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Samstag, 25. Juni 2022

Internationaler Dt. Pianistenpreis 2017 - Eric Lu

Reflektierter Tiefgang


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eric Lu mit seinem Gewinner-Album des Deutschen Pianistenpreises.

2017 gewann Eric Lu den Deutschen Pianistenpreis, die mit dem Sieg verbundene CD-Einspielung ist bei Genuin erschienen. Mozarts Rondo a-Moll KV 511 fehlt ein wenig die Schwerelosigkeit, zu starke metrische Schwankungen schränken hier den musikalischen Fluss ein und geben seinem Mozartspiel eine zu romantisierende Note. Die kommt stilistisch wiederum Schuberts „Vier Impromptus“ D 899 zugute. Im c-Moll-Impromptu hört man, warum Lu nicht nur mit dem ersten Preis, sondern auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Mit atmungsaktiver Phrasierung versenkt er sich in die von Schubert schonungslos nach außen gekehrten Seelenzustände. Spielfreudig perlende Leichtigkeit verbindet er mit pathetischen Ausrufezeichen im Es-Dur-Impromptu. Reflektierten Tiefgang besitzen auch die beiden Stücke in Ges-Dur und As-Dur. Dazu gibt es noch Brahms´ „Sechs Klavierstücke“ op. 118. Vergleiche mit Großmeistern und Schubert- bzw. Brahms-Experten wie Grigory Sokolov oder Arcadi Volodos zu ziehen, wäre hier unfair. In der g-Moll-Ballade und dem f-Moll-Intermezzo haben dicht gedrängte Akkordfolgen bei Lu durch zu viel Pedal zu wenig Konturen. Teilweise zeigt er dennoch beachtliche pianistische Reife und romantisches Einfühlungsvermögen, hervorzuheben sind die Intermezzi a-Moll mit agogisch kernigem Zugriff und es-Moll mit ausgeprägter lyrischer Sensibilität. Unter etwas zu viel Hall hat leidet das aufnahmetechnische Klangbild.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Internationaler Dt. Pianistenpreis 2017: Eric Lu

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
06.04.2018
Medium:
EAN:
CD
4260036256031

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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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