> > > Mulet, Henri: Sämtliche Orgelwerke: Friedhelm Flamme, Orgel
Samstag, 17. November 2018

Mulet, Henri: Sämtliche Orgelwerke - Friedhelm Flamme, Orgel

Heiligstes Herz


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Orgelmusik des französischen Komponisten Henri Mulet: eine ziemlich runde Sache.

Schon seit längerer Zeit bereichert der für cpo tätige Organist Friedhelm Flamme mit seinen Orgelaufnahmen auf SACD das Repertoire für die Königin der Instrumente. Dank des sehr guten Mehrkanal-Klangbildes werden hier nicht nur stets unbekanntere Werke dokumentiert, sondern es kommt auch das jeweilige Instrument in seiner ihm eigenen Kirchenakustik zur Geltung. So wird auch über die hinteren Surround-Lautsprecher verstärkt Klang ausgegeben. Diese neue Doppel-SACD mit dem Gesamtwerk für Orgel des Pariser Komponisten Henri Mulet (1878–1967) macht da keine Ausnahme. Lauscht man den knapp neunzig Minuten umfassenden, melodisch-impressionistisch gefärbten Stücken im Surround-Format, entsteht zwangsweise der Eindruck, man würde tatsächlich in der Stiftskirche zu Bad Gandersheim sitzen und der romatisch geprägten Mühleisen-Orgel (inklusive Schwellwerk) lauschen, die sich durch einen überdurchschnittlich warmen, schwebenden und zugleich auf angenehme Weise durchdringenden Klang auszeichnet (Stichwort Tiefbass im Bourdon).

Dass Mulet Schüler von Alexandre Guilmant, Charles Marie Widor und Louis Vierne war, kann seinen überwiegend kontemplativ gehaltenen zehn 'Esquisses Byzantis' zwar angehört werden, alleine seine unmittelbar ins Ohr gehenden Melodien und die wunderbar schwebende Harmonik machen aus seinen formal eher einfach gearbeiteten, kurzen Stücken – das längste dauert rund 7 Minuten – jedoch mehr als nur einen Epigonen. Dieser 1920 publizierte Werkzyklus nimmt zudem nicht nur in den Satzüberschriften Bezug auf die bekannte Pariser Basilika Sacré-Cœur, in dessen Nähe Mulet laut Booklet geboren wurde und in der sein Vater als Chorleiter arbeitete. So imitiert 'Rosace' (Fensterrose) durch gleichsam kreisende Figuren das Bild einer Kirchenfensterrosette, während in 'Campanile' (Glockenturm) mittels ‚Oktavpendel‘ in der Tiefe quasi die Glocke erklingt. Erweitert wird das Miteinander von Programm- und Kirchenmusik durch Stücke wie 'Procession', 'Chant funèbre' oder 'Noël'.

Behutsame Modernität

Auf die zweite CD verteilt sich mit den drei 'Offertoires', zwei 'Sorties' (Auszug aus der Kirche), einer 'Prière', der 'Méditation religieuse' und dem 'Angélus' Mulets restliches Orgelwerk. Abgesehen von den wenigen tänzerischen Stücken bleibt es auch hier insgesamt vom Charakter her eher ruhig und einschmeichelnd kantabel. Wer die langsamen Sätze aus Widors Orgelsinfonien mag, wird sich hier sofort heimisch fühlen. Friedhelm Flammes Zugriff bzw. Registrierung führt auch hier wieder einmal dazu, dass die behutsame Modernität Mulets unmittelbar verständlich erscheint. Nicht zuletzt dank der Orgel selbst und der exzellenten Tontechnik heben sich die melodieführenden Stimmen jederzeit klar ab. Der cpo-typisch gewohnt informative und umfangreiche Booklet-Text sorgt für einen runden Gesamteindruck.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mulet, Henri: Sämtliche Orgelwerke: Friedhelm Flamme, Orgel

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
31.05.2018
EAN:

761203504022


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Mulet, Henri
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Nef
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Vitrail
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Rossace
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Chapelle des morts
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Campanile
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Procession
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Chant funèbre
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Noel
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - In Paradisum
 - Esquisses Byzantines. Dix Pièces pour Grand-Orgue - Tu es petra et portae non praevalebunt adversus te


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Interpret(en):Flamme, Friedhelm


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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