> > > Strauss, Richard: Violin Concerto in D minor op.8: Arabella Steinbacher, WDR Symphony Orchestra, Lawrence Foster
Dienstag, 20. August 2019

Strauss, Richard: Violin Concerto in D minor op.8 - Arabella Steinbacher, WDR Symphony Orchestra, Lawrence Foster

Temperament und Reflexion


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Arabella Steinbacher gibt ein überzeugendes Plädoyer für Richard Strauss ab.

Dass Arabella Steinbacher in ihrem Leben einmal das vorliegende, ganz und gar Stücken von Richard Strauss gewidmete Album aufnehmen würde, konnten ihre Eltern bei der Auswahl ihres Vornamens mit Sicherheit noch nicht wissen. Ursächlich für die Namensgebung war dessen gleichnamige Oper aber tatsächlich, denn es gab eine besondere Affinität zur Musik eines der erklärten Lieblingskomponisten ihres Vaters im Hause der Familie. In der Tat ist aus seiner Tochter eine der weltweit renommierten Geigerinnen geworden, ihre Werkauswahl zollt Strauss‘ Allgegenwärtigkeit in ihrer musikalischen Kindheit Tribut, der Albumtitel 'Aber der Richtige…' bezieht sich konsequent auf ein Duett der Opernfigur Arabella.

Prachtvolle Bögen

Zentrales Werk auf der bei Pentatone Classics erschienenen CD ist Strauss‘ (einziges) Violinkonzert d-Moll op. 8, ein veritables Frühwerk, das er – glaubt man der Überlieferung – noch zu Schulzeiten während langweiliger Unterrichtsstunden zu Papier gebracht haben soll. Beachtliche Vertrautheit mit dem Instrument zeigt der junge Strauss in jedem Fall schon damals: Schon in den Anfangstakten des Allegro wird dem Solisten ein Streifzug durch sämtliche Lagen abgefordert, in denen Steinbacher durchweg tonsicher zu Hause ist. Technisch leichtgängig geht sie dort auch mit der anspruchsvollen Chromatik um. Speziell der kompositorische Nachweis über die Ausdrucksmöglichkeiten der Geige im Mittelsatz nötigte seinerzeit sogar Kritikerpapst Eduard Hanslick Respekt ab. Steinbacher versteht es hier, prachtvolle melodische Bögen zu spannen. Charakteristische Artikulationsspitzen setzt sie im originellen Rondo. Begleitet wird sie vom WDR Symphonieorchester unter Lawrence Foster, dessen Begleitansatz die geeignete Balance zur Solostimme findet. In der Summe all dieser Faktoren fragt man sich ernsthaft, weshalb dieses Konzert bis heute vergleichsweise selten zur Aufführung gelangt und auch in der diskographischen Landschaft – erst 1975 (!) wurde es erstmals überhaupt auf CD aufgenommen – so stiefmütterlich behandelt worden ist.

Warmherziger Ausdruck

Alle anderen Stücke sind entweder instrumentalentfremdete Versionen oder – im Fall des 'Kleinen Scherzino' op. 3/4 und der eingangs erwähnten Arie 'Aber der Richtige…' – in Steinbachers Auftrag von dem aus Budapest stammenden Komponisten Peter von Wienhardt eigens für Violine und Orchester arrangiert worden. Dieser beweist in besagten Bearbeitungen ein gutes Gespür für die satztechnische Einrichtung, Steinbacher mit wahlweise impulsivem Temperament oder versonnener Reflexion ein ebensolches für die musikalische Umsetzung. Auch die übrigen Nummern, die (ursprünglich für Cello konzipierte) 'Romanze', die 'Zueignung' op. 10/1 oder das 'Wiegenlied' op. 41/1 füllt Steinbacher auf ihrer ‚Booth‘-Stradivari von 1716 mit warmherzigem Ausdruck. Genau genommen müsste der Albumtitel in Würdigung Steinbachers treffender Interpretationen in 'Aber die Richtige...' umbenannt werden. Alles Wissenswerte rund um die Werke und deren Bearbeitungen findet man im von der Künstlerin mitgestalteten Booklet.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Strauss, Richard: Violin Concerto in D minor op.8: Arabella Steinbacher, WDR Symphony Orchestra, Lawrence Foster

Label:
Anzahl Medien:
Pentatone Classics
1
Medium:
EAN:

CD SACD
827949065361


Cover vergössern

Strauss, Richard


Cover vergössern

Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Pentatone Classics:

  • Zur Kritik... Große Unterhaltung in kleinen Stücken: Je weniger Musiker, desto fesselnder manchmal das Ergebnis: Der Pianist Denis Kozhukhin zeigt in Mendelssohns 'Liedern ohne Worte' und Griegs 'Lyrischen Stücken' eine ganze Bandbreite an Emotionen, gepaart mit technischer Finesse. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
  • Zur Kritik... Klangliche Wärme: Die beiden Brahms-Streichquintette in einer Einspielung mit großer klanglicher Wärme. Weiter...
    (Dr. Aron Sayed, )
  • Zur Kritik... Süße Verführungen: Einen spannenden Streifzug durch das 20. Jahrhundert unternimmt das Orchestre de la Suisse Romande mit Werken von Strauss, Debussy und Ligeti. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle Kritiken von Pentatone Classics...

Weitere CD-Besprechungen von Thomas Gehrig:

  • Zur Kritik... Zu viel Zurückhaltung: Julia Fischer und Franz Welser-Möst nähern sich Brahms etwas zu zaghaft. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Klare Diktion: Yu Mi Lee unternimmt auf ihrem Debüt-Album eine fesselnde Reise nach Russland. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Pionierarbeit: Florian Uhlig setzt sein jetzt schon gelungenes und wichtiges Schumann-Projekt nahtlos fort. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle Kritiken von Thomas Gehrig...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Ein Tscheche in Amerika: Jirí Belohlávek bringt mit der Tschechischen Philharmonie Bohuslav Martinus Opernpastorale 'What men live by' und die erste Symphonie zum Leuchten. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Klare Diktion: Yu Mi Lee unternimmt auf ihrem Debüt-Album eine fesselnde Reise nach Russland. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Pianistisch durchleuchtet: Der Amerikaner Garrick Ohlsson bietet in seinem Falla-Programm etwas weniger Spanien als andere Interpreten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/2019) herunterladen (2731 KByte) Class aktuell (2/2019) herunterladen (4851 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Antonín Dvorák: String Quartet B 57 in E major op.80 - Finale. Allegro con brio

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich