> > > Monteverdi, Claudio: Missa in illo tempore: Ensemble Corund, Stephen Smith
Freitag, 6. Dezember 2019

Monteverdi, Claudio: Missa in illo tempore - Ensemble Corund, Stephen Smith

Monteverdi 1610


Label/Verlag: Spektral
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ein sehr schönes Monteverdi-Programm, vom Ensemble Corund inspiriert und niveauvoll gesungen.

Claudio Monteverdi, im vergangenen Jahr 2017 ausführlich und mit vielen hochklassigen Veröffentlichungen zu seinem 450. Geburtstag gefeiert, war ein Meister aller kompositorischen Stile seiner Zeit. Das Alte und das Neue – letzteres ganz entscheidend von ihm selbst ausgeprägt – verband er, kontrastierte er mustergültig in seiner Publikation von 1610 zu einem stimmigen Ganzen. Dieser Sammlung gehörte jedoch nicht nur die heute vor allem für Monteverdis geistliches Werk stehende 'Marienvesper' an, sondern auch ein weiteres 'Magnificat a 6 voci' und vor allem die Missa 'In illo tempore'. Diese Werke im Halbschatten der Vesper zeigen gleichfalls die kompositorische Klasse, was die bei Spektral erschienene aktuelle Platte des Ensemble Corund und seines Leiters Stephen Smith unterstreicht: Die Messe exemplifiziert, mit wie leichter Hand Monteverdi im alten kontrapunktischen Stil wahrhaft Neues zu schaffen vermochte. Und das auf Basis der deutlich älteren Motette 'In illo tempore: loquente Jesu' von Nicolas Gombert, also aus wirklich ehernem musikalischem Material geschöpft. Und das alles mit der klingenden Anmutung des ästhetisch nach vorn Gewandten. Diesen Balanceakt beherrschten nicht viele Kollegen der Zeit. Das sechsstimmige Magnificat ist ein dem Schwesterwerk der 'Marienvesper' ebenbürtiges Meisterstück, ein vielfach gegliederter und durchbrochener Satz, der idealtypisch für die Anverwandlung des Alten an das Neue steht. Man sieht in schönster Klarheit: Das Janusköpfige eignet diesen Werken Monteverdis ganz entschieden.

Kultivierter Ensembleklang

Leider würdigt das Booklet diese programmatische Attraktivität und Vielfalt mit keinem einzigen erklärenden Wort: Grafische und bildliche Schönheit sind nett, genügen aber nicht. Vor allem werden sie der mehr als ansprechenden Einspielung nicht gerecht. Das professionelle, in Luzern beheimatete Ensemble Corund singt mit zwölf harmonisch und ausgewogen zusammengefügten Stimmen ganz vorzüglich, überaus kultiviert, mit schöner Präsenz aller klingenden Sphären. Fast ist man geneigt, zur Beschreibung dieser Ästhetik das Wort ‚luxuriös‘ zu verwenden. Die Linien werden fein gegliedert, strukturell klar und präzis artikuliert; satztechnische Komplexität und Architektur werden gleichwohl nicht überbetont. Intoniert wird frei und mit lebendiger Geste, die Tempi fließen im besten Sinne, sind fern aller Langeweile frisch bewegt. Dynamisch wird der edle Fluss nicht durch schroffe Kontraste beeinträchtigt – sehr gelegentlich hätte man sich in dieser Hinsicht noch entschiedenere Momente gewünscht. Im Magnificat sind etliche solistische Konstellationen zu hören, die unterstreichen, welches Potenzial im Ensemble steckt, wenn etwa im 'Quia fecit' famose Hoch-Tief-Konstellationen zum Tragen kommen.

Das Klangbild ist plastisch, dabei klar und erwärmt gleichermaßen. Anfängliche Distanziertheit weicht zunehmend einem überaus harmonischen, vollen Bild. Ein sehr schönes Monteverdi-Programm. Künstlerisch der 'Marienvesper' gleichrangig. Vom Ensemble Corund inspiriert und niveauvoll gesungen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Monteverdi, Claudio: Missa in illo tempore: Ensemble Corund, Stephen Smith

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spektral
1
07.09.2018
Medium:
EAN:

CD
4260130381592


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Monteverdi, Claudio


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Spektral

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