> > > Schumann, Robert: Frühe Werke in zweiter Ausgabe: Florian Uhlig, Piano
Freitag, 13. Dezember 2019

Schumann, Robert: Frühe Werke in zweiter Ausgabe - Florian Uhlig, Piano

Pionierarbeit


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Florian Uhlig setzt sein jetzt schon gelungenes und wichtiges Schumann-Projekt nahtlos fort.

Versuche, Robert Schumanns Gesamtwerk für Klavier zu zwei Händen einzuspielen, hat es, wie das Booklet zutreffend anmerkt, schon mehrere gegeben. Allen bisherigen mangelte es aber entweder an Niveau oder Vollständigkeit. Florian Uhlig fällt das Verdienst zu, mit fehlender Umsicht und Lückenhaftigkeit ein für alle Mal aufzuräumen. Entscheidend unterstützt wird er bei von Schumann-Forscher Joachim Draheim, der nicht wenige Stücke editiert und/oder gar selbst entdeckt hat. Weiterer Pluspunkt für dieses, mittlerweile schon weit – genauer gesagt: bis zur 12. von insgesamt mindestens 15 CDs – gediehenen Projekts: Die Serie ist thematisch in Abteilungen gegliedert, was die Werke nicht nur besser in deren jeweiligen Kontext einbettet, sondern auch für weit mehr katalogisierende Übersicht sorgt. ‚Frühe Werke in zweiter Ausgabe‘ sind in der vorliegenden neuesten Folge enthalten – allein diese kategorisierende Überschrift zeugt von der wissenschaftlichen Seriosität, mit der die Beteiligten das Unterfangen angehen. Nicht zufällig enthält die komplette Reihe daher mehrere Ersteinspielungen.

Virtuose Komponente

Ganz generell lässt sich sagen: Uhlig führt das Konzept derselben ungebrochenen Kompetenz weiter wie bisher (klassik.com berichtete). Sein Spiel verfügt zuallererst über die notwendige virtuose Komponente, die Schumanns Œuvre vom Ausführenden zwingend verlangt. Das gilt im Speziellen schon für die 'Kreisleriana' op. 16, die hier in der Version von 1838 erklingen. Als ‚acht Phantasien für das Pianoforte‘ hat Schumann sie untertitelt, schon die erste stellt hohe spieltechnische Anforderungen, denen Uhlig sich als eine Voraussetzung für das problemlos gewählte rasche Tempo ohne Weiteres gewachsen zeigt. Auch im weiteren Verlauf besitzt seine Interpretation elektrisierende Präsenz, wunderbar fängt er exemplarisch auch den geisterhaft-mystischen Charakter des letzten Abschnitts ein. Problemlos kann er sich mit so hervorragenden Aufnahmen wie beispielsweise derjenigen von Michael Korstick messen.

Pointierte Darstellung

1837 wurde die erste Fassung der '18 Charakterstücke für das Pianoforte', kurz: 'Davidsbündlertänze' op. 18 herausgegeben. Die aus dem Jahr 1850 datierende Bearbeitung ist hier zu hören. Uhlig gelingt es, die kurzen, aber von Schumann überaus persönlich-emotional eingefärbten Nummern pointiert und in ihrer ganzen motivischen Vielseitigkeit darzustellen. Eine solch akkurat recherchierte Aufarbeitung ist außerordentlich wichtig – teils sind die Unterschiede zwischen den Versionen marginal, teils durchaus erheblich. Gerade die Spätfassung der 'Kreisleriana' verändert, um mit den Worten Uhligs selbst zu sprechen, durch ‚radikal andere Tempi und Metronom-Angaben den Charakter der Musik völlig‘. All das musikalisch wie wissenschaftlich derart fundiert abzubilden, kann man Uhlig, Draheim und dem Label Profil nicht hoch genug anrechnen – diese Produktion leistet nichts weniger als Pionierarbeit. Im gleichen Atemzug zu loben: Das überaus informative Booklet.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schumann, Robert: Frühe Werke in zweiter Ausgabe: Florian Uhlig, Piano

Label:
Anzahl Medien:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
Medium:
EAN:

CD
881488170382


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Schumann, Robert


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
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