> > > Larsson, Lars-Erik: Orchestral Works Vol.3: Helsingborg Symphony Orchestra, Andrew Manze
Donnerstag, 21. März 2019

Larsson, Lars-Erik: Orchestral Works Vol.3 - Helsingborg Symphony Orchestra, Andrew Manze

Klassische Moderne aus Schweden


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wer keinen Revolutionär sucht, dürfte an der Dritten Sinfonie von Lars-Erik Larsson seine Freude haben.

Die vorliegende hybride SACD markiert den Abschluss einer dreiteiligen Einspielungsreihe der Sinfonien und Orchesterwerke von Lars-Erik Larsson (1908–1986). Gehört Larsson in seiner schwedischen Heimat noch heute zu den bekanntesten Komponisten seiner Generation, fristen seine Werke in Deutschland mehr als ein Schattendasein. So stellt diese Aufnahme mit dem Helsingborg Symphony Orchestra unter seinem ehemaligen Chefdirigenten Andrew Manze erst die zweite Einspielung von Larssons Dritter Sinfonie in c-Moll op. 34 dar. Das rund 35 Minuten dauernde Werk wird dabei von den 'Tre Orkesterstyken' op. 49, dem Adagio für Streichorchester op. 48 und der 'Musica permutatio' op. 66 ergänzt. Der cpo-typisch informationsdichte Booklet-Text beschreibt Larsson als Vertreter einer konservativen freien Tonalität, was insofern gut passt, als die hier zu hörenden Werke in zwei deutlich getrennte Kategorien fallen, die durch diese Beschreibung jedoch abgedeckt werden.

Späte Romantik

So pflegt Larsson in seiner Sinfonie Nr. 3 von 1944/45 einen eindeutig traditionellen, spätromantisch geprägten Ton, während die anderen Werke unter anderem Ausflüge in die freie Dodekaphonie darstellen und somit deutlich moderner klingen. Wer eine melodisch einprägsame unbekannte Sinfonie sucht, deren Kopfsatz die Sonatensatzform lehrbuchartig erfüllt, deren Adagio sich kantabel weitläufig erstreckt, deren Scherzo in seiner Wuchtigkeit leicht an Bruckner gemahnt, und deren wuselndes Finale Spuren von Schostakowitsch aufweist (hohe Flöten in Kombination mit Streichern!), wird hier fündig. Das klingt so, als ob es wenig originell sei, dank des engagierten Zugriffs des Helsingborg Symphony Orchestra unter Andrew Manze jedoch kommen vor allem die bunte Instrumentation und der stetig nach vorne drängende Puls der Musik zum Vorschein. Das transparent gestaffelte Klangbild hebt auch die hübschen Instrumentalsoli ansprechend hervor. Alleine das zweite Thema im Kopfsatz in den Blechbläsern klingt wie eine Mischung aus Gershwin und Bernstein. Im Surround-Modus überzeugt das Klangbild durch luftige wie spannungsvolle Streicher sowie klare Bläserfarben. Wer keinen Revolutionär sucht, dürfte an dieser ansprechenden Sinfonie also durchaus Freude haben.

Moderne Orchestesterstücke

Die restlichen drei Werke folgen so aufeinander, dass die 'Tre Orkesterstyke' und das Adagio für Streicher gleichsam eine Einheit bilden, was laut Booklet-Text von Andrew Manze auch so beabsichtigt ist, während die 'Musica permutatio' durch eine längere Pause zwischen den Stücken abgesondert wird. Insgesamt sind diese Stücke streicherlastiger als die Sinfonie, farblich um einiges dunkler und vom Charakter her homogener als jene. Fast meint man, es mit einem anderen Komponisten zu tun haben. Und da die Werke insgesamt auch zeitlich verschiedene Schaffens- und Stilphasen Larssons abdecken – die 'Musica permutatio' stammt von 1980, die die Orchesterstücke von 1960 –, hat man auf dieser Aufnahme somit einen schönen Querdurchschnitt durch Larssons orchestrales Schaffen vor sich.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Larsson, Lars-Erik: Orchestral Works Vol.3: Helsingborg Symphony Orchestra, Andrew Manze

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
EAN:

761203767328


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Larsson, Lars-Erik
 - Symphony No.3 op.34 in C minor - Allegro con brio
 - Symphony No.3 op.34 in C minor - Adagio, ma non troppo
 - Symphony No.3 op.34 in C minor - Prestissimo - Trio. Andante - Schwerzo da capo
 - Symphony No.3 op.34 in C minor - Andante maestoso - Allegro molto
 - Tre Orkesterstyken op.49 - Adagio
 - Tre Orkesterstyken op.49 - Presto
 - Tre Orkesterstyken op.49 - Adagio
 - Adagio for String Orchestra op.48 -
 - Musica permutatio for Orchestra op.66 -


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Dirigent(en):Manze, Andrew
Orchester/Ensemble:Helsingborg Symphony Orchestra


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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