> > > The Young Richard Strauss: Klaviertrio Nr. 2 und Klavierquartett c-Moll
Sonntag, 25. August 2019

The Young Richard Strauss - Klaviertrio Nr. 2 und Klavierquartett c-Moll

Richard Strauss einmal anders


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Münchner Klaviertrio präsentiert Kammermusik aus dem Jugendwerk von Richard Strauss in einer Einspielung voll wunderbarer Leichtigkeit.

Die 'The Young Richard Strauss' betitelte Kammermusik-CD erschien 2018 im Label Genuin classics. Das Münchner Klaviertrio, bestehend aus Donald Sulzen am Klavier, Michael Arlt an der Violine und Gerhard Zank am Violoncello, holte sich für die Einspielung des Klavierquartetts c-Moll op. 13 (1884) noch Tilo Widenmeyer an der Viola mit ins Boot. Außerdem enthalten ist die Aufnahme des Klaviertrios D-Dur op. 2 (1878). Wie das zweisprachige Booklet (Englisch und Deutsch) darlegt, sind beide Werke in sehr jungen Jahren entstanden. Inspiration und Motivation war die Liebe zur Hausmusik in der Familie und Verwandtschaft von Richard Strauss, durch die der junge Komponist mit dem zeitgenössischen Kammermusikrepertoire bestens vertraut war. Während die Vorbilder in dem seinem Onkel gewidmeten Trio Beethoven, Schumann und Mendelssohn waren, ist im Quartett, mit dem Strauss 1884 den Kompositionswettbewerb des Berliner Tonkünstlervereins gewann, der Einfluss von Brahms hörbar.

Bravour und Grazie

Die Musiker meistern beide Werke mit Bravour und verleihen vielen Passagen eine federleichte Grazie und kristallklare Transparenz, die die Einspielung zu einem absoluten Hörgenuss machen. Der formale Aufbau der einzelnen Sätze wird dem Hörer durch die Spielweise der Instrumentalisten verdeutlich, wie beispielsweise direkt im ersten Satz des Klaviertrios. Der zurückgenommene zweite Satz ('Andante cantabile ma non troppo') beginnt mit einem langen Klaviervorspiel, in dem Donald Sulzen einfühlsam den Charakter des Satzes vorstellt. Später ist das Zusammenwirken des Trios bemerkenswert. Die Musiker arbeiten den dramatischen Höhepunkt durch akzentuierte Dynamik überzeugend herausa, bevor sie gegen Ende unter Beweis stellen, dass sie auch die leisen Töne beherrschen. Das folgende Scherzo begeistert durch seine Leichtigkeit, die sicher auf die Freude am Musizieren zurückzuführen ist. Während des Trios bekommen die beiden Streicher Gelegenheit, mit schmeichelnden Kantilenen zu glänzen, während sie von perlenden Läufen auf dem Klavier begleitet werden. Der Finalsatz überrascht mit einer langsamen Einleitung. Das 'Allegro vivace' beginnt mit einem spielerischen Duett zwischen Klavier und Violine, das zu Beginn in der Violine gerne etwas deutlicher hätte sein können.

Dem Klavierquartett op. 13 hört man seine sechs Jahre spätere Entstehung deutlich an. Ungewöhnlich ist der wehmütige Charakter zu Beginn des Allegros, der später in eine großzügige, schwärmerische Bewegung mündet, die von den Musikern mit großer Dramatik dargeboten wird. Der Satz lebt von den Kontrasten, die von den Instrumentalisten überzeugend herausgestellt werden. An zweiter Stelle steht in diesem Stück ein Scherzo, das mit Presto und Molto meno mosso zwei stark gegensätzlichen Tempi einander gegenüberstellt. Sowohl das schnelle Tempo der Rahmenteile als auch der langsame Mittelteil wird technisch einwandfrei dargeboten, besonders charakteristisch sind die etwas ruppigen Abschnitte im Presto. Im nachdenklich-introvertiert beginnenden Andante klingt später die leidenschaftliche Schwärmerei des Allegros wieder an, die einen reizvollen Kontrast zu den leisen Passagen bildet. Das Werk endet mit einem Vivace-Satz, in dem zupackende Passagen kantilenen Abschnitten gegenübergestellt werden – ein wirkungsvoller Abschluss.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The Young Richard Strauss: Klaviertrio Nr. 2 und Klavierquartett c-Moll

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
02.02.2018
Medium:
EAN:

CD
4260036254969


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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