> > > Copland conducts Copland: Orchesterwerke und Klarinettenkonzert
Dienstag, 16. Oktober 2018

Copland conducts Copland - Orchesterwerke und Klarinettenkonzert

Dokument von bleibendem Wert


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Copland dirigiert Copland. Das Ergebnis ist beeindruckend, vor allem der rhythmischen Frische wegen.

Am 17. bzw. 18 März 1976 sendeten verschiedene amerikanische Fernsehsender jenes nun auf DVD und Bluray vorliegende knapp einstündige Konzert, das zuvor im Dorothy Chandler Pavilion im Los Angeles mitgeschnitten worden war (das DVD-Booklet gibt leider keine genaue Datierung). Die Bildqualität im DVD-Format entspricht dem Alter des Filmmaterials (Bildauflösung 856x480), die Tonspur strahlt aber vor Frische und Klarheit. In Zeiten, als im Fernsehen nicht selten noch mono gesendet wurde, ist der Stereoeffekt der Tonspur, die geradezu einen Surroundeffekt bieten, beachtlich.

Dass Copland ein beachtlicher Exponent seiner eigenen Musik war, ist nicht zuletzt durch die zahlreichen Schallplatten für CBS (Sony) hinreichend belegt. Das vorliegende Konzert bietet den zusätzlichen Bonus, ein Live-Mitschnitt zu sein; so klingen die Werke – die 'Fanfare for the Common Man', 'El Salón Mexico', das Klarinettenkonzert, 'Hoe-Down' aus 'Rodeo' und die Suite aus der Oper 'The Tender Land' – fast noch lebendiger als in den im Detail noch feiner ausgearbeiteten Studioproduktionen. Die Sony-Einspielung der 'Fanfare for the Common Man' klingt im direkten Vergleich ‚europäischer‘ als die Live-Aufführung aus Los Angeles – im Livemitschnitt ist die Nähe zu Janácek stärker verborgen.

'El Salón Mexico' ist in der Konzertaufführung noch spannungsvoller dargeboten (mit ein paar Imperfektheiten), und interessanter ist der Einfluss, den Copland auf Leonard Bernstein ausübte, hier noch stärker wahrnehmbar als in der Studioproduktion (mit dem New Philharmonia Orchestra). Ähnliches gilt für das Klarinettenkonzert (in beiden Fällen mit dem Widmungsträger Benny Goodman): Wo in der Studioproduktion (mit dem Columbia Symphony Orchestra, von der Besetzung her nahezu identisch mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra) der elegische Charakter des Anfangs betont wird, ist im Livemitschnitt (mit etwas weniger perfektem Klarinettenklang) eine stärkere Innenspannung wahrnehmbar, die die Faszination von Coplands Musik noch verständlicher macht (gleiches gilt etwa für Leopold Stokowskis Livemitschnitt der Zweiten Sinfonie aus dem Jahr 1944).

Die rhythmischen Schärfen werden in der Konzertaufführung des 'Hoe-Down' aus 'Rodeo' um ein Vielfaches deutlicher herausgearbeitet als in der (eleganter musizierten) Studioproduktion (mit dem London Symphony Orchestra), die schlussendlich noch mehr Energie transportiert als die Aufführung aus Los Angeles. Die Suite aus der Oper 'The Tender Land' hatte Copland mit dem Boston Symphony Orchestra für RCA, nicht für CBS eingespielt – hier hat das Orchester von der Ostküste denn doch eindeutig die Nase vorn vor dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dessen Chefdirigent zur damaligen Zeit Zubin Mehta war, der dem Orchester in seinen Studioproduktionen häufig sein Bestes zu entlocken wusste; dafür überzeugt das Los Angeles Master Chorale durch Frische und Energie im Schlusssatz. Im Live-Erlebnis ‚unter der Lupe‘ ist das Orchester nicht immer ganz fein im Ton, aber atmosphärisch dicht. Die 'Party Scene' nimmt Copland energiereich, aber in gemäßigtem Tempo; was nicht heißen soll, dass der Dirigent Copland behäbig wäre. Fast jugendlich wirkt er auf dem Podium, und es ist eine besondere Freude, dem Komponisten beim Dirigieren zuzusehen. Sein Charisma (wie jenes Goodmans) überträgt sich unmittelbar, und es ist ein besonderer Bonus, des Komponisten Erläuterungen als Off-Kommentare unmittelbar vor der Aufführung quasi als kurze Werkeinführungen mit geboten zu bekommen. Der knappe Booklettext wird nur auf Englisch geboten (immerhin mit Trackdauern), sonstigen Bonus gibt es nicht. Ein Dokument von bleibendem Wert, dem man aber wenigstens das genaue Datum des Mitschnittes gegönnt hätte.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
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Regie:







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    Copland conducts Copland: Orchesterwerke und Klarinettenkonzert

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
EAN:

747313539758


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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