> > > Reger, Max: Orgelwerke Vol.5: Gerhard Weinberger, Orgel
Sonntag, 17. Oktober 2021

Reger, Max: Orgelwerke Vol.5 - Gerhard Weinberger, Orgel

Undankbare Fracht, Teil I


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit Folge 5 seiner Gesamteinspielung der Orgelwerke Max Regers wendet sich Gerhard Weinberger jenen Sammelopera zu, die von manchen Interpreten zyklisch eingespielt werden, auch wenn sie so nicht intendiert sein mögen.

Mit Folge 5 seiner Gesamteinspielung der Orgelwerke Max Regers wendet sich Gerhard Weinberger dem ‚Kleinvieh‘ zu, jenen Sammelopera, die von manchen Interpreten zyklisch eingespielt werden, auch wenn sie so nicht intendiert sein mögen. Während der siebensätzigen Orgelsuite g-Moll op. 92 eine intensive innere Logik innewohnt, sind Sammelwerke zwar in sich stimmig und durchdacht, aber eben eher nicht zyklischer Natur. Wobei gerade die zwölf 'Monologe' op. 63 von starker zyklischer Überzeugungskraft sind (und exakt auf eine CD passen). Leider erfährt man in dem Booklet der vorliegenden Doppel-SACD nichts über die Auswahlkriterien der Stücke, die in sich einen vielfältigen, aber nicht bunten, sondern klug konzipierten ‚Strauß‘ ergeben (gerade bei Regers rund hundert Choralvorspielen sind bei anderweitiger Konzeption interpretatorische Routine und Hörabstumpfung möglich).

Präludien/Toccaten und Fugen, Charakterstücke und Choralvorspiele alternieren hier und ergeben zwei ‚Orgelkonzerte‘ stark auch kirchenmusikalisch empfundener Prägung. Dabei spielen die gewählten Orgeln eine zentrale Rolle: zum einen die Sauer-Orgel (1904) der Michaeliskirche in Leipzig, zum anderen die Furtwängler & Hammer-Orgel (1899) in St. Nicolai zu Lüneburg – zwei Instrumente, die wunderbar intimer, warmer Klänge fähig sind und an Regers Fähigkeit, ein Forte auf dem Klavier nie brutal klingen zu lassen, erinnern. Hier klingt alles im besten Sinne organisch, gleichzeitig ‚unsäkularisiert‘ (eine Gefahr, der sich manche Konzertorganisten gegenüber sehen) und von starker interpretatorischer Aura. Beide Instrumente sind bestens restauriert, und wenn es mechanische Nebengeräusche gibt, so tragen diese nur zum realistischen Eindruck bei. Toccata und Fuge e-Moll sind den 'Monologen' op. 63 entnommen, Präludium und Fuge F-Dur den 'Vier Präludien und Fugen' op. 85; dazu erklingen Präludium und Fuge fis-Moll aus op. 82 (eine eigene Orgeltranskription eines Klavierwerkes) sowie Präludium und Fuge gis-Moll WoO IV/15 (leider ist das Tracklisting nicht rundum auf dem aktuellsten Forschungsstand – der Booklettext hingegen, ebenso wie die gewählte Notenausgabe, sehr wohl). Dazwischen bietet Weinberger fünf der 'Zwölf Stücke' op. 65 und sechs der 'Zehn Stücke' op. 69, darunter gleichermaßen Charakterstücke und formal strengere Sätze, sowie sechzehn Choralvorspiele. Und für alles findet er stets durchaus den eigenen passenden Ton.

Die ausgezeichnete Interpretation findet ihre Entsprechung in der kongenialen Aufnahmetechnik, die die Interpretenintentionen, die Instrumente und den Aufnahmeraum gleichermaßen in voller Konsequenz und herrlichem Reichtum dem Hörer mitteilt. Die klangliche Unmittelbarkeit und die weiträumige Aufnahmeakustik geben der Musik Raum zum Atmen und dem Hörer Raum, sich in ihr zu verlieren. Wieder einmal sehr empfehlenswert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Reger, Max: Orgelwerke Vol.5: Gerhard Weinberger, Orgel

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
2
18.07.2018
Medium:
EAN:

CD SACD
761203784028


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Reger, Max
 - Aus Monologe op.63 - Toccata
 - Aus Monologe op.63 - Fuge
 - Dir, dir Jehova will ich singen -
 - Gott des Himmels und der Erden -
 - Herzlich thut mich verlangen -
 - Jesu Leiden, Pein und Tod -
 - Jesus, meine Zuversicht -
 - Jesu, meine Freude -
 - Komm, o komm, Du Geist des Lebens -
 - Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren -
 - Consolation E-Dur -
 - Präludium d-Moll -
 - Fuge d-Moll -
 - Canzone Es-Dur -
 - Scherzo d-Moll -
 - Präludium fis-Moll -
 - Fuge fis-Moll -


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Interpret(en):Weinberger, Gerhard


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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