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Mittwoch, 17. Juli 2019

Mozart, Wolfgang Amadeus: Sinfonien Nr. 40 & 41 - Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Herbert Blomstedt

Referenzcharakter


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mozarts symphonisches Vermächtnis in einer ganz großen Interpretation.

Kann man zu Mozarts beiden letzten Symphonien musikalisch überhaupt noch etwas Neues sagen? Man kann – diese Erkenntnis liefert die vorliegende, beim Label BR-Klassik erschienene CD. Anfang 2013 bzw. Ende 2017 sind die beiden Live-Aufnahmen entstanden, am Pult des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks jeweils: Altmeister Herbert Blomstedt. Obwohl beide Mitschnitte zeitlich weit auseinander liegen, weisen sie qualitativ ein identisch hohes Niveau auf. Blomstedts Dirigierweise ist geprägt von hörbarer Unmittelbarkeit und einem direkten Draht zum Orchester.

Elementare Klarheit

Mit entsprechend hochkonzentrierter Intensität erklingen schon die allseits bekannten pulsierenden Eingangstakte der g-Moll-Symphonie KV 550. Bereits hier verlangt der weitere Verlauf stimmliche Maßarbeit, ganz besondere Sorgfalt hat Mozart in seinem symphonischen Spätwerk auf die Verarbeitung kontrapunktischer Elemente verwandt. Stimmt hier die Synchronität nicht, entsteht schnell ein unsauberes Klangbild. Nicht so bei Blomstedt, der alle polyphonen Dimensionen derart akribisch beleuchtet, dass sie geradezu räumlich hörbar werden. Immer wieder hört man Mittel- und Nebenstimmen, denen man mit so elementarer Klarheit selten begegnet. Das gilt auch für die komplexe formale und stimmliche Anlage des Andante, in dem nebenbei die harmonischen Spannungsfelder tiefenscharf ausgelotet werden. Da stört dann auch das vergleichsweise rasch gewählte Tempo nicht weiter. Auch im Menuett und im Schlusssatz gelingt Blomstedt das Kunststück klanglich-ästhetischer Formgebung bei gleichzeitiger Freisetzung der aufgewühlten Emotionen, an denen Mozarts letzte Symphonien so reich sind.

Magische Mozart-Momente

Dieselben Qualitätsmerkmale finden sich in der (nicht von Mozart, sondern dem Londoner Konzertveranstalter Johann Peter Salomon so genannten) 'Jupiter'-Symphonie KV 551. Auch hier ist der omnipräsente polyphone Faktor genauestens durchhörbar. Die kühnen harmonischen Wendungen im 'Andante cantabile' werden mit dezidiertem Sinn für musikalische Dramaturgie sukzessiv immer neu gesteigerten Höhepunkten zugeführt. Strahlend erhaben und mit makelloser Diktion erklingt die große Schlussfuge. Rein musikalisch wirkt das 'Molto allegro' ohnehin schon wie eine Art von Mozart komponierte musikalische Weltformel, die alle Schönheit und Melancholie in sich vereint. Blomstedts Interpretation versieht dieses Gefühl mit noch einem zusätzlichen Ausrufezeichen. Alles in allem kann man nur von Glück sagen, dass die Mikrofone in diesen magischen Mozart-Momenten eingeschaltet waren – es wäre zu wünschen, dass noch weitere davon mit diesen Ausführenden festgehalten werden! Das Booklet informiert rund um die Werke mit der Kompetenz, die sich schon in der Zusammenarbeit mit Autor Jörg Handstein anlässlich der groß angelegten Biographien-Reihe des BR bewährt und etabliert hat.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mozart, Wolfgang Amadeus: Sinfonien Nr. 40 & 41: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Herbert Blomstedt

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
1
20.08.2018
072:39
2017
Medium:
EAN:
BestellNr.:
Booklet
CD
4035719001648
900164


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Mozart, Wolfgang Amadeus


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"Die letzten Symphonien Mozarts stellen für Wissenschaftler, Interpreten und das Konzertpublikum noch heute ein regelrechtes Wunder dar. Aus welchem Anlass sie geschrieben wurden, ist letztlich unbekannt geblieben; ebenso, ob sie Mozart zu seinen Lebzeiten jemals selbst gehört haben mag. Lediglich neun Wochen soll er gebraucht haben, bis die drei Symphonien Nr. 39, 40 und 41 niedergeschrieben waren – was selbst für das Salzburger Musikgenie Mozart eine schier unglaubliche Leistung darstellt, der ein schneller Schreiber war und seine Musik gewissermaßen im Kopf – in seiner intuitiven Vorstellung – vorauskomponierte, bevor er nur mehr die Noten niederschreiben musste. Vor allem die Symphonien g-Moll KV 550 (Nr. 40) und C-Dur KV 551 (Nr. 41), die mit dem Beinamen „Jupiter“ geehrt wurde, sind es, mit denen Mozart sein Vermächtnis auf symphonischem Gebiet für Generationen von Musikern manifestierte. Schon um 1800 wurde die beliebte „große“ g-Moll-Symphonie als das „Gemälde einer leidenschaftlich ergriffenen Seele“ gepriesen. Wie ihre ebenfalls große Schwester, die „Jupiter“-Symphonie in C-Dur, zählt sie heute zu den meistgespielten und bereits in zahllosen Aufnahmen verewigten Werken der klassischen Musik. Trotzdem offenbaren sich diese vor Beethoven wohl tiefgründigsten Symphonien in jeder einzelnen Interpretation neu. „Alle dunklen Seiten des menschlichen Daseins hat Mozart in die g-Moll-Symphonie hineingebracht“, meint Herbert Blomstedt, den die „Leidenschaftlichkeit“ des Meisterwerks noch immer fesselt. Der bedeutende schwedische Dirigent Herbert Blomstedt, der sich als regelmäßiger Gastdirigent eng mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks verbunden fühlt, dirigierte die g-Moll-Symphonie in Konzerten am 31. Januar und 1. Februar 2013 und die „Jupiter“-Symphonie am 21. und 22. Dezember 2017 im Herkulessaal der Münchener Residenz. Die neue CD von BR Klassik präsentiert die beiden großartigen Schlusssteine von Mozarts symphonischem Schaffen in bester aufnahmetechnischer Klangqualität. "


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BR-Klassik

Herausragende Musikaufnahmen der drei Klangkörper des Bayerischen Rundfunks werden unter einer gemeinsamen Marke den Musikfreunden angeboten. Das Label heißt BR-KLASSIK. Zum Start sind acht Tonträger sowie eine DVD am 18. September 2009 veröffentlicht worden. Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 70 Aufnahmen.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks genießen sowohl in der Region als auch international einen außergewöhnlichen Ruf in Bezug auf Qualität, künstlerische Kreativität und die Vermittlung von klassischer Musik. Im Konzertsaal und in Hörfunk- und Fernsehübertragungen sind die drei Klangkörper regelmäßig zu hören. Herausragende Konzerte, besonders gelungene Interpretationen und selten zu hörende Werke werden nun unter der gemeinsamen Marke BR-KLASSIK auf dem hauseigenen Label dokumentiert.

Das CD-Label BR-KLASSIK ist organisatorisch bei der BRmedia Service GmbH angesiedelt, dem für die Zweitverwertungen zuständigen Tochterunternehmen des Bayerischen Rundfunks, und wird von Stefan Piendl als Label-Manager geleitet. Mit ihm und Peter Alward als A&R-Consultant konnte der Bayerische Rundfunk zwei erfolgreiche, externe Experten mit umfassender, internationaler Erfahrung für die Mitwirkung an seinem neuen Label BR-KLASSIK gewinnen.

Als logische und konsequente Fortsetzung der Surround-Sound-Offensive im Hörfunkprogramm von Bayern 4 Klassik, das ausgewählte Sendungen im Mehrkanalton und mit erhöhter Datenrate überträgt, werden auch die Tonträger-Veröffentlichungen des Öfteren als audiophile SACD produziert. Die Hybrid-SACD-Tonträger lassen sich als herkömmliche CD abspielen, enthalten aber auch eine Stereo-Spur im hochauflösenden DSD-Format sowie eine Mehrkanal-Fassung in 5.0 bzw. 5.1-Surround.

In der Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks historische Aufnahmen des Labels zu Gehör. Z.B. war an zwei denkwürdigen Konzertabenden die Pianistin Martha Argerich zu Gast, 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 unter Seiji Ozawa.

Im Vertrieb werden die Neuerscheinungen von BR-KLASSIK weltweit durch NAXOS betreut. Damit ist eine bestmögliche Präsenz auf allen wichtigen internationalen Märkten gewährleistet. Neue Aufnahmen werden im Highprice-Segment veröffentlicht, die CDs der ARCHIVE- und WISSEN-Serie auf Midprice. Zu einer modernen Vertriebsstruktur gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit des digitalen Downloads über Musikportale wie iTunes, Musicload u.a.. Auch dieser Vertriebsweg wird über die Firma NAXOS erschlossen. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit Tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK.


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