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Donnerstag, 23. Mai 2019

Hindemith, Paul - Orchesterwerke

Erfrischend


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Marek Janowski begegnet den Orchesterwerken Paul Hindemiths mit quicklebendiger Frische und einem Höchstmaß an geistiger Durchdringung. Ein Glücksfall.

Marek Janowski setzt sich schon seit Jahrzehnten nachhaltig für das Schaffen Paul Hindemiths ein, sein wichtigster diskografischer Beitrag ist die Weltersteinspielung der Oper 'Die Harmonie der Welt'. Die vorliegende Neuproduktion mit dem bestens aufgelegten WDR Sinfonieorchester zeigt den mittlerweile fast Achtzigjährigen mit der Frische eines halb so jungen Musikers. Schon der Eröffnungssatz der 'Symphonic Metamorphosis of Themes by Carl Maria von Weber' (1944) wird mit einer Verve und Prägnanz dargeboten, die nahezu alle früheren Einspielungen weit hinter sich lässt. Seine überaus klare, unprätentiöse Deutung, frei von jeder Art Vorgefasstsein, voller Dramatik, wo sinnvoll auch voller Humor, erkundet bis in die tiefsten Tiefen Hindemiths kontrapunktische, satztechnische und harmonische Feinheiten, mit einer Direktheit, die selbst bei einem solch berühmten Werken wie der 'Symphonic Metamorphosis' eine ganze Menge an Spinnweben wegbläst, um expressive und aufregend moderne Musik zum Vorschein kommen zu lassen. Ich kenne nicht alle Einspielungen des Werkes, doch jene, die ich kenne, überflügelt Janowski bei weitem. Die Kölner Musiker, die seinerzeit häufig genug unter Hindemith selbst musiziert hatten, revitalisieren diese jahrzehntelange Tradition und bieten – gerade im äußerst durchhörbaren SACD-Sound – einen Klangkosmos der ganz besonderen Art.

Die dreisätzige Suite aus dem Ballett 'Nobilissima visione' (1938) ist von deutlich ernsterem Gestus als die Weber-Metamorphose. Janowski unterstützt die jeweiligen Satzcharaktere, vom fast sakralen Ernst über lyrisch-elegische Elemente bis zu überbordendem Humor. Der Kölner Streicherklang, aber auch die Holzbläser und alle anderen Orchestergruppen beweisen, dass man nicht Wiener oder Berliner Philharmoniker heißen muss, um zu den Besten gezählt zu werden. Die Feinheit des Aushörens der Stimmungen zeigt, wie gut die Musiker aufeinander hören, aber auch wie lernbegierig sie sind (sie brauchen nicht immer das übliche Brahms-, Bruckner- und Mahler-Programm, sondern lieben hörbar die Herausforderung). Die abschließende Passacaglia zeigt den Orchesterarchitekten Hindemith ebenso wie den Orchesterarchitekten Marek Janowski in wunderbarer Steigerung.

Die 'Konzertmusik für Streicher und Bläser' op. 50 (die so genannte 'Boston Symphony') gehört zu meinen frühesten Hörerlebnissen von Musik Hindemiths – in der klassischen Einspielung mit dem Boston Symphony Orchestra unter William Steinberg. Von diesem Werk hatte der aus Köln stammende Dirigent in Boston schon eine hochkarätige Referenz vorgelegt, mit der Janowski ‚nur‘ gleichziehen kann (Steinberg ist hier tatsächlich noch etwas spannungsdichter). Allerdings hat die Kölner Neuaufnahme (Dank an den WDR für die herausragende Aufnahmequalität) den moderneren Klang für sich – an und für sich häufig genug kein Qualitätsmerkmal an sich, doch hier ein wichtiges Kriterium.

Die vorliegende Platte ist ein weiterer wichtiger Stein in Marek Janowskis Diskografie, und es ist zu wünschen, dass noch viele gleichwertige Produktionen folgen können. Weil auch der mehrsprachige Booklettext angenehm frisch geschrieben und gut zu lesen ist, ist die Produktion in jeder Hinsicht rundum empfehlenswert.



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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Hindemith, Paul: Orchesterwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Pentatone Classics
1
23.02.2018
EAN:

827949067266


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Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


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