> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Sinfonien Nr. 40 & 41: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Herbert Blomstedt
Freitag, 30. September 2022

Mozart, Wolfgang Amadeus: Sinfonien Nr. 40 & 41 - Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Herbert Blomstedt

Referenzcharakter


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mozarts symphonisches Vermächtnis in einer ganz großen Interpretation.

Kann man zu Mozarts beiden letzten Symphonien musikalisch überhaupt noch etwas Neues sagen? Man kann – diese Erkenntnis liefert die vorliegende, beim Label BR-Klassik erschienene CD. Anfang 2013 bzw. Ende 2017 sind die beiden Live-Aufnahmen entstanden, am Pult des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks jeweils: Altmeister Herbert Blomstedt. Obwohl beide Mitschnitte zeitlich weit auseinander liegen, weisen sie qualitativ ein identisch hohes Niveau auf. Blomstedts Dirigierweise ist geprägt von hörbarer Unmittelbarkeit und einem direkten Draht zum Orchester.

Elementare Klarheit

Mit entsprechend hochkonzentrierter Intensität erklingen schon die allseits bekannten pulsierenden Eingangstakte der g-Moll-Symphonie KV 550. Bereits hier verlangt der weitere Verlauf stimmliche Maßarbeit, ganz besondere Sorgfalt hat Mozart in seinem symphonischen Spätwerk auf die Verarbeitung kontrapunktischer Elemente verwandt. Stimmt hier die Synchronität nicht, entsteht schnell ein unsauberes Klangbild. Nicht so bei Blomstedt, der alle polyphonen Dimensionen derart akribisch beleuchtet, dass sie geradezu räumlich hörbar werden. Immer wieder hört man Mittel- und Nebenstimmen, denen man mit so elementarer Klarheit selten begegnet. Das gilt auch für die komplexe formale und stimmliche Anlage des Andante, in dem nebenbei die harmonischen Spannungsfelder tiefenscharf ausgelotet werden. Da stört dann auch das vergleichsweise rasch gewählte Tempo nicht weiter. Auch im Menuett und im Schlusssatz gelingt Blomstedt das Kunststück klanglich-ästhetischer Formgebung bei gleichzeitiger Freisetzung der aufgewühlten Emotionen, an denen Mozarts letzte Symphonien so reich sind.

Magische Mozart-Momente

Dieselben Qualitätsmerkmale finden sich in der (nicht von Mozart, sondern dem Londoner Konzertveranstalter Johann Peter Salomon so genannten) 'Jupiter'-Symphonie KV 551. Auch hier ist der omnipräsente polyphone Faktor genauestens durchhörbar. Die kühnen harmonischen Wendungen im 'Andante cantabile' werden mit dezidiertem Sinn für musikalische Dramaturgie sukzessiv immer neu gesteigerten Höhepunkten zugeführt. Strahlend erhaben und mit makelloser Diktion erklingt die große Schlussfuge. Rein musikalisch wirkt das 'Molto allegro' ohnehin schon wie eine Art von Mozart komponierte musikalische Weltformel, die alle Schönheit und Melancholie in sich vereint. Blomstedts Interpretation versieht dieses Gefühl mit noch einem zusätzlichen Ausrufezeichen. Alles in allem kann man nur von Glück sagen, dass die Mikrofone in diesen magischen Mozart-Momenten eingeschaltet waren – es wäre zu wünschen, dass noch weitere davon mit diesen Ausführenden festgehalten werden! Das Booklet informiert rund um die Werke mit der Kompetenz, die sich schon in der Zusammenarbeit mit Autor Jörg Handstein anlässlich der groß angelegten Biographien-Reihe des BR bewährt und etabliert hat.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet





Thomas  Gehrig Kritik von Thomas Gehrig,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mozart, Wolfgang Amadeus: Sinfonien Nr. 40 & 41: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Herbert Blomstedt

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
1
20.08.2018
072:39
2017
Medium:
EAN:
BestellNr.:
Booklet
CD
4035719001648
900164


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Mozart, Wolfgang Amadeus


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"Die letzten Symphonien Mozarts stellen für Wissenschaftler, Interpreten und das Konzertpublikum noch heute ein regelrechtes Wunder dar. Aus welchem Anlass sie geschrieben wurden, ist letztlich unbekannt geblieben; ebenso, ob sie Mozart zu seinen Lebzeiten jemals selbst gehört haben mag. Lediglich neun Wochen soll er gebraucht haben, bis die drei Symphonien Nr. 39, 40 und 41 niedergeschrieben waren – was selbst für das Salzburger Musikgenie Mozart eine schier unglaubliche Leistung darstellt, der ein schneller Schreiber war und seine Musik gewissermaßen im Kopf – in seiner intuitiven Vorstellung – vorauskomponierte, bevor er nur mehr die Noten niederschreiben musste. Vor allem die Symphonien g-Moll KV 550 (Nr. 40) und C-Dur KV 551 (Nr. 41), die mit dem Beinamen „Jupiter“ geehrt wurde, sind es, mit denen Mozart sein Vermächtnis auf symphonischem Gebiet für Generationen von Musikern manifestierte. Schon um 1800 wurde die beliebte „große“ g-Moll-Symphonie als das „Gemälde einer leidenschaftlich ergriffenen Seele“ gepriesen. Wie ihre ebenfalls große Schwester, die „Jupiter“-Symphonie in C-Dur, zählt sie heute zu den meistgespielten und bereits in zahllosen Aufnahmen verewigten Werken der klassischen Musik. Trotzdem offenbaren sich diese vor Beethoven wohl tiefgründigsten Symphonien in jeder einzelnen Interpretation neu. „Alle dunklen Seiten des menschlichen Daseins hat Mozart in die g-Moll-Symphonie hineingebracht“, meint Herbert Blomstedt, den die „Leidenschaftlichkeit“ des Meisterwerks noch immer fesselt. Der bedeutende schwedische Dirigent Herbert Blomstedt, der sich als regelmäßiger Gastdirigent eng mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks verbunden fühlt, dirigierte die g-Moll-Symphonie in Konzerten am 31. Januar und 1. Februar 2013 und die „Jupiter“-Symphonie am 21. und 22. Dezember 2017 im Herkulessaal der Münchener Residenz. Die neue CD von BR Klassik präsentiert die beiden großartigen Schlusssteine von Mozarts symphonischem Schaffen in bester aufnahmetechnischer Klangqualität. "


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BR-Klassik

BR-KLASSIK, das Label des Bayerischen Rundfunks (BR), veröffentlicht herausragende Live-Konzerte des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (BRSO), des Chors des Bayerischen Rundfunks, des Münchner Rundfunkorchesters sowie der Konzertreihe musica viva. Dabei ist es ein wesentliches Ziel des Senders, über seine Radio- und TV-Programme hinaus auch digital sowie via CD und DVD allen Musikfreunden weltweit Zugang zu besonderen Aufnahmen zu bieten und auf diese Weise auch jenes Publikum zu erreichen, welches keine Möglichkeit hat, die Konzerte der internationalen Tourneen selbst vor Ort live zu erleben.

Neben den jeweiligen Chefdirigenten wie beispielsweise Mariss Jansons oder Sir Simon Rattle finden sich großartige Künstlerpersönlichkeiten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink und viele andere mehr.

Die Reihe BR-KLASSIK WISSEN liefert unterhaltsame und kurzweilige Hörbiografien von Jörg Handstein mit vielen Hintergrundinformationen und Musikbeispielen auf jeweils 4 CDs, erzählt von Udo Wachtveitl sowie spannende Werkeinführungen in bedeutende Kompositionen der Musikgeschichte.

Durch die Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE werden historische Aufnahmen des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wieder verfügbar. Beispielsweise die legendäre Aufführung des Verdi-Requiems unter der Leitung Ricardo Mutis mit Jessye Norman, Agnes Baltsa, José Carreras und Jewgenij Nesterenko und dem Chor des BR im Jahr 1981 oder etwa denkwürdige Konzertabende mit der Pianistin Martha Argerich: 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr.1 unter Seiji Ozawa.

Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 200 Aufnahmen und hat bereits mehr als 50 renommierte und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, den Diapason d’or, den BBC Music Magazine Award und den ICMA.

BR-KLASSIK wird weltweit durch NAXOS vertrieben. Selbstverständlich gehören hierzu auch digitale Portale wie Spotify, Apple, amazon u.v.a.. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK. 


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