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Donnerstag, 22. Oktober 2020

Beethoven, Ludwig van: Sonate op.106/Ouvertüre Leonore+Fidelio - Leipziger Streichquartett

Hammerklavier mal anders


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Leipziger Streichquartett lässt mit transkribierten Raritäten aufhorchen.

Beethovens 'Hammerklavier-Sonate' für Streichquartett? Ja, richtig gelesen. Gibt es. David Plylar, Kustos an der Library of Congress/Washington D.C. hat sich tatsächlich der Herausforderung gestellt, dieses Opus magnum entsprechend zu transkribieren. Gefürchtet für seine spieltechnischen Höchstschwierigkeiten unter Pianisten, stellt auch die bearbeitete Fassung erhebliche Anforderungen an die Ausführenden. Denen sind die Mitglieder des Leipziger Streichquartetts aber gewachsen – und so funktioniert diese außergewöhnliche Version bemerkenswert gut. Zum einen, weil Plylar ein satztechnisch äußerst kompetenter Wurf gelungen ist, zum anderen weil die Musiker diesen hervorragend umsetzen.

Die Formation um Primarius Conrad Muck überzeugt schon im 'Allegro' mit luzider Stimmführung und exakter Intonation. Hellwaches, vitales Musizieren kennzeichnet auch das 'Scherzo', im 'Adagio' glänzt das LSQ mit warmen Kantilenen. Den an polyphoner Verdichtung kaum zu überbietenden Finalsatz meistert es mit prägnanter Artikulation. Nicht ganz so ‚abgefahren‘ wie das Hammerklavier-Arrangement, definitiv aber ebenfalls Raritäten sind die beiden zusätzlich enthaltenen Quartett-Fassungen von Beethovens Ouvertüren 'Leonore III' und 'Fidelio'. Im Gegensatz zur Sonatentranskription gehen diese auf historische Verwendungen für den ‚Hausgebrauch‘ zurück. Auch sie werden den Originalen satztechnisch gerecht. Wiederum versteht es das LSQ, die musikalische Essenz spannungsgeladen und durchhörbar zu transportieren – wirkungsvoll imitierte Trompeten-Fanfare inklusive. Ein rundum gelungenes Album also, auch die Klangeigenschaften der hochwertigen Instrumente wissen zu begeistern.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Beethoven, Ludwig van: Sonate op.106/Ouvertüre Leonore+Fidelio: Leipziger Streichquartett

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
MDG
1
15.06.2018
Medium:
EAN:
CD
760623207223

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Beethoven, Ludwig van


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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