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Mittwoch, 21. November 2018

Transcendence - Klavierwerke von Franck, Enescu und Liszt

Das Pianistische überwinden


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mihai Ritivoiu stellt sich mit seinem klug ausgewählten Programm als interessanter Musiker vor, dem die Gefahren pianistischer Selbstgefälligkeit sehr wohl bewusst sind.

Mihai Ritivoiu hat sich mit seiner bei Genuin classics erschienenen Debüt-CD ein anspruchsvolles Ziel gesetzt: ‚die Grenzen bloßer pianistischer Musik überschreiten‘. Zu diesem Zweck hat Ritivoiu drei großformatige, höchst schwierige Klavierwerke von César Franck, George Enescu und Franz Liszt ausgewählt.

Bei 'Prélude, Choral et Fugue' von Franck gilt es, einen weiten Bogen zu spannen von der kunstvoll umspielten Motivik des Prélude, über die fein abgetönten Harmonien des Choral bis zur romantisch überhöhten Fuge. Ein Detail im Choral ist für seine Interpretationsweise bezeichnend: Die großen, meist 7-stimmigen Arpeggien spielt Ritivoiu anfangs so, dass der höchste Ton sanft über der Harmonie strahlt. Am Ende des Chorals variiert er seine Spielweise ein klein wenig, sodass die beiden höchsten Töne, die immer eine Oktave bilden, gleichzeitig angeschlagen werden. Das könnte leicht schulmeisterlich daherkommen, aber wenn man es ganz unaufdringlich, quasi en passant, anbringt, hat es eine zauberhafte Wirkung.

Die Sonate von Enescu hat dem Pianisten schon bei dem nach dem Komponisten benannten Klavierwettbewerb Glück gebracht. Sie ist in diesem Programm vermutlich auch wegen ihres Bezugs zur h-Moll Sonate enthalten, denn wie diese beginnt sie mit einem Thema in Oktaven, das langsam absteigt, bevor sich der Satz beschleunigt. Auf das sehr dynamische Scherzo folgt ein hypnotisches Andante als innerer Höhepunkt. In rhythmischer und figurativer Differenzierung ist es das avancierteste der drei Werke.

Liszts h-Moll Sonate noch etwas Neues abzugewinnen ist, für jeden Interpreten eine Herausforderung. Dennoch gelingt es Ritivoiu von Anfang an, aufhorchen zu lassen. Er lässt die Pausen sprechen, spielt schnörkellos und transparent. Er macht die thematischen Bezüge klar, auch hier ganz subtil, ohne uns mit dem Kopf darauf zu stoßen. Das Fugato (Allegro energico) nimmt Ritiviou etwas langsamer, als man es gewohnt ist, dadurch entsteht an dieser Stelle kein Bruch (unmittelbar vorher erklingt das Thema der ersten Takte). Auch beim später folgenden Prestissimo, an dem Interpreten in der Regel ihre makellose Oktaventechnik zur Schau stellen, hat Ritiviou den Mut, sich Zeit zu lassen, die Passage langsamer zu nehmen. Der verdämmernde Schluss kommt dann wieder seiner Pianissimo-Kunst entgegen.

Ritivoiu beherrscht die ruhigen Klangzaubereien einer in endlose Figurationen gehüllten Melodie aufs Schönste. Diese Stärke manifestiert sich im Choral ebenso wie im dritten Satz der Sonate von Enescu und im Andante sostenuto und Quasi Adagio der h-Moll Sonate. Man kann sich mit Ritivoiu leicht herrliche 'Nocturnes' von Chopin oder 'Préludes' von Debussy vorstellen. Mit dem klug zusammengestellten Programm hat es der junge Pianist verstanden, eine eigene Note zu setzen und sich als intelligenter und feinfühliger Interpreten einzuführen. Wir sind gespannt auf mehr!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Transcendence: Klavierwerke von Franck, Enescu und Liszt

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
02.03.2018
EAN:

4260036256017


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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