> > > Dutilleux, Henri: Symphony No. 1: Orchestre National de Lille, Jean-Claude Casadesus
Samstag, 8. August 2020

Dutilleux, Henri: Symphony No. 1 - Orchestre National de Lille, Jean-Claude Casadesus

Höchste Prägnanz


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit drei höchst spannenden Orchesterwerken von Henri Dutilleux demonstriert Jean-Claude Casadesus noch einmal die Kompetenzen seines 'alten' Orchesters aus Lille gerade für dieses Repertoire.

Das Orchestre National de Lille, 1976 aus dem dortigen regionalen ORTF-Rundfunkorchester mit Jean-Claude Casadesus als Gründungsdiririgenten hervorgegangen, hat bei Naxos und anderen Labels schon ganz hervorragende Vistitenkarten hinterlassen. Dazu gehörte auch eine lange als Referenz geltende Aufnahme der 1951 entstandenen Ersten Symphonie von Henri Dutilleux (1916–2013) aus dem Jahre 1977 für das kleine Label Calliope, die trotz Verlusts der Originalbänder noch 2012 von Erato/Warner in einer 5-CD-Box wiederveröffentlicht wurde (dieses Paket ist überhaupt ideal zum Kennenlernen dieses hierzulande zu wenig geschätzten Komponisten). Dass Naxos jetzt diese Neuaufnahme und dazu noch zwei weitere Orchesterwerke in Casadesus‘ mit dieser Musik höchst erfahrener Lesart präsentiert, ist großartig: Das Orchester erscheint nicht nur in einem zeitgemäßen, breit gefächerten und Einzelstimmen genau abbildenden Klangbild, sondern spielt auch noch prägnanter, noch schärfer in jedem interpretatorischen Detail, souverän in jeder solistischen Stimme (auch die ausgezeichneten vier Solisten in 'Les Citations' stammen aus dem Orchester selbst).

Perfekte Dramaturgie und Balance in der Ersten Symphonie

Vergleicht man etwa den wuchtigen Beginn der finalen Variationenfolge der Symphonie mit den schon sehr guten älteren Aufnahmen aus Lille oder mit Hans Graf und dem Orchestre National Bordeaux Aquitaine (Arte Nova BMG 2002), überzeugt die nochmals gesteigerte Profilierung der rhythmischen und dynamischen Konturen, die in ihrer Expressivität hier ganz natürlich und selbstverständlich mitreißende Plastizität der thematischen Figuren und orchestralen Farbpaletten. Offenbar führt die große Vertrautheit von Dirigent und Orchester mit dieser immer wieder überraschenden und überzeugenden Orchestermusik zu einem außergewöhnlich tiefen gemeinsamen Durchleben dieser grandiosen Symphonie, an dem Hörer unmittelbar partizipieren dürfen. Tempomodifikationen, Klangübergänge, Spannungskurven – Casadesus ist gerade diesem Werk ein idealer Vermittler.

Kraft und Schönheit der Orchesterfarben

Auch die grundsätzlich grelleren, dissonanteren Artikulationen im 1964 mit der Moderne ringenden fünfteiligen Zyklus 'Métaboles' liegen dem Orchester: Das Gestenreiche und die stetige Suche nach neuen Klanggründen, das grundlegend Nervöse schon im ersten Teil 'Incantatoire' wird durchaus aggressiv, aber auch mit dem nötigen Spürsinn in der Abstufung der Lautstärke und Mischung der Instrumentalfarben dargeboten; was die Streicher zudem schon in 'Linéaire' in saubersten hohen Lagen leisten, stünde jedem Spitzenorchester – und Lille hat hier wahrlich eines – gut zu Gesicht. Das ist ebenso Referenz wie die Aufnahme der Symphonie. Und die etwas merkwürdig zu verschiedenen Gelegenheiten 1985 und 1990 zusammengeschusterten 'Les Citations' zeigen gerade im beeindruckenden solistischen Spiel – stimmungsvoll schon der Werkeinstieg mit dem Oboisten Cyril Ciabaud – auch abschließend den ganzen melodischen und klanglichen Einfallsreichtum und expressiven Ernst dieses interessanten Komponisten noch in späten Jahren. Unbedingt empfehlenswert für Einsteiger wie Liebhaber in Sachen Dutilleux!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dutilleux, Henri: Symphony No. 1: Orchestre National de Lille, Jean-Claude Casadesus

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313374670


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Dutilleux, Henri


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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