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Dienstag, 27. September 2022

Mahler, Gustav: Symphonie Nr.2 - Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons

Monumentaler Mahler


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mariss Jansons und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks präsentieren Mahlers Zweite Sinfonie auf höchstem Niveau.

Gustav Mahler knüpfte mit seiner Zweiten Sinfonie c-Moll auch insofern an die Erste an, als der erste Satz, ursprünglich mit 'Todtenfeier' betitelt, den ‚Helden‘ des Vorgängerwerkes betrauert: Die Zweite beginnt mit einem Trauermarsch. In dieser Live-Aufnahme aus der Philharmonie im Gasteig von Mai 2011 entfesselt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung seines Chefdirigenten Mariss Jansons nicht nur im ersten Satz ein Spiel der Kräfte und lässt das ‚innere Schicksal‘ der Musik sich entfalten – mit eindrücklichen Blechballungen, aber auch einer erstklassigen Arbeit an den Feinheiten der Partitur.

Erzählerisches Moment

Ein beeindruckendes Gespür für die Gebrochenheit und Mehrdimensionalität von Mahlers Sinfonik und das ihr innewohnende erzählerische Moment legen die Interpreten in allen Sätzen an den Tag. Im 'Andante moderato', einer ‚idyllischen Musik über Musik-Idylle‘ (Wolfram Steinbeck), hinsichtlich des Aufruhrs im Mittelteil etwa oder der Ländleridylle, und im dritten Satz mit seiner gleichsam in sich selbst gefangenen Bewegung und den brillierenden Trompeten. Der monumentale ‚Schrei des Ekels‘ (Mahler) gerät erschütternd. Diese Aufnahme aus dem hauseigenen Label BR-Klassik überzeugt mit gewohnt hoher Klangqualität. Das Booklet bietet einen soliden Einführungstext, aber leider nicht die Gesangstexte.

In 'Urlicht', dem kurzen vierten Satz, kommt es zu einer Erlösung durch das Wort im doppelten Sinn: Das Wort ‚erlöst die Musik aus ihrer (verbalen) Sprachlosigkeit‘ (Steinbeck) und der Text des 'Wunderhorn'-Gedichts selbst spricht von Erlösung. Die Schönheit des Gesangs (Bernarda Fink, Alt), des Bläserchorals und des Oboensolos bezirzt. Im gut halbstündigen Finale, dessen instrumentale erste Hälfte auf den Choreinsatz hinführt, wird das komponierte Chaos präzise geschildert, steuern die scharf konturierten Klangmassen souverän auf Höhepunkte zu. Der Chor des Bayerischen Rundfunks sowie Anja Harteros (Sopran) und Bernarda Fink gestalten die vertonte Klopstock-Ode, der das Werk den Beinamen 'Auferstehungssinfonie' verdankt, ungemein stimmungsvoll. Überhaupt beherrschen die Interpreten Mahlers Musiksprache auf höchstem Niveau, bringen sie die Semantik der Motive und Topoi vielsagend zum Sprechen und entwerfen zugleich einen weiten Bogen im jeweiligen Einzelsatz und im sinfonischen Ganzen. Hier sind wahre Mahler-Experten am Werk.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mahler, Gustav: Symphonie Nr.2: Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
1
28.09.2018
080:56
2011
Medium:
EAN:
BestellNr.:
Booklet
CD
4035719001679
900167


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Mahler, Gustav


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"GUSTAV MAHLER SYMPHONIE NR. 2 Gustav Mahlers zweite Symphonie sollte jedes bekannte Format sprengen – und sie sollte sich mit den großen Sinnfragen auseinandersetzen: „Warum hast du gelebt? Warum hast du gelitten? Ist das alles nur ein großer, furchtbarer Spaß? Wir müssen diese Fragen in irgendeiner Weise lösen, wenn wir weiter leben sollen.“ – so der Komponist. Ähnliche Fragen beschäftigten ihn ein Leben lang, besonders stark während der Zeit als Hamburger Opernkapellmeister. Die zweite Symphonie, die auch als „Auferstehungssymphonie“ bezeichnet wird, ist ganz Ausdruck von Mahlers existenziellem Ringen – was sich in ihrer Form und ihrer überwältigenden Klanglichkeit nachvollziehen lässt. Die Entstehungsgeschichte der Symphonie erstreckte sich über mehrere Jahre; sie entstand zwischen 1888 und 1894. Im September 1888 war der erste Satz, der zu diesem Zeitpunkt noch den Titel „Totenfeier“ trug, bereits abgeschlossen. Der zweite und dritte Satz entstanden erst 1893 und das gesamte Werk konnte Mahler dann 1894 fertigstellen. Die Idee zum Finalsatz, der die Idee der Auferstehung vertont, kam ihm laut eigener Aussage 1894 während der Totenfeier für den Dirigenten Hans von Bülow in der Hamburger St. Michaelis-Kirche. Zeitgleich arbeitete er an den Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“, von denen er das Lied „Des Antonius von Padua Fischpredigt“ instrumental und das Lied „Urlicht“ vokal in der Sinfonie wiederverwendete. Das Werk folgt, wie die meisten Symphonien Mahlers, dem Motto „Per aspera ad astra“ (Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen). Ausgehend von einem Trauermarsch im Hauptthema des Kopfsatzes – dem Vorüberziehen eines drangvollen, von Tatkraft, Schmerz, Schicksal und nur kurzen schönen Momenten bewegten Lebens – schließt die Symphonie in einem triumphalen Auferstehungssatz: Mahlers pointierter Zusammenfassung des gesamten Meisterwerks, welcher er Klopstocks Gedicht „Auferstehung“ zugrunde legte. Dieses Finale ist Mahlers längster Symphoniesatz überhaupt. Die Uraufführung der vollständigen Symphonie fand am 13. Dezember 1895 in Berlin unter Mahlers Leitung statt; vorher (am 4. März 1895) hatte er bereits die ersten drei Sätze aufgeführt. Die Uraufführung der zweiten Symphonie fand somit erst nach derjenigen der dritten statt. Die Reaktionen waren anfangs verhalten, doch heute gilt das Werk als eine der beliebtesten Symphonien Mahlers. – Das Münchener Konzertereignis vom Mai 2011 erscheint nun bei BR Klassik als CD – die hochkarätig besetzte und herausragende Interpretation einer der wesentlichsten Kompositionen des symphonischen Repertoires der Spätromantik. "


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BR-KLASSIK, das Label des Bayerischen Rundfunks (BR), veröffentlicht herausragende Live-Konzerte des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (BRSO), des Chors des Bayerischen Rundfunks, des Münchner Rundfunkorchesters sowie der Konzertreihe musica viva. Dabei ist es ein wesentliches Ziel des Senders, über seine Radio- und TV-Programme hinaus auch digital sowie via CD und DVD allen Musikfreunden weltweit Zugang zu besonderen Aufnahmen zu bieten und auf diese Weise auch jenes Publikum zu erreichen, welches keine Möglichkeit hat, die Konzerte der internationalen Tourneen selbst vor Ort live zu erleben.

Neben den jeweiligen Chefdirigenten wie beispielsweise Mariss Jansons oder Sir Simon Rattle finden sich großartige Künstlerpersönlichkeiten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink und viele andere mehr.

Die Reihe BR-KLASSIK WISSEN liefert unterhaltsame und kurzweilige Hörbiografien von Jörg Handstein mit vielen Hintergrundinformationen und Musikbeispielen auf jeweils 4 CDs, erzählt von Udo Wachtveitl sowie spannende Werkeinführungen in bedeutende Kompositionen der Musikgeschichte.

Durch die Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE werden historische Aufnahmen des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wieder verfügbar. Beispielsweise die legendäre Aufführung des Verdi-Requiems unter der Leitung Ricardo Mutis mit Jessye Norman, Agnes Baltsa, José Carreras und Jewgenij Nesterenko und dem Chor des BR im Jahr 1981 oder etwa denkwürdige Konzertabende mit der Pianistin Martha Argerich: 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr.1 unter Seiji Ozawa.

Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 200 Aufnahmen und hat bereits mehr als 50 renommierte und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, den Diapason d’or, den BBC Music Magazine Award und den ICMA.

BR-KLASSIK wird weltweit durch NAXOS vertrieben. Selbstverständlich gehören hierzu auch digitale Portale wie Spotify, Apple, amazon u.v.a.. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK. 


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