> > > Schubert, Franz: Sonate D 960/4 Impromptus D 935: Marc-André Hamelin
Montag, 10. Dezember 2018

Schubert, Franz: Sonate D 960/4 Impromptus D 935 - Marc-André Hamelin

Klangästhetik


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Es bleibt dabei: Was Marc-André Hamelin pianistisch anfasst, gelingt.

Dass Marc-André Hamelin in virtuoser Hinsicht so schnell niemand etwas vormacht, ist bekannt. Auch sein Faible für die Beschreitung ganz neuer, bislang kaum ergründeter Wege in puncto pianistischer Literatur hat sich herumgesprochen. Längst hat er aber auch bei der Erarbeitung klassischen Repertoires (etwa in seinen unbedingt hörenswerten Haydn- und Mozart-Einspielungen) Maßstäbe gesetzt, auf seinem neuesten, beim Label Hyperion erschienenen Album widmet er sich nun spätem Schubert.

Immense Bandbreite

Im Mittelpunkt steht die große B-Dur-Sonate D 960 – und Hamelin macht daraus wirklich Großes. Technisch über jeden Zweifel erhaben, führt er ergänzend dazu von Anfang an auch seine immense Bandbreite an klangästhetischen Möglichkeiten vor. Mittelstimmen erscheinen in neuartigem, ungewohnt hörbarem Licht. Ganz im Geist des musikalischen Gehalts hat es der sonst oftmals so virtuose Hexenmeister hier gar nicht eilig. Immer wieder nimmt er sich Zeit, um ausklingende Phrasen intensiv wirken zu lassen, und setzt auf verinnerlichende Atempausen. Im ausladenden cis-Moll-Satz versenkt er sich mit beseelter klanglicher Wärme in die harmonisch komplexen Abgründe. Mit einem Mal aufblühende, strahlende Akkord-Schönheit steht hier unmittelbar neben wie entrückt wirkender Melancholie.

Ungewohnte Impulse

Im Mittelteil des Scherzo verleiht er der Basslinie vergleichsweise ungewohnte Impulse – ein Konzept, das überraschend schlüssig aufgeht und beweist, dass er jederzeit in der Lage ist, auch oftmals gehörten Werken einen neuen, eigenen Anstrich zu verleihen. Im Finalsatz kontrastiert unprätentiös dargestellte Schlichtheit mit großer vollgriffiger Geste – beide Aspekte beherrscht Hamelin souverän. Daneben enthalten sind auf dem Album die vier Impromptus D 935, die in ebenso ausdrucksstarkem Glanz erstrahlen. Feinfühlig gespannte melodische Bögen treffen auf klug gesetzte dynamische Impulse und glitzernde Ornamentik. Auf diese Weise geraten auch die hier und da in Schuberts Spätwerk etwas repetitiven Strukturen niemals in die Gefahr, gefühlte Längen aufzuweisen, sondern behalten stets innere Spannung und individuell variablen Ausdruck. Statisch aufgeladene Tremoli im Allegro moderato f-Moll oder empfindsam gesungene Lyrik im Allegretto As-Dur – die Nuancen in Hamelins Anschlag sind so vielgestaltig wie das motivische Material des dritten Stücks (Tema con variazioni), mit dem der Kanadier wirkungsvoll spielt. Anders ausgedrückt: Mit diesem rundum überzeugenden Gesamtpaket startet er einen ernstzunehmenden Angriff auf die Referenz-Aufnahmen von Schubert-Koryphäen wie Alfred Brendel, Claudio Arrau oder Grigory Sokolov.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schubert, Franz: Sonate D 960/4 Impromptus D 935: Marc-André Hamelin

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Hyperion
1
04.05.2018
EAN:

034571282138


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Schubert, Franz


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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