> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Messe in c-moll: Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin, Howard Arman
Samstag, 30. Mai 2020

Mozart, Wolfgang Amadeus: Messe in c-moll - Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin, Howard Arman

Majestätischer Mozart


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese Einspielung von Mozarts Messe c-Moll KV 427 ist ein Hörgenuss. Die gelungene Werkeinführung – teils Analyse, teils Hörspiel – informiert umfassend.

Einige Rätsel um Mozarts unvollendete Messe c-Moll KV 427 aus dem Jahr 1782 bleiben ungelöst. Dazu zählt beispielsweise die Frage nach seiner Motivation. Wollte er damit ein feierliches Gelübde einlösen, das er fasste, als er um seine erkrankte schwangere Frau Constanze bangte? Erhoffte er sich göttlichen Beistand, als er im Sommer 1783 in Salzburg in der Begegnung mit Vater und Schwester auf den Segen für seine ohne deren Einwilligung geschlossene Ehe hoffte? Oder drängte es ihn nach eingehenden Partiturstudien der Musik von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel im Haus des österreichischen Gesandten Gottfried van Swieten nach einem ebenso ausdrucksstarken geistlichen Werk? Zitate und Kompositionsweisen, die Händel und Bach als Vorbild bestätigen, bestärken diese Vermutung und nähren gleichermaßen die Verwunderung darüber, dass Mozart dieses monumental angelegte Werk bis zu seinem Tod nicht vollendete.

Das 'Credo' ist nur ein Torso, das 'Agnus Dei' fehlt völlig, in der Koloratur-Sopran-Arie 'Et incarnatus', im 'Sanctus' und im 'Hosanna' wurden die Stimmen nur zum Teil ausgesetzt. Ab 1900 erfolgten Rekonstruktionsversuche. Die erste Urtextausgabe erschien 1983, weitere Rekonstruktionen und kritische Ausgaben folgten. Holz- und Blechbläserstimmen wurden ergänzt, sogar ein 'Agnus Dei' im nachempfundenen Stil komponiert.

Die vorliegende Einspielung mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks dokumentiert eine weitere Rekonstruktion. Anders als seine Vorgänger hat der niederländische Musikwissenschaftler Clemens Kemme Mozarts Messe weder vollendet noch neu komponiert. Er konzentrierte sich einzig auf das autographisch überlieferte Material, insgesamt acht Fassungen, die er verglich und zusammenführte. Fehlende Stimmen ergänzte er. Howard Arman, Komponist und ausgewiesene Kapazität im Bereich der Chormusik, brachte sich in diesen Prozess mit eigenen Vorstellungen ein. Auf den ersten Blick kann sich das aber nur auf die Wiederholung des 'Osanna' im Anschluss an das 'Benedictus' beziehen. Bereits 2013 erschien beim Label Sony eine Einspielung der c-Moll-Messe nach der Rekonstruktion mit Clemens Kemme mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und dem Münchner Kammerorchester unter der Gesamtleitung von Peter Dijkstra.

Kraftvoll und majestätisch

Die aktuelle Produktion, erschienen im BR-Klassik Label in der Reihe BR-Klassik Wissen, ist ein Mitschnitt einer Aufführung im Münchner Prinzregententheater im April 2018. Wieder mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks, jetzt aber begleitet von der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Howard Arman, seit 2016 künstlerischer Leiter. Mit dem Chor lässt sich Arman mehr Zeit als sein Vorgänger, schafft Raum für ein kraftvoll majestätisches Ausmusizieren. Für die Soli bevorzugt Arman straffere Tempi, scheut nicht das Opernhafte der Soloarien. Christina Landshamer (Sopran) meistert die Koloraturen brillant, ist klangfarbenmäßig mit der Mezzosopranistin Anke Vondung stimmig, Steve Davislim (Tenor) und Tobias Berndt (Bariton) treten dabei ein wenig in den Hintergrund.

Von einer Beigabe kann man bezüglich der CD 2 dieser Produktion nicht sprechen. Es ist eine gelungene Werkeinführung von Markus Vanhoefer mit über 73 Minuten Länge. Verständlich auch für den Nichtkenner klassischer Musik, erzählt er die Hintergründe, analysiert und erklärt musikalisches Spezialwissen entwaffnend einfach wie überzeugend. Für Auflockerung sorgen hörspielartig eingeflochtene Kurzszenen und lebendig vorgetragene Zitate aus Briefen, die Mozarts Lebensumstände sowie Zeit und Hintergründe der Entstehung der Messe anschaulich und verständlich darstellen. Wer zunächst diese Werkeinführung hört und dann der Messe lauscht, wird Mozarts Werk unter einem ganz anderen Blickwinkel verstehen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mozart, Wolfgang Amadeus: Messe in c-moll: Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin, Howard Arman

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
2
02.11.2018
2018
Medium:
EAN:
BestellNr.:
Booklet
CD
4035719009170
900917


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Mozart, Wolfgang Amadeus


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"WOLFGANG AMADEUS MOZART MESSE C-MOLL KV 427 MIT WERKEINFÜHRUNG Mozarts Messe c-Moll von 1782 wird – obwohl unvollendet – als eine der herausragenden Messvertonungen der europäischen Musikgeschichte verstanden. In der Aufführungspraxis kommt das Werk erst seit 1901 vor, nachdem der früheste Versuch einer Rekonstruktion unternommen worden war; weitere folgten 1956 und ab den 1980er-Jahren, nachdem endlich alle überlieferten Quellen zur Verfügung standen. Jede dieser Fassungen ist mehr oder weniger gelungen, jede stellt eigene Fragen, wirft andere Zweifel auf. Die gerade erst im Frühjahr 2018 fertiggestellte neugeschaffene Rekonstruktion/Vervollständigung der Messe durch Clemens Kemme beschränkt sich auf die originalen Quellen und vermeidet willkürliche Hinzufügungen. In dieser von der Fachkritik gelobten Fassung wurde das Werk im Sommer 2018 unter Leitung von Howard Arman für den BR aufgenommen. Die vorliegende CD präsentiert die Ersteinspielung der definitiven Fassung dieser neuen und wohldurchdacht edierten Rekonstruktion von Mozarts c-Moll-Messe. Zusammen mit der Werkeinführung wird eine Auseinandersetzung mit dem Meisterwerk unter neuen Blickwinkeln ermöglicht. In Wien hatte Mozart im Sommer 1782 offenbar ohne jeden Auftrag damit begonnen, eine neue Messe zu schreiben. Am 4. August 1782 heiratete er Constanze Mozart und aus seinen Briefen geht hervor, dass er „in seinem Herzen versprochen (habe), wenn er sie als seine Frau nach Salzburg brächte, dort eine neukomponierte Messe zur Aufführung zu bringen.“ Möglicherweise wurde das Werk am 26. Oktober 1783 in der Salzburger Peterskirche mit Constanze als Sopransolistin aufgeführt; konkrete Nachweise für eine solche Aufführung fehlen jedoch. Trotzdem ist die Messe wohl als eine Art Votivgabe für Constanze zu verstehen. Warum das Werk nicht fertiggestellt wurde, geht vielleicht auf die Kirchenmusikreformen Kaiser Josephs II. zurück, der kleiner besetzte Kirchenmusik bevorzugte. „Kyrie“ und „Gloria“ der Messe arbeitete Mozart 1785 schließlich zu seiner Kantate Davide penitente um. In der zwischen dem 30. Juli und dem 2. August 2018 aufgenommenen Studioproduktion des BR singt eine hochkarätige Solistenbesetzung, bestehend aus Christina Landshamer (Sopran), Anke Vondung (Mezzosopran), Steve Davislim (Tenor) und Tobias Berndt (Bariton); den Chor des Bayerischen Rundfunks und das Originalklang-Ensemble Akademie für Alte Musik Berlin leitet Howard Arman. – Ergänzt wird die Aufnahme von Mozarts c-Moll-Messe um die CD „Wege zur Musik“, eine Werkeinführung von Markus Vanhoefer, gesprochen von Hans Jürgen Stockerl, Norman Hacker, Franziska Ball und Katja Schild. Christina Landshamer, Sopran Anke Vondung, Mezzosopran Steve Davislim, Tenor Tobias Berndt, Bariton Chor des Bayerischen Rundfunks Akademie für Alte Musik Berlin Howard Arman, Leitung "


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BR-Klassik

Herausragende Musikaufnahmen der drei Klangkörper des Bayerischen Rundfunks werden unter einer gemeinsamen Marke den Musikfreunden angeboten. Das Label heißt BR-KLASSIK. Zum Start sind acht Tonträger sowie eine DVD am 18. September 2009 veröffentlicht worden. Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 150 Aufnahmen.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks genießen sowohl in der Region als auch international einen außergewöhnlichen Ruf in Bezug auf Qualität, künstlerische Kreativität und die Vermittlung von klassischer Musik. Im Konzertsaal und in Hörfunk- und Fernsehübertragungen sind die drei Klangkörper regelmäßig zu hören. Herausragende Konzerte, besonders gelungene Interpretationen und selten zu hörende Werke werden nun unter der gemeinsamen Marke BR-KLASSIK auf dem hauseigenen Label dokumentiert.

Das CD-Label BR-KLASSIK ist organisatorisch bei der BRmedia Service GmbH angesiedelt, dem für die Zweitverwertungen zuständigen Tochterunternehmen des Bayerischen Rundfunks, und wird von Stefan Piendl als Label-Manager geleitet. Mit ihm konnte der Bayerische Rundfunk einen erfolgreichen, externen Experten mit umfassender, internationaler Erfahrung für die Mitwirkung an seinem neuen Label BR-KLASSIK gewinnen.

In der Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks historische Aufnahmen des Labels zu Gehör. Z.B. war an zwei denkwürdigen Konzertabenden die Pianistin Martha Argerich zu Gast, 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 unter Seiji Ozawa.

Im Vertrieb werden die Neuerscheinungen von BR-KLASSIK weltweit durch NAXOS betreut. Damit ist eine bestmögliche Präsenz auf allen wichtigen internationalen Märkten gewährleistet. Zu einer modernen Vertriebsstruktur gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit des digitalen Downloads über Musikportale wie iTunes, Spotify u.a.. Auch dieser Vertriebsweg wird über die Firma NAXOS erschlossen. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit Tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK.


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