> > > Staatskapelle Dresden Vol.43: Staatskapelle Dresden, Karl Böhm
Donnerstag, 9. Juli 2020

Staatskapelle Dresden Vol.43 - Staatskapelle Dresden, Karl Böhm

Aus Oper und Konzert


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der junge Karl Böhm mit Repertoire, das er später nur noch teilweise pflegte.

1933 übernahm Karl Böhm die Leitung der Staatskapelle Dresden; die ersten Aufnahmen erfolgten im April 1935 für die Electrola. Die vorliegende Edition enthält eine Auswahl aus Böhms Aufnahmen bis 1940 – allesamt eher kurze Werke, maximal vier Grammophonplattenseiten lang, vornehmlich Werke, die sich großer Popularität erfreuten. Nachdem die verfemten Dirigenten aus den Schallplattenkatalogen gestrichen worden waren, bestand Bedarf an Neuproduktionen mit regimetreuen Musikern, und Karl Böhm (der nie Mitglied der NSDAP war, wohl aber in Hitlers Gottbegnadeten-Liste aufgenommen wurde), damals noch am Anfang seiner Karriere, stand passend parat. Die ersten Aufnahmen entstanden noch im Berliner Electrola-Studio, doch schon bald wurde die Semperoper zum Aufnahmeort.

Überzeugender Klang

Die Aufnahmen überzeugen klanglich durch ein weites dynamisches Spektrum fast ohne Verzerrungen, die Stellschrauben in Bezug auf die Knisterunterdrückung wurden wohltuend nicht zu weit gedreht, so dass sich die Raumakustik ebenso wie die differenzierte musikalische Ausarbeitung rundum überzeugend vermitteln. Etwas zu kurz kommen nur die tiefen Frequenzen.

Die große Frische der Interpretationen überträgt sich unmittelbar. Gleich die ersten beiden Tracks der Doppel-CD – Musik von Johann Strauß Sohn ('Fledermaus'-Ouvertüre und Intermezzo aus 'Tausend und eine Nacht', beide 1938) – versprühen Witz und gute Laune, besitzen dabei einen Puls, den Böhm in keiner seiner späteren Interpretationen ganz erreichte. Jugendliche Frische findet sich auch in den Ouvertüren zu 'Die Entführung aus dem Serail' und 'Die Hochzeit des Figaro' (beide 1939). Nicht immer ist das Orchester ganz exakt, gerade etwa im Vergleich zu Fritz Busch, der vor Böhm das Dresdner Orchester ganz besonders gefordert und geformt hatte.

Transparente Texturen

Beethovens 'Leonore III'-Ouvertüre (1938) und auch die 'Egmont'-Ouvertüre (1935) sind voller Ernst und Dramatik, atmen unter Böhms Händen hier keine tiefgründige Schwere; schon 1944 würde Böhm für 'Leonore III' anderthalb Minuten länger benötigen. Gleiches gilt für die Ouvertüren zu Webers 'Freischütz' (herrlich fließend die Hörner in der langsamen Einleitung) und 'Oberon' (1938 bzw. 1939) sowie Humperdincks 'Hänsel und Gretel' (1939), und auch die Ballettmusiken aus Lortzings 'Undine' und 'Zar und Zimmermann' (diese beiden wurden noch 1935 in Berlin produziert) sowie die Ouvertüren zu Rezniceks 'Donna Diana' (1938) und Smetanas 'Verkaufte Braut' (1939) erfahren eine sorgsame, weniger exuberante Wiedergabe als bei manch anderen Zeitgenossen. Klarer Vorteil dieses Zugangs ist die größere Transparenz der Texturen, die sonst gelegentlich verloren gehen können.

Ergänzt wird diese Auswahl aus deutschen Bühnenwerken durch ein paar italienische ‚Schlager‘ – die Ouvertüre zu Verdis 'Aida' und die Intermezzi aus Leoncavallos 'Bajazzo' und Mascagnis 'Cavalleria Rusticana', ergänzt um den Osterchor aus 'Cavalleria Rusticana' und den Rákóczy-Marsch aus Berlioz‘ 'La Damnation de Faust' (alle 1938/39) – Repertoire mithin, das Böhm später nicht mehr auf Tonträger vorlegen würde.

Mozarts 'Kleine Nachtmusik' ist ein Fremdkörper in der Edition, besser passen hier Schuberts 'Militärmarsch' D 733/1 in Orchesterfassung, ein Ausschnitt aus Tschaikowskys 'Capriccio italien', Strauß‘ 'Kaiserwalzer', zwei 'Ungarische Tänze' von Brahms und ein 'Rondino giocoso' von Theodor Berger, das die Dresdner Staatskapelle 1938 unter Wilhelm Furtwängler aus der Taufe gehoben hatte.

Rundum überzeugen in Böhms Interpretationen die sorgfältige Austarierung des Orchesterklangs, die in sich schlüssigen und nicht extravaganten Tempi (die Böhms Interpretationen bis ins Alter auszeichnen sollten), die schöne Hervorhebung der jeweiligen Orchestersoli oder -gruppen. Die vorliegenden Einspielungen sind auch in der Warner-Box 'Karl Böhm – The Early Years' enthalten (2017 erschienen); die Warner-Box postuliert, sämtliche Dresdner Einspielungen Böhms zu enthalten (auf 14 CDs) – die vorliegende Doppel-CD ist in der Tat nur eine Auswahl.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Staatskapelle Dresden Vol.43: Staatskapelle Dresden, Karl Böhm

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Profil - Edition Günter Hänssler
2
15.06.2018
Medium:
EAN:

CD
881488180350


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Beethoven, Ludwig van
Brahms, Johannes
Humperdinck, Engelbert
Leoncavallo, Ruggero
Lortzing, Albert
Mascagni, Pietro
Mozart, Wolfgang Amadeus
Schubert, Franz
Smetana, Bedrich
Strauß, sen., Johann
Tschaikowsky, Peter
Verdi, Giuseppe
Weber, Carl Maria von


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
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