> > > Strawinsky, Igor: Werke für zwei Klaviere
Donnerstag, 27. Juni 2019

Strawinsky, Igor - Werke für zwei Klaviere

Ohne das gewisse Etwas


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Andsnes und Hamelin spielen Strawinsky an zwei Klavieren – und überzeugen nur mit ihrer Technik.

Mit 'Le sacre du printemps' wagen sich Leif Ove Andsnes und Marc-André Hamelin an eine der bekanntesten Klavier-Transkriptionen von Igor Strawinsky. Dem zweiteiligen Werk verleihen sie zwar den Titeln gerechte Charaktere, welche jedoch ohne große Emotionalität auskommen. Obwohl Strawinskys Ballettmusik sich von der gefühlsüberladenen Romantik abgrenzt, fällt die Interpretation der beiden bekannten Pianisten viel zu neutral aus. Beeindruckend ist ihr virtuoses Spiel und der präzise Anschlag, ebenso die Synchronität und die aufeinander abgestimmten Dynamiken. Doch es fehlt letztlich das gewisse Etwas. Gerade im bekanntesten Stück des Werkes, 'Les augures printaniers', fällt dies besonders auf. Man erkennt den Versuch, den gewaltigen Streicherapparat nachzuahmen, welchen Strawinsky hier vor allem perkussiv einsetzt, aber trotz Akzentuierung ist der Anschlag zu weich.

Auch im Konzert für zwei Soloklaviere geraten die virtuosen Passagen zwar atemberaubend leichtfüßig und die Triller werden fast schon tänzerisch ausgeführt, doch beeindruckendes Tempo allein reicht nicht für eine überzeugende Interpretation. Die vier Sätze, die u.a. auch ein Nocturne sowie Präludium und Fuge beinhalten, sind ohne Frage brillant in der Phrasierung, technisch bis aufs Letzte ausgefeilt, aber erscheinen im Gesamtkontext eher fade und langweilig. Dies kommt vor allem von der scheinbaren Unentschlossenheit den melodischen Gehalt betreffend. Eine gewisse Ablehnung überzogener Rubati ist nachvollziehbar, aber im Gegenzug sollte ein Alternativkonzept der Melodiegestaltung entworfen werden. Während 'Madrid' und 'Tango' dies zwar ansatzweise enthalten, fehlt ihnen dennoch – wie im 'Sacre du printemps' – das nötige Feuer der spanisch-südamerikanischen Länder. Mit starken Akzenten und dynamischen Kontrasten wird vergeblich versucht, dies zu erreichen. Insbesondere im letzten Stück, der 'Circus Polka', fällt dies am deutlichsten auf, da der Schwung durch das viel zu langsame Tempo vollkommen fehlt. Die Interpretation hat mehr Ähnlichkeit mit einer schwachen Kirmesmusik als mit einem rhythmischen und raschen Tanz, der selbst im Zirkus nicht so gespielt werden würde.

Alles in allem überzeugt zwar die Technik von Leif Ove Andsnes und Marc-André Hamelin sowie die Aufnahmequalität, nicht jedoch die Interpretation, die den Charakter der Stücke teils weit verfehlt. Eine CD-Aufnahme, die man allenfalls der Vollständigkeit halber im Regal hat.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Tanja Geschwind Kritik von Tanja Geschwind,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Strawinsky, Igor: Werke für zwei Klaviere

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Hyperion
1
02.02.2018
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
034571281896
CDA 68189


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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