> > > Szymanowski, Karol: Piano Music: Radoslaw Sobczak, Klavier
Samstag, 24. August 2019

Szymanowski, Karol: Piano Music - Radoslaw Sobczak, Klavier

Ziemlich gewaltig


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Pianist Radoslaw Sobczak veröffentlicht eine Szymanowski-Platte mit der gewaltigen, beeindruckenden zweiten Klaviersonate und anderen Klavierwerken.

Angesichts seiner nicht allzu großen Popularität ist es schon bemerkenswert, dass nun innerhalb weniger Monate bereits die vierte Platte mit Klaviermusik von Karol Szymanowski (1882–1937) erschienen ist und die dritte mit dessen neun Präludien op. 1. Radoslaw Sobczak spielt sie mit häufig recht langsamen Tempi, die ein genaues Verfolgen der einzelnen Stimmen erlauben. Außerdem ist sein Rubato sehr stark ausgeprägt, der Komponist verlangt genau das aber auch immer wieder. Obwohl Radoslaw Sobczaks Spiel keineswegs die dynamischen Kontraste fehlen, meidet er doch die Extreme oder sie sind durch die Tontechnik nicht genügend abgebildet. Die Klanggebung ist, auch durch den Pedaleinsatz, rund und weich.

Das zweite Werk der neuen Platte ist Szymanowskis zweite Sonate, A-Dur op. 21, komponiert ab 1910. Sie hat zwar nur zwei Sätze, ist aber dennoch mit etwa 30 Minuten Länge eine der größten Klaviersonaten, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat, das Beiheft (informativ, allerdings nur auf Polnisch und Englisch) erwähnt denn auch Beethovens monumentale 'Hammerklaviersonate' als Vorbild. Das Werk ist sehr komplex gebaut und verlangt insofern, im Gegensatz zu den sich leicht erschließenden Präludien op. 1, auch vom Hörer einen gewissen Einsatz: Besonders prägnant sind einige ihrer Themen nicht gerade, dafür ist der Klaviersatz überaus massiv und teilweise mit Dissonanzen angereichert, insgesamt ziemlich gewaltig. Doch Radoslaw Sobczak verdeutlicht die Strukturen sehr gut und hilft so über diese Hürden hinweg. Die Sonate endet mit einer der gewaltigsten Fugen, die es in der Klavierliteratur überhaupt gibt, und schon allein deswegen ist es eigentlich ein Jammer, dass sie kaum jemals gespielt wird, schon gar nicht im Konzert. Radoslaw Sobczak erreicht freilich nicht die enorme Wucht, die etwa in einem Konzertmitschnitt Swjatoslaw Richters von 1982 zu hören ist, beeindruckend ist jedoch auch seine Interpretation.

Zweifellos wäre die Fuge ein guter und monumentaler Schluss für die neue Platte, doch es finden sich darauf noch drei kürzere ‚Zugaben‘, nämlich aus den Zwanziger Jahren zwei der Mazurken op. 50 sowie als ‚Rausschmeißer‘ ein weiteres Frühwerk, die Etüde h-moll op. 4/3, eines seiner bekanntesten Werke und für Szymanowskis Verhältnisse geradezu ein Hit.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Szymanowski, Karol: Piano Music: Radoslaw Sobczak, Klavier

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
05.10.2018
Medium:
EAN:

CD
5902547015026


Cover vergössern

Szymanowski, Karol


Cover vergössern

DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag DUX:

blättern

Alle Kritiken von DUX...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Schwerpunkt mit polnischer Musik: Auf einer neuen Platte des Cracow Wind Quintet bildet die polnische Musik einen Schwerpunkt. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Kammermusik von Format: Sergej Tanejew sollte man kennen. Brilliant Classics veröffentlicht auf drei CDs vier Kammermusikwerke des russischen Komponisten. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Späth-Romantik: Rita Karin Meier hat eine Platte mit wunderbarer Klarinettenmusik des völlig vergessenen Komponisten Andreas Späth vorgelegt. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/2019) herunterladen (2731 KByte) Class aktuell (2/2019) herunterladen (4851 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Antonín Dvorák: String Quartet B 57 in E major op.80 - Finale. Allegro con brio

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Folkwang Kammerorchester Essen im Portrait Mit Vollgas ins Haus des Teufels
Das Folkwang Kammerorchester Essen ? jung, energiegeladen, hochmusikalisch

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich