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Montag, 1. März 2021

Villa-Lobos, Heitor - Piano Music

Brasilianische Momente


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auch die dritte Folge der Klavierwerk-Serie zeigt das kompositorische Spektrum des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos (1887-1959) in seiner vollen Bandbreite. In seinem Schaffen vereinen sich Impressionismus, Romantizismus und Folklorismus in einer unverkennbaren Mischung. Und dies könnte kaum jemand deutlicher wiedergeben als seine Landesgenossin Sonia Rubinsky. Gleich im ersten Satz der eröffnenden ‘Suíte Floral’ ergreift den Hörer das Feuer ihres Spiels, wenn sie die ausdrucksvolle Melodie über der perlend fließenden Begleitung erklingen lässt. Mit einem ausgeprägten Feinsinn für das ‘richtige’ Rubato ausgestattet, atmen die Stücke unter ihren Händen hier in schwermütigen seufzendem, dort in freudig erregtem Rhythmus. Die Pianistin hebt nicht zuletzt auch durch die sensible Wahl ihres Anschlags die stilistische Nähe der dreisätzigen ‘Suíte Floral’ zur Musik Claude Debussys hervor.

Deutlich getragener als dort geht es dann in dem romantisch geprägten ‘Ciclo Brasileiro’ zu, welcher zu den bedeutendsten Werken Villa-Lobos' gehört. Von schweren Akkorden gestützte Melodien und virtuos-kühne Passagen lösen den vorher gehörten luftig-leichten Klang ab. Die technische Meisterschaft Rubinskys erlaubt sich auch in den schwierigsten Abschnitten keinen Einbruch, im Gegenteil: erst in den wasserfallartigen Notenströmen scheint ihr Spiel vollends aufzublühen. Keineswegs aber verliert sie sich im bloßen Effekt: Jeder Figur, jedem Motiv gibt sie ein eigenes Gewicht. In dem sechssätzigen ‘Brinquedo de Roda’, eine Suite von Kinderstücken, zeigt sie zudem, dass sie auch einfache Stücke witzig darbieten kann, ohne der Übertreibung zu verfallen.
Die folgenden ‘Danças Características Africanas’ wurden nicht etwa nach der Musik afrikanischer Ureinwohner, sondern nach der brasilianischer Indianer komponiert, und weisen daher eindrucksvoll auf die musikalische Verbindung zwischen beiden Kulturen hin. Die charakteristische, synkopatisch geprägte Rhythmik dieser Stücke gibt Rubinsky mit deutlich gesetzten Akzenten und in allegren Tempi wieder. Umso beschaulicher wird es dann in der ‘Tristorosa’, ein brasilianischer Walzer, in dem die Interpretin besonders melodisches Gespür beweist.

Den Abschluss bilden die drei ‘Chôros’ Nr. 1, 2 und 5 (der Chôros ist eine folklore- und popularorientierte, hochstilisierte Gattung, vielleicht nahe der Serenade), die in ihrer hohen Kunstfertigkeit einerseits und in ihrer äußerlich spröden Gestalt andererseits das Können des Pianisten herausfordern; Rubinsky aber bewältigt auch diese Stücke zu vollster Zufriedenheit. Darbieterisch hochwertig, zählt dieses Naxos-Album zu den unbedingten Empfehlungen, denn nicht nur die Interpretin kann sich hören lassen, sondern auch der fein austarierte, auf die Musik Villa-Lobos' abgestimmte Klang der CD. Das Beiheft, wenngleich nüchtern gestaltet, informiert zudem umfassend über die kompositorischen Besonderheiten jedes einzelnen Stückes. Ein Glücksgriff!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Torsten Roeder,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Villa-Lobos, Heitor: Piano Music

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Naxos
1
26.05.2003
70:05
2000
2003
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
0747313528622
8.555286


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Villa-Lobos, Heitor


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Interpret(en):Rubinsky, Sonia (Piano)


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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