit abseits kleiner Vokalkunststücke und leichter Heiterkeiten interpretatorisch beweist. Hin und wieder werden einzelne Sätze vom Pianisten des Ensembles, Berno Scharpf, unterstützt, durchaus mit substanziellen Beiträgen, einfühlsam und tragfähig. Also eine beschwingte, charmante Weihnachtsplatte von wahrhaft individuellem Zuschnitt – von den Singphonikern mit Überzeugung und Klasse interpretiert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Oh, Christman Tree: Die Singphoniker

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203523627


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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