> > > Michael Blake: The Philosophy of Composition: Works for Violoncello and Piano
Dienstag, 18. Mai 2021

Michael Blake: The Philosophy of Composition - Works for Violoncello and Piano

Traditionell gebundene eigene Welt


Label/Verlag: WERGO
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Friedrich Gauwerky und Daan Vandewalle halten ein überzeugendes Plädoyer für den südafrikanischen Komponisten Michael Blake.

Harmonisch scheint die Musik des südafrikanischen, heute in Frankreich lebenden Komponisten Michael Blake (geb. 1951) gar nicht so komplex, doch im Lauf der vorliegenden CD erweisen sich andere Parameter als weit bedeutsamer. Komplexe metrische und rhythmische Gebilde werden nicht zuletzt durch die nahezu minimalistische harmonische Komponente auf interessante Weise in den Fokus gerückt. Neben 'The Philosophy of Composition' (2009) nach einem Essay von E. A. Poe, der 'Sonata' (2016), 'Connectivity' (2008) und einem 'song without words' (1975) für Violoncello und Klavier erklingen zwei Werke für Violoncello solo ('the richter scale', 2013, und 'Pentimenti', 2012) sowie zwei Klavierkompositionen ('A Fractured Landscape', 2009, und 'Seventh Must Fall' aus 'Africosmos', Buch 4, 2015/16). Gerade durch diese gemischte Zusammenstellung kommen die Einzelkompositionen in all ihren feinen Facetten besonders zu ihrem Recht. Die teilweise fast improvisatorische, Jazz-angehauchte mit dem Untertitel 'Hours with the Masters' versehene 'Sonata' ist konzeptionell denkbar weit entfernt von klassischen Formgebilden, und die Referenzen auf die 'Masters' sind zwar hörbar, aber nie epigonal.

Der in Köln ansässige Cellist Friedrich Gauwerky und der belgische Pianist Daan Vandewalle haben sich seit langem als Spezialisten für Komplexes und Komplexestes einen Namen gemacht, und auch hier erfüllen sie die Erwartungen rundum. Eine spannende Entdeckungsreise durch eine nahezu unbekannte Klangwelt, traditionell gebunden und doch ganz eigen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Michael Blake: The Philosophy of Composition: Works for Violoncello and Piano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
WERGO
1
06.04.2018
64:34
2017
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
4010228736120
WER 73612

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"Unter den südafrikanischen Komponisten ist Michael Blake das wichtigste Bindeglied zu den amerikanischen und britischen Experimentaltraditionen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Verbindung lässt sich ebenso vom Temperament und dem ästhetischen Empfinden des Komponisten ableiten wie von der soziopolitischen Einordnung seiner Kompositionen. Blake hat sich intensiv mit Komponisten wie Charles Ives und John Cage beschäftigt und machte sich deren Offenheit in Bezug auf musikalische Strukturen und Materialien zu eigen. Dies ist hörbar in allen Werken, die auf dieser CD versammelt sind. Das Stück „song without words“ (1972) demonstriert Dekonstruktion, Spielwitz, Ungleichmäßigkeiten in Bezug auf den Rhythmus und andere musikalische Parameter, Ironie und ein postmodernes referenzielles Bewusstsein. Die sieben anderen Werke auf dieser CD stammen aus den Jahren 2008-2016, einer Periode reifer Kompositions-tätigkeit, die mit dem Rückzug des Komponisten in das Dorf Hout Bay bei Kapstadt 2008 begann und mit seiner Übersiedelung nach Frankreich 2015 endete."


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WERGO

Als 1962 die erste Veröffentlichung des Labels WERGO erschien - Schönbergs "Pierrot lunaire" mit der Domaine musicale unter Pierre Boulez -, war dies ein Wagnis, dessen Ausgang nicht abzusehen war. Werner Goldschmidt, ein Kunsthistoriker, Sammler und Enthusiast im besten Sinne, war es, der - gemeinsam mit dem Musikwissenschaftler Helmut Kirchmayer - den Grundstein zu dem Label legte, das seit inzwischen 50 Jahren zu den führenden Labels mit Musik unserer Zeit zählt.
Noch immer hält WERGO am Anspruch, unter den Goldschmidt seine "studioreihe neue musik" gestellt hatte, fest: die hörende wie lesende Beschäftigung mit der neuen Musik anzuregen und in Produktionen herausragender InterpretInnen und von FachautorInnen verfassten ausführlichen Werkkommentaren zu dokumentieren.
Auf mehr als 30 Schallplatten kam die Reihe mit roter und schwarzer Schrift auf weißem Cover, dann wurde die Unternehmung zu groß für einen Einzelnen. Seit 1967 engagierte sich der Musikverlag Schott zunehmend für das Label, 1970 schließlich nahm Schott das Label ganz in seine Obhut. Seither wurden mehr als 600 Produktionen veröffentlicht, die ungezählte Preise erhalten haben und ein bedeutendes Archiv der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts darstellen.
Kaum einer der arrivierten zeitgenössischen Komponisten fehlt im Katalog. Ergänzt wird dieser Katalog seit 1986 durch die inzwischen auf über 80 Porträt-CDs angewachsene "Edition Zeitgenössische Musik" des Deutschen Musikrats, die mit Werken junger deutscher KomponistInnen bekannt macht. Neben dieser Zusammenarbeit bestehen Kooperationen mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe ("Edition ZKM") und dem Studio für Akustische Kunst des Westdeutschen Rundfunks ("Ars Acustica"). Im Bereich "Weltmusik" kooperiert WERGO eng mit dem Berliner Haus der Kulturen der Welt und der Abteilung Musik des Ethnologischen Museums Berlin. Die "Jewish Music Series" stellt die vielfältigen Musiktraditionen der jüdischen Bevölkerungen der Kontinente in ihrer ganzen Bandbreite vor. Zahlreiche Veröffentlichungen mit Computermusik sind in der Reihe "Digital Music Digital" erschienen. Neue Editionen wie die legendäre "Contemporary Sound Series" des Komponisten Earle Brown oder die des Ensembles musikFabrik kamen in den vergangenen Jahren hinzu.
Die Diversifizierung, die das Programm von WERGO seit seiner Gründung erfahren hat, ist der Weitung des zeitgenössischen musikalischen Bewusstseins ebenso geschuldet wie sie zu dieser stets beitrug - eine Aufgabe, der sich WERGO auch in Zukunft verpflichtet fühlt.


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