> > > Wagner, Richard: Orchestermusik aus 'Der Ring des Nibelungen'
Mittwoch, 12. Dezember 2018

Wagner, Richard - Orchestermusik aus 'Der Ring des Nibelungen'

Blechlastiger Wagner


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Übertrieben starke Blechbläser-Akzente bei den meisten Arrangements lassen diese Zusammenstellung aus Wagner-Opern in etwas ungünstigem Licht erscheinen.

Orchester-Arrangements aus Wagner-Opern zusammenzustellen ist keine besonders neue Idee. Die Anzahl der Bearbeitungen für alle möglichen Besetzungen ist kaum überschaubar, der Repertoire-Wert der vorliegenden Einspielung hält sich entsprechend in Grenzen. Das weiß man auch bei Naxos. Diese Aneinanderreihung von insgesamt sieben Arrangements aus dem 'Ring des Nibelungen' setzt deshalb ganz auf die orchestrale Brillanz eines bewährten Tandems, das mittlerweile eine feste Größe darstellt: JoAnn Falletta leitet das Buffalo Philharmonic Orchestra. Die Zahl der (meist romantischen und spätromantischen) Orchesterwerke, die Falletta zusammen mit dem Orchester aus dem Nordosten der USA bereits eingespielt hat, kann sich sehen lassen: Bekannte Werke von Richard Strauss und Béla Bartók stehen dabei neben selten zu hörenden Werken von Florent Schmitt, Vitezlav Novak und Franz Schreker. Nun also Wagner und die Frage: Lohnt sich die Anschaffung für Hörer, die Wagners Werke schon kennen?

Den Auftakt bildet der 'Einzug der Götter in Walhall' aus dem 'Rheingold', ein mit reichlich dominanten Blechbläsern bestücktes Arrangement, in dessen Verlauf die übrigen Orchestermitglieder etwas in den Hintergrund gedrängt werden. So raffiniert und abwechslungsreich Wagners instrumentale Effekte hier sind, so sehr geht diese Raffinesse doch spätestens dann unter, wenn die nächste ‚Blech-Attacke‘ einsetzt. Falletta kann dieses Problem nur teilweise kompensieren, die klangliche Balance ist nicht optimal. Auch der berühmte 'Walkürenritt' und 'Wotans Abschied und Feuerzauber' aus der 'Walküre' leiden unter diesem Defizit, was die ansonsten sehr ordentliche Leistung des Orchesters in ungünstigem Licht erscheinen lässt. Die dynamischen Abstufungen der Dirigentin erscheinen bisweilen etwas ruppig, lassen eine gewisse Differenzierung vermissen.

Lautstärke vor Instrumentationskunst

 

Mit den besten Eindruck hinterlässt das 'Waldesrauschen' aus dem 'Siegfried', ein Stück der eher leisten, verhaltenen Töne – das einzige dieser Art auf vorliegender CD. Die feinen, fast schon impressionistischen Klangschichtungen in diesem Arrangement (von Herrmann Zumpe) werden mit hoher Sensibilität hörbar gemacht, die erstaunlicherweise bei den übrigen Tracks weitgehend fehlt. So auch bei den beiden abschließenden Stücken aus der 'Götterdämmerung' – sowohl 'Siegfrieds Tod und Trauermarsch' als auch 'Brünnhildes Schlussgesang' wirken in ihrer übertriebenen Betonung der Blechbläser-Passagen recht einseitig, sicherlich auch pathetisch – nur werden der Lautstärke eben zahlreiche andere Aspekte der unbestritten hohen Instrumentationskunst des Komponisten geopfert.

Es bleibt also eine Abwägungs-Sache, zumal bei dem relativ geringen Preis der CD, ob man sich mit Fallettas Wagner anfreunden möchte oder eher nicht. Wer sich an strahlendem Blechbläser-Glanz erfreut und – wenn auch sicherlich eher heimlich, still und leise – schon immer der Meinung war, dass sich die Sänger(innen) in Wagners Werken ohnehin kaum gegen die orchestrale Fülle durchsetzen können – der dürfte diese Zusammenstellung durchaus in Herz schließen. Wagner-Veteranen, die jeden Federstrich am Werk ihres ‚Meisters‘ als Sakrileg brandmarken, werden hiervon ohnehin die Finger lassen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Wagner, Richard: Orchestermusik aus 'Der Ring des Nibelungen'

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
EAN:

747313383979


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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