> > > Amsterdam Sinfonietta spielt Bartok und Brahms: Amsterdam Sinfonietta, Candida Thompson
Mittwoch, 14. April 2021

Amsterdam Sinfonietta spielt Bartok und Brahms - Amsterdam Sinfonietta, Candida Thompson

Die Alles-Spieler aus dem Niederlanden


Label/Verlag: Channel Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Streicher der Amsterdam Sinfonietta sind wahrlich keine unbekannten in den Konzertsälen der Welt. Ihre stilistische Vielseitigkeit kennt anscheinend keine Grenzen – oder doch?

Seit fünfzehn Jahren ist Candida Thompson die künstlerische Leiterin der Amsterdam Sinfonietta. Sie führt das Ensemble als Konzertmeisterin vom 1. Pult aus. Die neue CD erzählt stolz davon, dass inzwischen auch fünfzehn Produktionen veröffentlicht wurden – es sind Aufnahmen mit unterschiedlichsten Werken aus der Romantik und dem 20. Jahrhundert, von Schubert über Tschaikowsky bis Mahler und Piazzolla. Die Konzertprogramme des Ensembles sind vielseitig und verraten keinerlei Berührungsängste mit Künstlern anderer Sparten, auch mit Popmusikern. Es verlangt viel Mut und Fantasie, angesichts eines relativ schmalen Repertoires für ein reines Streicherensemble, immer wieder Neues zu finden, wenn man im harten Musikgeschäft bestehen will. Die neue CD, die bereits vor zwei Jahren aufgenommen wurde, verbindet ein Werk, das original für Streichorchester geschrieben wurde (Bartók) mit dem zweiten Streichquintett von Brahms in einer Orchesterversion.

Getrübter Genuss

Dass die Musiker der Amsterdam Sinfonietta Können und Erfahrung vereinen, steht außer Frage. Und so sind denn auch die Tempi beim 'Divertimento' mitreißend, die so wichtigen Wechsel in der Dynamik werden ausgereizt, was zusätzlich Spannung schafft, die Musik pulsiert, jede noch so rhythmisch-vertrackte Stelle wird souverän gemeistert. Ein Wermutstropfen ist allerdings die Tatsache, dass die Techniker dem Ganzen eine Spur zuviel Hall beigemischt haben. Damit nähert sich der klangliche Umfang des 20-köpfigen Streicherensembles dem eines Sinfonieorchesters, was ja eigentlich kaum im Sinne Bartóks ist. Die Gefahr, dass manches nicht so gestochen scharf und durchsichtig herauskommt, wie es sein sollte, ist nicht gebannt. Etliches verschwimmt regelrecht, so dass man als Hörer nicht sicher ist, ob es präziser nicht geht, weil ein Dirigent fehlt, oder ob es an der klanglichen Abmischung liegt. Insgesamt also ein etwas getrübter Genuss beim Anhören der ansonsten hohen Spielfreude der niederländischen Musiker.

Fataler Hall

Wenn man am 'Divertimento' von Bartók trotz Einschränkung noch Gefallen finden kann, so stellt sich bei Brahms doch die Frage, ob es nicht ein unerlaubter Eingriff in die künstlerische Idee des Streichquintetts ist, alle Stimmen chorisch zu besetzen. Das Werk ist kammermusikalisch konzipiert, es geht um jede einzelne Stimme und ihre Rolle im ganzen Gefüge. Thematische Abspaltungen ziehen sich durch die Stimmen, die rhythmische Struktur ist ziemlich kompliziert. Es sind selten reine Klangflächen zu gestalten, sondern der hohe Reiz dieses großartigen Quintetts liegt gerade darin, dass das Gewebe der fünf Stimmen in seiner Vielgestaltigkeit einen mitreißenden Eindruck auf den Hörer hat. Die ‚aufgeblasene‘ Fassung der Amsterdam Sinfonietta lässt all das zu einem Einheitsbrei verkommen, in dem die einzelnen Stimmen regelrecht untergehen. Und wieder spielt der zugefügte Hall eine fatale Rolle – noch fataler als beim 'Divertimento'.

Dass bei Brahms auch Bezüge zur Volksmusik wie dem Zwiefachen oder dem Csardas auftauchen, ist bei ihm ja keine Seltenheit. Im Beiheft wird besonders eine Parallele zwischen Bartók und Brahms bei der Verwendung der (ungarischen) Volksmusik hervorgehoben. Das kann man natürlich machen, ist aber tatsächlich nur ein Aspekt von vielen möglichen und wird beiden Werken nicht gerecht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Amsterdam Sinfonietta spielt Bartok und Brahms: Amsterdam Sinfonietta, Candida Thompson

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Channel Classics
1
11.07.2018
Medium:
EAN:

CD
723385375180


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Bartók, Béla
Brahms, Johannes


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Channel Classics

Channel Classics Records is a quality record label based in Holland. Director, producer and recording engineer is C. Jared Sacks. Having grown up in Boston Massachusetts, schooled at Oberlin Conservatory and the Amsterdam Conservatory of music with 15 years experience playing French Horn, Jared decided to make his hobby of recording a profession in 1987. The label started in 1990 with the name Channel Classics coming from the street he lived on in Amsterdam. (Kanaalstraat).
Jared and his Dutch wife Lydi Groenewegen together with a group of assistants work closely with distributors in 37 countries to promote the artists through the CD?s.


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