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Montag, 30. März 2020

Sibelius/Rautavaara: Violinkonzerte - Tobias Feldmann, Orchestre Philharmonique Royal de Liège, Jean-Jacques Kantorow

Besser ungewohnt als traditionell


Label/Verlag: Alpha Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit dem Violinkonzert von Einojuhani Rautavaara scheinen sich die Musiker hier wohler zu fühlen als bei Sibelius.

Während das Violinkonzert von Jean Sibelius nachgerade Standardrepertoire ist, gehört das 1977 in New York vollendete Werk von Einojuhani Rautavaara zu den Raritäten. Dabei ist die Komposition von hoher Attraktivität, wenn auch gleichzeitig zeitgebunden und mit einem gehörigen ‚amerikanischen Touch‘ versehen. Neben zwei finnischen Einspielungen können wir das spannende zweisätzige Werk nun auch in der hier vorliegenden Produktion mit dem hessischen Geiger Tobias Feldmann und dem Orchestre Philharmonique de Liège unter Jean-Jacques Kantorow genießen, der sich nach seiner geigerischen Karriere einen großen Namen als Dirigent gemacht hat.

Die Interpretation ist von großer Eleganz und kühler Schlankheit, mit großem Obertonreichtum – im Gesamteindruck von größerer Klangvielfalt etwa als die Ondine-Einspielung mit Elmar Oliveira unter Leif Segerstam. Hier wie im Sibelius bedienen Feldmann und Kantorow ein ausgesprochen weites Spektrum an Stimmungen und Valeurs, ist die emotionale Dichte von großer Intensität. Allerdings scheinen sich die Musiker beim Rautavaara wohler zu fühlen als bei dem Standardwerk, in dem sie sich immer wieder im Detail verfangen und der große Bogen gelegentlich etwas verloren zu gehen droht. Doch für den Rautavaara bleibt die Neueinspielung wohl unverzichtbar.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sibelius/Rautavaara: Violinkonzerte: Tobias Feldmann, Orchestre Philharmonique Royal de Liège, Jean-Jacques Kantorow

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Alpha Classics
1
08.06.2018
Medium:
EAN:
CD
3760014193576

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Rautavaara, Einojuhani
Sibelius, Jean


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Alpha Classics

"Haute-Couture-Label", "Orchidee im Brachland der Klassikbranche" oder schlicht "Wunder", das sind die Titel mit denen das französische Label ALPHA von der Fachpresse hierzulande bedacht wird. In der Tat ist die Erfolgsgeschichte des Labels ein kleines Wunder. Honoriert wurde hiermit die Pionierlust und Entdeckerfreude des Gründers Jean-Paul Combet und die außerordentliche Qualität seiner Künstler und Ensembles (z.B. Vincent Dumestre, Marco Beasley, Christina Pluhar u.v.a.), aber auch die auffallend schöne, geschmackvolle Präsentation der Serie "ut pictura musica" mit ihren inzwischen mehr als 200 Titeln. Das schwarze Front-Layout und die Grundierung mit venezianischem Papier im Innern sind mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden wie die ausgesprochen stimmungsvollen Fotografien der Aufnahmesitzungen durch den Fotografen Robin Davies. Das Programm umfasst die Zeitspanne von der mittelalterlichen Notre Dame-Schule bis hin zur klassischen Moderne, doch ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt auf Alte Musik zu erkennen. Innerhalb des Labels möchte die zweite, auch "Weiße Reihe" genannte, Serie "Les Chants de la terre" die ältesten Quellen musikalischen Ausdrucks erkunden. Mit Virtuosität und Spielfreude widmet man sich hier dem Beziehungsfeld von schriftlich überlieferten und mündlich weitergegebenen Musiktraditionen, um alte Melodien zu neuem Leben zu erwecken. Trotz akribischer musikwissenschaftlicher Recherche geht es hier nicht um eindimensionale, akademisch trockene Werktreue, sondern um lebendigen Umgang mit altem Material.


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