> > > Onslow, Georges: Quintett & Sextett
Donnerstag, 20. Juni 2019

Onslow, Georges - Quintett & Sextett

Teamplayer


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zwei Werke des eher Unbekannten Komponisten Georges Onslow: spielfreudig und ungemein mitreißend dargeboten.

Holzbläser sind zumeist Teamplayer – zumal in Formationen wie dem bereits 1986 gegründeten Ma‘alot Quintet. In Georges Onslows Bläserquintett F-Dur op. 81 (1850?) und dem Sextett Es-Dur op. 30 (1825) haben sie auch reichlich Gelegenheit, im besten Sinne miteinander zu musizieren: Es ist eine große Freude, den Musikern beim Austausch von thematischem Material, beim Dialogisieren, beim Miteinanderzusammengehen zuzuhören.

Im Sextett musizieren nur Flöte, Klarinette, Horn und Fagott, ergänzt um Klavier und Kontrabass; mit Nabil Shehata (Kontrabass) und dem Pianisten Markus Becker haben die Musiker potente Verstärkung, die sich bestens in den Stil der Ma‘alots einpassen. Gerade Beckers singender und gleichzeitig kristallklarer Ton ist von besonderem Reiz und kompensiert den Verzicht auf historisches Instrumentarium, das gerade bei einem Komponisten wie Onslow, der in manchen Momenten fast noch der Klassik anhängt, nicht unopportun wäre. (Leider verrät uns wieder einmal das Booklet nicht, was für eine Art Flügel Verwendung gefunden hat.) Insgesamt eine in sich rundum schlüssige, in ihrer musikalischen Verve absolut mitreißende Produktion, der es auch an Poesie und Wärme nicht fehlt. Auch aufnahmetechnisch herausragend!


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Onslow, Georges: Quintett & Sextett

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
Medium:
EAN:
SACD
760623201269

Cover vergössern

MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag MDG:

  • Zur Kritik... Für eigene Zwecke: Christian Euler und sein Begleiter Paul Rivinius präsentieren Hindemiths frühe Violasonaten in einer hochkarätigen Darbietung. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Italienische Avantgarde: Der Pianist Steffen Schleiermacher widmet sich der italienischen Moderne der 1910er Jahre. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Späth-Romantik: Rita Karin Meier hat eine Platte mit wunderbarer Klarinettenmusik des völlig vergessenen Komponisten Andreas Späth vorgelegt. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von MDG...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Feintönig: In der Musik Arthur Louriés erkundet Christian Erny vor allem die schattierten Zwischentöne. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Für eigene Zwecke: Christian Euler und sein Begleiter Paul Rivinius präsentieren Hindemiths frühe Violasonaten in einer hochkarätigen Darbietung. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Europäischer Sinfoniker: Der polnische Komponist Feliks Nowowiejski erweist sich auf diesem Tonträger als ein echter Geheimtipp. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Doppelte Optik: Das Finnish Radio Symphony Orchestra und sein Chefdirigent Hannu Lintu legen mit dieser Aufnahme der Ersten Sinfonie eine reflektierte, unterkühlte Mahler-Lesart vor. Weiter...
    (Dr. Dennis Roth, )
  • Zur Kritik... Glanzvoll und geistvoll: Alexandre und Jean-Jacques Kantorow brillieren mit drei Klavierkonzerten von Camille Saint-Saëns zusammen mit der Tapiola Sinfonietta. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
  • Zur Kritik... Feintönig: In der Musik Arthur Louriés erkundet Christian Erny vor allem die schattierten Zwischentöne. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (6/2019) herunterladen (3061 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Jacques Offenbach: Ouvertures des opéras bouffes et comiques - Genevieve de Brabant

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich