> > > DE:Fine Amour: Tales of courtly love
Samstag, 21. September 2019

DE:Fine Amour - Tales of courtly love

Über die Liebe


Label/Verlag: Paschenrecords
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Einen Erkundungsgang ins musikalische Mittelalter bietet das Ensemble Trobar e Cantar. Die Liebe ist das verbindende Thema.

Erwartet man von einer CD mit Musik des Mittelalters zum Beispiel, von einer einfachen frischen Flötenweise empfangen zu werden, wird man von dieser Einspielung nicht enttäuscht werden. Getragene, etwas karg wirkende Gesänge zu schreitender Harfenbegleitung fehlen ebenso wenig wie schwungvolle, volksliedartige Gebilde. Und welches Thema wäre passender als die Liebe – genauer gesagt, jene geheimnisvolle, Mittelalterkenner*innen noch heute in Ekstase versetzende ‚höfische Liebe‘?

'De:Fine Amour' heißt diese neue CD des Ensembles Trobar e Cantar. Sie gibt Gelegenheit, eine Vielfalt von Konstellationen und Gestaltungen zu entdecken, die sich hinter jenem ebenso bedeutungsschwangeren wie sperrigen Begriff verbergen. Die Musizierenden um die Sopranistin Marcia Lemke-Kern bieten einen Querschnitt mittelalterlicher Vertonungen von Liebesdichtungen und Instrumentalmusik, der von englischen Anonymen des 13. Jahrhunderts über Guillaume de Machaut und Guillaume Dufay bis hin zu dem 1529 gestorbenen Spanier Juan del Encina reicht. Sie tun das unverkennbar sachkundig und musikalisch eingängig, mit einer Klangästhetik von überzeugender Schlichtheit und Leuchtkraft.

Von schmissig bis traurig

Vieles von dem, was da erklingt, wurde vor vielen hundert Jahren in einer heute rudimentär scheinenden Form aufgezeichnet. Marcia Lemke-Kern sorgte in einigen dieser Fälle für sparsame, doch effektive Arrangements. 'Miri it is' aus einer englischen Handschrift aus der Zeit um 1225 etwa kommt zu der Begleitung von Rassel und Harfe schmissig daher, eine Flöte wetteifert mit den unisono geführten Singstimmen. In dem um 1300 datierten 'Comment que pour l‘eloignance' des Jehan de Lescurel hüllen Harfenakkorde und leise Trommelschläge die expressive, mit leuchtendem Sopran vorgetragene Melodielinie in eine traurige, feierliche Atmosphäre. Machauts 'Biauté qui toute autre pere' erklingt als Duett von Sopran und tief geführter Blockflöte, später tritt eine zweite hinzu und unterstreicht noch den spannungsgeladenen Charakter des Stücks.

All das lädt ebenso wie die eingespielten Instrumentalstücke dazu ein, auf Details von Interpretation, Arrangement und Instrumentation zu achten; das durchdachte Aufeinanderreagieren unterschiedlicher Parts, die durch Ähnlichkeit und Kontrast sinnvolle Abstimmung von Klangfarben. Kurzum: Wer Freude an einem sorgfältig und feinsinnig eingerichteten musikalischen Erkundungsgang ins Mittelalter hat, dürfte mit dieser CD gut beraten zu sein. An die Hand genommen wird man von einem eher anekdotisch als kritisch kommentierenden Beihefttext. Und da die Liedtexte ohne Übersetzung abgedruckt sind, darf man sich im Lesen von allerlei alten Sprachen üben.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    DE:Fine Amour: Tales of courtly love

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Paschenrecords
1
03.10.2018
60:38
2017
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
4250976100525
PR180052


Cover vergössern

Paschenrecords

Nachdem PASCHENrecords in den vergangenen Jahren von vielen Künstlern immer wieder Anfragen bezüglich einer Vermarktung ihrer Aufnahmen bekam, entschlossen wir uns im Sommer 2011, das Unternehmen neben der reinen Musik- und Audioproduktion um eine entscheidende Sparte zu erweitern - das Label PASCHENrecords.

Das Konzept war einfach wie auch logisch - die Liebe zur Musik und die Hingabe, die bisher in jede einzelne Produktion gesteckt wurde, sollte sich nun auch in dem Programm der PASCHENrecords-CDs widerspiegeln.

Durch die Vereinigung von Produktion und Vertrieb können die Künstler während des gesamten Aufnahme-Projektes von PASCHENrecords begleitet werden. Repertoire und Aufnahmeorte werden dabei ebenso gemeinsam geplant, wie die Booklet-Gestaltung und die anschließende Vervielfältigung und Vermarktung der CDs. So können sich die Künstler intensiv der inhaltlichen Arbeit, ihrer Musik, widmen.

PASCHENrecords arbeitet mit verschiedenen Vertriebspartnern zusammen und baut das bestehende Netzwerk stetig aus. So soll das gesamte Programm des Labels weltweit, über die Online-Verfügbarkeit hinaus, einem breiten Publikum präsentiert und zugänglich gemacht werden.

Unser Anliegen ist es, Künstlern aus vielen Bereichen der Musik eine Plattform zur Präsentation ihres Schaffens zu bieten. Namhafte Künstler, ebenso wie Nachwuchsmusiker bereichern das Repertoire des Labels, das von relativ bekannten oder bisher unbekannten Werken aus zahlreichen Epochen bis hin zu zeitgenössischer Musik, Jazz und Weltmusik reicht. Auf diese Weise bemüht sich PASCHENrecords sowohl Musiker als auch Musikliebhaber ein Stück auf "audiophile" Weise im eigentlichen Sinne zu begleiten.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Paschenrecords:

  • Zur Kritik... Spannend, aber letztlich unbefriedigend: Nach Markus. Passion von Steffen Schleiermacher in Anlehnung an Johann Sebastian Bach ist ein spannender Versuch, der auf einer bei Paschen Records erschienen Aufnahme überzeugt. Dennoch bleiben Wünsche offen. Weiter...
    (Simon Haasis, )
  • Zur Kritik... Klarinetten-Facetten: Carolin Renner spürt mit dieser Zusammenstellung den vielfältigen Ausdruckswelten der Klarinette im frühen 20. Jahrhundert nach. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... Wagner und Verdi im selben Raum: Tatjana Conrad und Andrea Marie Baiocchi stellen Lieder von Verdi und Wagner nebeneinander. Das klappt auf Platte besser als es in der Realität mit den beiden Komponisten geklappt hätte. Weiter...
    (Gustavo Martin Sanchez, )
blättern

Alle Kritiken von Paschenrecords...

Weitere CD-Besprechungen von Gero Schreier:

  • Zur Kritik... Explosiv, dissonant, introvertiert: Das Arcadia-Quartett hat Béla Bartóks Streichquartette eingespielt. Frühere Aufnahmen des Ensembles weckten hohe Erwartungen. Weiter...
    (Gero Schreier, )
  • Zur Kritik... Frisch im Duktus: Frieder Bernius und seine Stuttgarter Ensembles legen eine weitere Einspielung einer Zelenka-Messe vor. Die lässt sich hören. Weiter...
    (Gero Schreier, )
  • Zur Kritik... Nichts Elektrisierendes: Luca Ranieris Aufnahme von Hindemiths Sonaten für Bratsche allein bei Brilliant Classics fehlt es trotz einiger guter Ansätze an interpretatorischem Profil und spieltechnischem Niveau. Weiter...
    (Gero Schreier, )
blättern

Alle Kritiken von Gero Schreier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Eine neue Hoffnung: Episode IV im Mahlerzyklus von Osmo Vänskä und dem Minnesota Orchestra bietet großes Kino mit kleineren Schwächen im Drehbuch. Weiter...
    (Daniel Eberhard, )
  • Zur Kritik... Neugier und Leidenschaft: 'An American Song Album' macht neugierig, beglückt in hohem Maß und gehört zu jenen CDs, die mehrmals im Jahr durchgehört werden sollten. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Unter dem Regenbogen: Alfredo Casella sollte man als Opernkomponisten nicht unterschätzen – die vorliegende Turiner Produktion vom April 2016 unter Gianandrea Noseda ist weit mehr als eine Ehrenrettung. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (8/2019) herunterladen (3670 KByte) Class aktuell (3/2019) herunterladen (8670 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Johann Adam Scheibl: Concerto C-Dur - Larghetto

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich