> > > Rachmaninoff, Sergej: Klavierkonzerte Nr. 2 & 3
Samstag, 21. Juli 2018

Rachmaninoff, Sergej - Klavierkonzerte Nr. 2 & 3

Rachmaninow gegen den Strich gebürstet


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Yevgeni Sudbin überrascht auf dieser Rachmaninow-CD vor allem mit einer rasanten Interpretation des Zweiten Klavierkonzerts, die keinen Vergleich scheuen muss.

Diese neue CD von Yevgeny Sudbin war von den zahlreichen Bewunderern des russischen Pianisten mit Spannung erwartet worden. Widmet er sich hier doch zwei echten Klassikern der virtuosen Konzertliteratur, den Klavierkonzerten Nr. 2 und 3 von Rachmaninow. Diese Repertoire-Dauerbrenner liegen in so vielen Einspielungen vor (nicht zuletzt mit dem Komponisten selbst am Klavier), dass eine vollständige Übersicht praktisch unmöglich ist. Es wurde hier auch schon, wie bei vielen Standardwerken, gefragt, ob eine Neu-Einspielung überhaupt noch Sinn macht – Sinn insofern, als sie den vielgespielten Werken einen neuen Aspekt abgewinnen kann. Gelingt dies Sudbin hier zusammen mit dem BBC Symphony Orchestra unter Sakari Oramo?

Die Antwort: Definitiv ja. Es ist vor allem die Einspielung des zweiten Konzertes, mit der Sudbin und Oramo überraschen. Den ersten Satz greifen sie in einem so straffen Tempo an, dass man sich schon bei den berühmten Solo-Eingangstakten fragt, ob diese rasante Gangart wirklich durchgehalten werden kann. Manch ein Notentext-versierter Hörer mag dies als überzogen empfinden, immerhin lautet die Vortragsbezeichnung des Kopfsatzes 'Moderato'. Doch die Musiker halten nicht stur an dem einmal gewählten Tempo fest, sondern gestalten flexibel und aufmerksam; vor allem in den zahlreichen Solo-Passagen zeigt Sudbin, zu welch feinen Differenzierungen er in der Lage ist. Mit Oramo hat er einen versierten Begleiter an seiner Seite, der mit einer transparenten Gestaltung des Orchesterparts für Ausgeglichenheit sorgt. So darf sich etwa die Klarinette zu Beginn des langsamen Satzes ungestört entfalten, Sudbin akzeptiert hier für einen Moment die ‚Nebenrolle‘ – um dann freilich später im Finale umso beherzter zuzupacken. Ein pianistisches Feuerwerk wird dort, im 'Allegro scherzando', häufig abgebrannt, ebenso häufig leidet darunter der Gesamtklang, das Orchester muss sich dem Klavier zu stark unterordnen. Oramo und Sudbin wahren dagegen mit viel Fingerspitzengefühl die Balance: Natürlich dominiert das Klavier mit seinem akkord- und oktavlastigen Satz, aber eben nicht vollständig; es bleibt immer wieder Platz für hochpräzises Zusammenspiel zwischen Klavier und Orchester, so dass ein ausgewogener Gesamteindruck entsteht, der auch von der sehr guten Klangtechnik unterstützt wird.

Das dritte Konzert gehen die Interpreten etwas geruhsamer an, Sudbin setzt aber auch hier einen Akzent, indem er sich für die längere (und schwierigere) der beiden vorhandenen Kadenzen entscheidet. Seine pianistische Leistung ist so spektakulär und technisch brillant wie im zweiten Konzert, insgesamt kann er sich hier aber doch etwas weniger von der Konkurrenz abheben – es gibt eben sehr viele herausragende Einspielungen dieses Konzertes. Oramo versteht es, die – entgegen aller Klischees – durchaus vorhandenen kontrapunktischen Verästelungen des Werkes aufzufächern und so dem Orchester ein gewichtiges Mitspracherecht einzuräumen. Dies gilt insbesondere für den langsamen Satz mit seinen hochberühmtem Melodien, bei denen die Streicher des BBC Symphony Orchestra zu Hochform auflaufen. Die klangliche Balance ist ebenso geschliffen wie in der Aufnahme des zweiten Konzertes (Label: BIS). Nach dem wuchtigen Ausklang des Finalsatzes kann es keine Zweifel geben, dass Sudbin die hohen Erwartungen, die mit einer neuen CD von ihm mittlerweile verbunden sind, vollauf erfüllt hat.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Rachmaninoff, Sergej: Klavierkonzerte Nr. 2 & 3

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
17.01.2018
EAN:

7318599923383


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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