> > > Schubert, Franz: Oktett F-Dur D 803: Dresdner Oktett
Freitag, 22. Februar 2019

Schubert, Franz: Oktett F-Dur D 803 - Dresdner Oktett

Schubert mit Schönheitsfehlern


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Dresdner Oktett spielt Schuberts Oktett D 803. Die Aufnahme hat ihre Stärken und Schwächen, bleibt insgesamt aber etwas zu konventionell.

Als Konzertmitschnitt veröffentlicht das Dresdner Oktett diese Aufnahme von Franz Schuberts großem Oktett F-Dur D 803 für Klarinette, Horn, Fagott, Streichquartett und Kontrabass. Da sind natürlich hier und dort kleine Ungenauigkeiten hörbar, so lässt der Klarinettist etwa einen etwas kniffligen Takt im Unisono mit der Violine aus, kurz vor der Durchführung des ersten Satzes, und zu Beginn des zweiten, wo er das Thema vorstellt, sind seine Atempausen vielleicht nicht ganz optimal gesetzt. Einige weitere Macken sind besonders im ersten Satz hörbar, später jedoch kaum noch. Zwar wirkt auch die klangliche Abmischung der Instrumente nicht ganz perfekt, doch auch das sind nur kleine Schönheitsfehler.

Das Dresdner Oktett, bestehend aus Musikern der Sächsischen Staatskapelle, spielt ausnahmslos alle Wiederholungen, was bei diesem gewaltigen Werk mit sechs Sätzen, 1.400 Takten und von einer guten Stunde Dauer recht ungewöhnlich ist. Die Tempi sind nie besonders auffällig, jedenfalls nicht mehr nach dem schön schwungvoll gespielten ersten Satz. In dynamischer Hinsicht wäre eine stärkere Differenzierung durchaus möglich. So trauen sich die Interpreten kaum bis zum wirklichen Pianissimo. Sonderlich lebhaft ist die Interpretation in weiten Teilen leider auch nicht geraten, sie klingt eher vornehm schlicht. Positiv hervorzuheben ist die meist tadellose Intonation und eine bei voluminösem Klangbild gut gelungene Transparenz. Das Adagio wird sehr ansprechend gespielt, und besonders der Variationensatz ist insgesamt absolut stimmig.

Allerdings muss man nüchtern feststellen: Es gibt solche ‚konventionellen‘ Aufnahmen ohne besonders auffällige Merkmale bereits in großer Zahl, und das teilweise besser gelungen. Man darf schon fragen, was nun diese neue Erscheinung rechtfertigt. Erst vor wenigen Monaten erschien zum Beispiel eine andere Platte mit Schuberts Oktett, gespielt von einem Ensemble um die Geigerin Isabelle Faust: Auf historischen Instrumenten, vor allem jedoch mit einem Vortrag, den man vielleicht ‚theatralisch‘ nennen könnte, der wechselnde Stimmungen ausgesprochen intensiv auskostet und übrigens das Pianissimo ganz besonders pflegt. Über das Resultat kann man streiten, es wird vielleicht nicht jedem gefallen. Doch die Berechtigung einer solchen sehr viel individuelleren Interpretation ist jedenfalls leichter zu begründen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Schubert, Franz: Oktett F-Dur D 803: Dresdner Oktett

Label:
Anzahl Medien:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
EAN:

881488180343


Cover vergössern

Schubert, Franz


Cover vergössern

Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
PROFIL: Ein Programm - eine Verpflichtung aus Tradition!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Profil - Edition Günter Hänssler:

  • Zur Kritik... Frühe Glanzleistungen: Vier CDs geben hochinteressante Einblicke in das frühe Schaffen der Martha Argerich. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... Nachgemacht: Eine entbehrliche Veröffentlichung zu der großen Geigerin Camilla Wicks. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Nicht für Bläser: Das Azahar Ensemble spielt Werke von Joaquin Turina in Bearbeitung für Bläserquintett. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Profil - Edition Günter Hänssler...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Brillant und akzentuiert: Matthias Roth hat eine rundum überzeugende Platte mit Klavierwerken von Szymanowski und Ravel vorgelegt. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Lianora und das Lied der Nacht: Hans Gáls Oper 'Das Lied der Nacht' ist die wirklich lohnende Entdeckung einer spannenden Facette der Musik der 1920er Jahre und in der Ersteinspielung durch das Osnabrücker Theater rundum gelungen. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Unentschlossen: Klaas Trapmans Interpretation der Klaviermusik von Sergej Bortkiewicz wirkt sehr nüchtern und bleibt in weiten Teilen zu wenig detailfreudig und zu verhalten. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Anspruchsvolles Gesamtpaket: Ganz im Sinne des Albumtitels lässt 'Estrellita' wertvolle Evergreen- und Encore-Juwelen funkeln. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Bis heute modern: Dieser 'Tribut in fünf Balletten' zeigt die russische Tänzerin Maya Plisetskaya in bedeutenden Rollen. Weiter...
    (Miquel Cabruja, )
  • Zur Kritik... Lateinamerikanischer Barock: Ein Villancico ist eigentlich ein spanisches Weihnachtslied – kann aber auch darüber hinausgehen, jedenfalls auf dieser CD mit Barockmusik aus Ecuador. Weiter...
    (Elisabeth Deckers, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (2/2019) herunterladen (2500 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Johann Sebastian Bach: Doppelkonzert d-Moll BWV 1043 - Allegro

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich