> > > Strauss, Richard: Klaviertrio, Klavierquartett: Daniel Blumenthal, Doren Dinglinger, Tony Nys, Alexandre Vay
Sonntag, 15. Dezember 2019

Strauss, Richard: Klaviertrio, Klavierquartett - Daniel Blumenthal, Doren Dinglinger, Tony Nys, Alexandre Vay

Vollblut-Kammermusiker unter sich


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Dieser Einspielung gelingt ein lohnender Blick auf das Frühwerk von Richard Strauss.

Frühe Klavierkammermusik von Richard Strauss ist auf der vorliegenden, beim Label cpo in Kooperation mit BR Klassik erschienenen CD zusammengestellt. Ein Genre, für das der Schöpfer groß angelegter Opern und Tondichtungen nicht unbedingt bekannt ist. Umso mehr lohnt sich ein Blick auf das frühe, eher intime Œuvre des kompositorisch heranwachsenden Meisters – hier in Gestalt des Klavierquartetts c-Moll op. 13 und des D-Dur-Trios AV 53.

Exponierte Klarheit

Letzteres ist chronologisch betrachtet früher entstanden, gerade mal um die 13 (!) Jahre alt war Strauss, als er dieses Werk schrieb. Unbeschwert, aber keineswegs unbedarft beginnt es im Allegro mit einem luftig-lockeren Thema, das Daniel Blumenthal (Klavier), Doren Dinglinger (Violine) und Alexandre Vay (Violoncello) mit leichtgängiger Eleganz vortragen. Dass es aber nicht nur ‚brav‘ zugeht, zeigt sich gleich darauf in den kräftigen Unisono-Einwürfen des Klaviersatzes, die Blumenthal mit exponierter Klarheit herausstellt. Im langsamen Satz überzeugt das Trio mit fein ausgeformten melodischen Rundungen und trifft adäquat den grüblerischen Moll-Tonfall. Dem Scherzo drückt wiederum besonders Blumenthal mit lässig vitalisierender Akzentuierung seinen Stempel auf. Das Finale ermöglicht es allen drei Spielern, ihre dynamischen und agogischen Möglichkeiten voll auszuschöpfen – ein Potential, das diese dankbar aufgreifen und mit hoch entwickelter, inspirierter Musikalität ausleben. Letztendlich naturgemäß noch vorhandene kompositorische Schwächen und formale Ungereimtheiten des Werks kompensiert das versierte Spiel der Formation problemlos.

Verständig und verständlich

Deutlich umfangreicher präsentiert sich das etwa sieben Jahre später entstandene Quartett op. 13. Tony Nys (Viola) gesellt sich zur Besetzung hinzu – und fügt sich nahtlos in die niveauvolle Konversation ein. Nichts geändert hat sich an der viersätzigen Form, mit den inzwischen vergleichsweise deutlich gestiegenen spieltechnischen Anforderungen an die jeweiligen Instrumente haben die Ausführenden keine Probleme. Die hohe Intensität bleibt aufrechterhalten, entsprechend nutzen die Musiker die sich im 'Molto appassionato'-Abschnitt des Kopfsatzes gleich zum Einstieg ergebenden Möglichkeiten, aus sich herauszugehen. Dem Scherzo verleihen sie originelle Spritzigkeit, mit geradliniger Bestimmtheit gesetzte expressive Spitzen wechseln mit ungezwungener Verspieltheit. Im in sich gekehrten Andante herrscht genussvoll ausgekostetes spätromantisches Flair. Die gegensätzlichen Elemente des Finales mit dessen ruppigem Eingangsmotiv und dem deutlich freundlicheren, gesanglichen Seitenthema werden treffend charakterisiert, insgesamt erweist das Album durchgehend deutlich: Alle Akteure sind Vollblut-Kammermusiker, die verständig und bestens verständlich miteinander kommunizieren. Viel Wissenswertes rund um Entstehungsgeschichte und Rezeption der Stücke hält das Booklet bereit.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Strauss, Richard: Klaviertrio, Klavierquartett: Daniel Blumenthal, Doren Dinglinger, Tony Nys, Alexandre Vay

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203511624


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Strauss, Richard
 - Piano Quartet op.13 in C minor - Allegro
 - Piano Quartet op.13 in C minor - Scherzo. Presto.
 - Piano Quartet op.13 in C minor - Andante
 - Piano Quartet op.13 in C minor - Finale. Vivace
 - Piano Trio o. OP. AV. 53 in D major - Allegro moderato
 - Piano Trio o. OP. AV. 53 in D major - Andante cantabile ma non troppo
 - Piano Trio o. OP. AV. 53 in D major - Scherzo. Allegro assai - Trio
 - Piano Trio o. OP. AV. 53 in D major - Finale. Lento assai - Allegro vivace


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Interpret(en):Blumenthal, Daniel
Nys, Tony
Dinglinger, Doren
Vay, Alexandre


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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