> > > Riehm, Rolf: Die schrecklich gewaltigen Kinder. O Daddy: Piia Komsi, Ensemble modern, SWF-Sinfonieorchester, Hermann Bäumer, Kazimierz Kord
Mittwoch, 2. Dezember 2020

Riehm, Rolf: Die schrecklich gewaltigen Kinder. O Daddy - Piia Komsi, Ensemble modern, SWF-Sinfonieorchester, Hermann Bäumer, Kazimierz Kord

Komplexes Denken


Label/Verlag: WERGO
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Rolf Riehm erfrischt unsere Hörgewohnheiten.

Immer wieder denkt der Hörer, er kenne Momente in der Musik Rolf Riehms. Und Riehm gesteht unumwunden zu: ‚Es lohnt sich heute gar nicht mehr, etwas Neues in der Musik zu erfinden, sondern man muss die Sachen, die da sind und von denen unsere Ohren vollgestopft sind, die muss man einfach und zwar am besten in elementarer Form nehmen und in einen neuen Kontext stellen.‘ Die Collagetechnik ist nur ein winziger Anteil an Riehms komplexer Komposition 'Die schrecklich-gewaltigen Kinder' für Koloratursopran und Kammerorchester (2003), die wie auch das zweite Werk der CD das archaische Motiv des Vatermordes thematisiert. Die Texte von 'Die schrecklich-gewaltigen Kinder' begleiten bei einer Aufführung sogar, auf eine Leinwand projiziert, die Wiedergabe.

Das fast einstündige Stück auf Hesiods 'Theogonie' ist äußerst reich an inneren und äußeren Bezügen, und der Uraufführungsmitschnitt vom 15. Oktober 2003 mit Piia Komsi und dem Ensemble Modern unter Hermann Bäumer ist hörbar von tiefem Verständnis für die Musik durchdrungen. Nicht weniger überzeugend geraten ist der Uraufführungsmitschnitt von 'O Daddy' (1984) für Orchester und Zuspielungen aus der Donauhalle in Donaueschingen am 21. Oktober 1984 mit dem SWF Sinfonieorchester Baden-Baden unter Kazimierz Kord; ein wenig wünscht man sich die visuelle Komponente, um das Geschehen in all seinem Reichtum erfassen zu können.


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    Riehm, Rolf: Die schrecklich gewaltigen Kinder. O Daddy: Piia Komsi, Ensemble modern, SWF-Sinfonieorchester, Hermann Bäumer, Kazimierz Kord

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
WERGO
1
05.10.2018
Medium:
EAN:
CD
4010228737325

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Riehm, Rolf


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WERGO

Als 1962 die erste Veröffentlichung des Labels WERGO erschien - Schönbergs "Pierrot lunaire" mit der Domaine musicale unter Pierre Boulez -, war dies ein Wagnis, dessen Ausgang nicht abzusehen war. Werner Goldschmidt, ein Kunsthistoriker, Sammler und Enthusiast im besten Sinne, war es, der - gemeinsam mit dem Musikwissenschaftler Helmut Kirchmayer - den Grundstein zu dem Label legte, das seit inzwischen 50 Jahren zu den führenden Labels mit Musik unserer Zeit zählt.
Noch immer hält WERGO am Anspruch, unter den Goldschmidt seine "studioreihe neue musik" gestellt hatte, fest: die hörende wie lesende Beschäftigung mit der neuen Musik anzuregen und in Produktionen herausragender InterpretInnen und von FachautorInnen verfassten ausführlichen Werkkommentaren zu dokumentieren.
Auf mehr als 30 Schallplatten kam die Reihe mit roter und schwarzer Schrift auf weißem Cover, dann wurde die Unternehmung zu groß für einen Einzelnen. Seit 1967 engagierte sich der Musikverlag Schott zunehmend für das Label, 1970 schließlich nahm Schott das Label ganz in seine Obhut. Seither wurden mehr als 600 Produktionen veröffentlicht, die ungezählte Preise erhalten haben und ein bedeutendes Archiv der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts darstellen.
Kaum einer der arrivierten zeitgenössischen Komponisten fehlt im Katalog. Ergänzt wird dieser Katalog seit 1986 durch die inzwischen auf über 80 Porträt-CDs angewachsene "Edition Zeitgenössische Musik" des Deutschen Musikrats, die mit Werken junger deutscher KomponistInnen bekannt macht. Neben dieser Zusammenarbeit bestehen Kooperationen mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe ("Edition ZKM") und dem Studio für Akustische Kunst des Westdeutschen Rundfunks ("Ars Acustica"). Im Bereich "Weltmusik" kooperiert WERGO eng mit dem Berliner Haus der Kulturen der Welt und der Abteilung Musik des Ethnologischen Museums Berlin. Die "Jewish Music Series" stellt die vielfältigen Musiktraditionen der jüdischen Bevölkerungen der Kontinente in ihrer ganzen Bandbreite vor. Zahlreiche Veröffentlichungen mit Computermusik sind in der Reihe "Digital Music Digital" erschienen. Neue Editionen wie die legendäre "Contemporary Sound Series" des Komponisten Earle Brown oder die des Ensembles musikFabrik kamen in den vergangenen Jahren hinzu.
Die Diversifizierung, die das Programm von WERGO seit seiner Gründung erfahren hat, ist der Weitung des zeitgenössischen musikalischen Bewusstseins ebenso geschuldet wie sie zu dieser stets beitrug - eine Aufgabe, der sich WERGO auch in Zukunft verpflichtet fühlt.


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