> > > Wagner, Richard: Tristan und Isolde: Bayreuth 2009, Peter Schneider
Donnerstag, 23. Mai 2019

Wagner, Richard: Tristan und Isolde - Bayreuth 2009, Peter Schneider

Theatermusik


Label/Verlag: Opus Arte
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die 2009 aufgezeichnete Aufführung aus Bayreuth kann weniger durch stimmlichen Wohlklang als vielmehr durch Lebendigkeit und Inhalt überzeugen. Robert Dean Smith ist für diesen positiven Eindruck maßgeblich verantwortlich.

Bei aller Elegie, bei allem Klangzauber, in dem man sich bei Wagner und gerade im 'Tristan' verlieren kann, bei allem Stimmfetischismus, der sich in diesen Opern einstellen kann, vergisst man manchmal beinahe, dass es großartige Theatermusik ist, wenn man sie entsprechend spielt. Und das ist hier der Fall. Die vorliegende CD-Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt vom 09. August 2009 aus Bayreuth, der erst neun Jahre nach der Aufzeichnung erschienen ist.

Dem Hörer wird viel Geduld abverlangt, bis er die vorliegende Aufnahme zu würdigen weiß. Nahezu den ganzen ersten Akt hindurch sind die Sänger äußerst schwer textverständlich, singen aufgeregt und schrill, das Orchester tönt. Ein roter Klangfaden will sich kaum entwickeln und erst aus dem Rückblick aus dem zweiten Akt heraus kann man das Gehörte einordnen, als Interpretation deklarieren. Ab dem zweiten Akt finden nämlich alle Sänger, Orchester und Dirigent zueinander, musizieren miteinander und setzen Schwerpunkte. Iréne Theorin verfügt zwar immer noch über ihren mächtigen Sopran, der oft schrill und etwas ältlich klingt, aber sie weiß auch zu differenzieren, singt Phrasen von berückender Schönheit, Klarheit und Innigkeit. In dem Moment, in dem sie sich mehr Ruhe gönnt, dynamisch etwas zurückfährt, tun sich Klangfarben auf, von welchem man zuvor glaubte, sie habe sie gar nicht. Nun fällt auf einmal auf, wie konsonantenreich ihre Sprache ist. Das hilft der Verständlichkeit auch nicht immer, aber immerhin wird deutlich, dass ein Bewusstsein für den Text und erst recht für dessen Inhalt existiert.

Überzeugendes Ensemble

Robert Dean Smith ist ein Tristan erster Güte. Zwar klingt seine offene Tenorstimme auch nicht immer rund und schön, jedoch weiß er sie stets differenziert einzusetzen, gestaltet den Text äußerst verständlich, zeigt kaum Ermüdungserscheinungen – erst ganz am Ende seiner Partie hört man, dass er ein wenig kämpft, aber das sei ihm bei der schonungslosen Rollengestaltung zugestanden. Er bleibt bis zum Schluss differenziert in Dynamik und Phrasierung. Dabei hilft ihm sicherlich das Dirigat von Peter Schneider. Er schont seine Sänger nicht, entfaltet den Orchesterklang in aller Fülle, bleibt dabei aber immer transparent. Auf den Pfeilern seines Dirigats, seiner Agogik entfaltet sich der Theaterabend. Er nimmt Tempo zurück und zieht es an, so dass die Sänger in ihrer Rolle sich darauf stützen können.

Der König Marke von Robert Holl ist mit seiner runden Bassstimme so abgrundtief enttäuscht, dass es zu Herzen geht. Jedoch ficht Holl einen Kampf mit den hohen Tönen aus, den er manchmal nur gerade eben so gewinnt und der ihn hörbar anstrengt. Jukka Rasilainen poltert als Kurwenal an Tristans Seite, gestaltet die Partie aber adäquat, denn wirklich lange Bögen muss dieser Charakter nicht unbedingt entfalten. Ralf Lukas gibt einen klangschönen und damit überzeugend verschlagenen Melot. Michelle Breedt schließlich gibt die Brangäne. Im ersten Akt stiehlt sie Iréne Theorin mit ihrem dunklen Mezzo und leuchtender Höhe fast ein wenig die Show. Besser verständlich ist sie allerdings auch nicht. Das im Rückblick doch sehr stimmige Ensemble wird abgerundet von Clemens Bieber als Junger Seemann, Arnold Bezuyen als Hirte und Martin Snell als Steuermann.

Die Aufnahme ist zu empfehlen für alle, die nicht nur Wert auf schöne Stimmen legen, sondern eine wirklich dramatische Handlung ohrenfällig präsentiert haben möchten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Wagner, Richard: Tristan und Isolde: Bayreuth 2009, Peter Schneider

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Opus Arte
1
15.06.2018
EAN:

809478090335


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Wagner, Richard


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