> > > Graupner, Christoph: Concertos & Ouvertures: L'arpa festante, Rien Voskuilen
Samstag, 30. Mai 2020

Graupner, Christoph: Concertos & Ouvertures - L'arpa festante, Rien Voskuilen

Graupner instrumental


Label/Verlag: Accent
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Für Graupner zu plädieren lohnt sich immer: Das unterstreicht auch die aktuelle Platte von L'arpa festante. Sie ist interpretatorisch wie mit Blick auf das spannende Experimentierfeld des instrumentalen Barock von Interesse.

Christoph Graupner (1683–1760) ist heute für verschiedene musikalische Formen des Barock bekannt – ‚berühmt‘ wäre wohl etwas zu hoch gegriffen. Vor allem seine geistlichen Kantaten machen eine durchaus erstaunliche Karriere, verdanken einer inzwischen beachtlichen Anzahl von hochklassigen Einspielungen einige Beachtung auch außerhalb eingeweihter Kennerkreise. Im instrumentalen Bereich sind es vor allem die großen Ouvertüren, die seit längerer Zeit wahrgenommen werden. Das sind einerseits nach dem französischen Formvorbild klassische Kompositionen von einiger Pracht und Repräsentativität. Andererseits sind es individuelle Varianten dieses Grundschemas, die Graupner fruchtbar macht, mit einer Fülle an formalen und substanziellen Eigenheiten. Der Darmstädter Hofkapellmeister zeigt sich hier in ebenso deutlicher Experimentierlaune wie seine Zeitgenossen Telemann und Fasch, unter deren Händen Formen verschmolzen, sich weiterentwickelten, auch Zwischenstadien erlebten auf dem Weg zur später in den formalen Erwartungen starrer werdenden Sinfonie oder zum Konzert. Auch zu letzterer Gattung hat Graupner beigetragen, hier vertreten mit zwei Arbeiten, die eine Streicher- und Continuo-Basis mit je einem Solo-Paar verbinden, zunächst gebildet aus zwei Oboen, dann aus zwei Trompeten. In beiden Konzerten bleibt die Faktur der Soli auf das Ensemble hin orientiert, gewinnt keine charismatische Individualität, ist eher stark im Wechselspiel von stärker oder schwächer besetzten Sphären.

Dankbare Musik frisch interpretiert

Das Ensemble L‘arpa festante mit seinem Leiter Rien Voskuilen am Cembalo spielt diese gehaltvolle Musik auf einer aktuellen Accent-Platte agil und beweglich – bereit, die Eigenheiten der verschiedenen Konstellationen auszuloten und geschmackvoll lebendig zu machen. Überaus homogene Streicherregister auf Basis eines kernigen Basso continuo prägen das Bild, dazu feine Soli, die sich in dezenter Farbigkeit verströmen. Die Instrumentalisten nehmen sich – bei aller gebotenen energischen Präzision – hinreichend Freiheiten, um die delikate Vielschichtigkeit zu explizieren, die Graupners Musik so verlässlich eignet. Dazu trägt auch die sinnfällige Artikulation bei: einerseits motorisch-kleinteilig, doch immer wieder lyrisch überwölbt von den üppigen Qualitäten gerade der Holzbläser. Rien Voskuilen leitet das Ensemble zu frischen, freilich nie überdrehten Tempi an: In dieser Hinsicht wird erkennbar kein Selbstzweck verfolgt. Erfreulich auch das. Dynamisch ergibt sich ein erstaunlich weit gefächertes Bild, von feinen Nuancen bis zu tatsächlich kraftvollen Gesten. Das Klangbild der im schönen, vergleichsweise schlichten Raum der Müllheimer Martinskirche entstandenen Aufnahme wirkt geräumig und voll, lässt zugleich mit Blick auf die reichen Details und eine klare Struktur nichts zu wünschen übrig.

Für Graupner zu plädieren lohnt sich immer: Das unterstreicht auch die aktuelle Platte von L‘arpa festante. Sie ist interpretatorisch wie mit Blick auf das spannende Experimentierfeld des instrumentalen Barock von Interesse.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Graupner, Christoph: Concertos & Ouvertures: L'arpa festante, Rien Voskuilen

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Accent
1
05.10.2018
Medium:
EAN:

CD
4015023243507


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Graupner, Johann Christoph


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Accent

Schon bei der Gründung des Labels 1979 durch Andreas Glatt war klar, dass ACCENT sich fast ausschließlich mit Alter Musik in historischer Aufführungspraxis beschäftigen würde. Die Künstler, die für ACCENT aufnehmen oder aufgenommen haben, gehörten von Anfang an zu den renommiertesten Interpreten der "Alte-Musik-Szene": darunter die Brüder Barthold, Sigiswald und Wieland Kuijken, René Jacobs, Jos van Immerseel, Maria Cristina Kiehr mit La Colombina, Paul Dombrecht, Marcel Ponseele mit seinem Ensemble Il Gardellino, aber auch jüngere Künstler wie Ewald Demeyere und sein Bach Concentus, das Ensemble Private Musicke mit Pierre Pitzl oder das Amphion Bläseroktett. Der ACCENT-Katalog möchte den neugierigen Musikfreund auf eine Reise durch die Welt der Alten Musik mitnehmen. Dabei wird er, neben ausgewählten Standardwerken, nicht selten Stücken begegnen, die kaum im Konzertbetrieb oder auf CD anzutreffen sind. Erstaunlicherweise stammen sie nicht nur von wenig bekannten Komponisten, sondern auch von so großen Namen wie Johann Sebastian Bach oder Georg Philipp Telemann. Diese Raritäten werden für ACCENT nicht allein um ihres Seltenheitswerts aufgenommen, sondern vielmehr, weil sie wichtige, bislang sträflich vernachlässigte Werke sind, deren Entdeckung zu einem persönlichen Anliegen der Interpreten wurde.


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