> > > Kuula. Toivo: Works for Violin & Piano: Nina Karmon, Oliver Triendl
Mittwoch, 24. April 2019

Kuula. Toivo: Works for Violin & Piano - Nina Karmon, Oliver Triendl

Unakademisch


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Kraftvolles Plädoyer für einen unbekannten Finnen.

Toivo Kuula (1883–1918) gehörte zu der schmalen Schülerschar Jean Sibelius‘, und wenn Kuulas stilistischer Charakter insgesamt konventioneller ist denn jener des Lehrers, so haben wir doch attraktive Kammermusikwerke für Violine und Klavier. Beide Violinsonaten entstanden 1906/07 noch während seiner Studienzeit, so dass Konventionalität in gewissem Grad quasi noch Pflicht ist. Gerade die Sonate e-Moll op. 1 – das zentrale Werk innerhalb Kuulas Kammermusikschaffen für Violine und Klavier – überzeugt aber nicht nur durch voll ausgereifte Handwerklichkeit bezüglich der Anforderungen an beide Musiker, sondern auch durch klares Bewusstsein für Form, Steigerung, motivisch-thematische Arbeit und harmonische Entwicklungen.

Der ein Jahr zuvor komponierte Kopfsatz einer nicht weitergeführten F-Dur-Sonate ist im Vergleich noch stärker dem späten 19. Jahrhundert verpflichtet, bestätigt aber schon die oben bereits angesprochen Qualitäten. Kuula erwarb sich neben der Unterweisung durch Sibelius eine fast kosmopolitische musikalische Bildung u.a. durch die Lehrer Martin Wegelius, Victor Novácek, Marco Enrico Bossi, Luigi Torchi, Hans Sitt und Marcel Labey, und dass Kuula dennoch durchaus als finnischer Komponist einzuordnen ist, ist nicht nur in seiner umfangreichen Auseinandersetzung mit südostbottnischer Volksmusik (insgesamt trug er nicht weniger als 262 Lieder und 34 Tänze zusammen) begründet. Auch der immer wieder eher verhangen-melancholische Duktus des einen oder anderen Charakterstücks für Violine und Klavier (Tuula nutzt eine beachtliche Anzahl an Gattungsbezeichnungen, ‚Notturno‘ ebenso wie ‚Lied ohne Worte‘) lässt sich möglicherweise als ausgesprochen landestypisch bezeichnen.

Unter anderen Händen hätte Kuulas Musik einen zu salonhaften Zugriff erfahren können – diese Gefahr besteht bei Oliver Triendl, diesmal mit der Geigerin Nina Karmon, nicht. Triendl reißt mit durch seinen Ernst, seine Musikalität, seine Liebe zur nachromantischen Musik. Karmon verfügt über den passenden ‚blühenden‘, dennoch schlanken ‚runden‘ Ton, der mit Triendls Zugriff gut harmoniert, so dass von einem Glücksfall einer Kammermusikeinspielung gesprochen werden kann.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Kuula. Toivo: Works for Violin & Piano: Nina Karmon, Oliver Triendl

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
EAN:

761203514823


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Kuula, Toivo
 - Sonata op.1 in E minor - Allegro agitato
 - Sonata op.1 in E minor - Adagio
 - Sonata op.1 in E minor - Allegro molto
 - Pieces op.3a - Kehtolaulu
 - Pieces op.3a - Notturno
 - Pieces op.3a - Kansanlaulu No.1
 - Pieces op.3a - Kansanlaulu No.2
 - Pieces op.3a - Scherzino
 - Ut min väg i världen gar -
 - Elä itke impeni nuori -
 - Sonata in F major -
 - Pieces op.22 - Chanson sans paroles
 - Pieces op.22 - Suru
 - Pohjalainen tanssi -
 - Kesäilta -


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Interpret(en):Karmon, Nina
Triendl, Oliver


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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