> > > Bossi, Marco Enrico: Klaviertrios
Montag, 25. Juni 2018

Bossi, Marco Enrico - Klaviertrios

Unharmonisch


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Trio Archè nähert sich zwei Klaviertrios von Marco Enrico Bossi auf je eigenen Pfaden: Manchmal ziehen sie an einem Strang, manchmal gehen die Musiker quasi solistische Wege. Das ist zu wenig, um ein Lanze für Bossi zu brechen.

Marco Enrico Bossi (1861–1925) kennen wir, wenn überhaupt, zumeist als Komponist von Orgelmusik. Ab 1890 Professor für Komposition in Neapel, scheint sein Stil in den beiden Klaviertrios d-Moll op. 107 und D-Dur op. 123 (1896 bzw. 1901) doch eher einem historischen Überhang anzugehören. Im ersten Trio hört man kaum eine Spur Brahms, Fuchs, Gernsheim, Bruch oder Herzogenberg – doch hört man Echos Schumanns und Mendelssohns. Das zweite Trio ist selbstständiger, doch gleichermaßen insgesamt konventionell (dass beide Kompositionen viersätzig und von ganz regelkonformer Konstruktion sind, ist fast schon selbstredend). Unter der formenden Hand engagierter Interpreten können aber auch so scheinbar nebensächliche Werke sozusagen über sich hinauswachsen (dies hat schon 2005 etwa das Hungarian Piano Trio für Hungaroton bewiesen).

So leider nicht in der vorliegenden Neueinspielung mit dem Trio Archè mit Francesco Comisso (Violine), Dario Destefano (Violoncello) und Francesco Cipolletta (Klavier). Da klingen viele Übergänge harmonisch unausgewogen, die Klangbalance lässt zu wünschen übrig. Dadurch zerfällt die Interpretation immer wieder in Einzelteile, statt ein in sich schlüssiges Ganzes zu bieten. In der breit aufgestellten Stereoakustik, die wohl dem Dialogisieren der Musiker Raum bieten sollte, werden Violine und Cello eher getrennt denn verbunden, wodurch Inkonsistenzen im Bogenstrich Comissos und Destefanos ebenso stark auffallen wie intonatorische Abweichungen. Ein genaues Gespür für die richtige Portion Vibrato und Portamento scheint den Musikern weniger wichtig als ein steter Fluss; selbst gequetschte Töne der Violine in den hohen Lagen blieben unkorrigiert. Sogar manche Melodielinie der Streicher scheint mehr buchstabiert denn ausgearbeitet, im Kopfsatz des zweiten Trios gar scheint das Ensemble zeitweise fast auseinanderzufallen.

Auch die Aufnahmetechnik (die Produktion entstand im Herbst 2016 in Bernareggio) bildet kein echtes Highlight – die Mikrofonierung ist bei den Streichern zu dicht, so dass sie nicht genügend atmen können (im zweiten Trio sind die Cellopizzicati deutlich zu laut), das Klavier gerät gelegentlich ins Hintertreffen.

Das Booklet informiert nicht einmal ausreichend über die Werke. Die zweite Komposition trägt den Titel 'Trio sinfonico', Entstehungsdaten werden nicht genannt, auch nicht das Fabrikat des genutzten Flügels, während stolz auf die alten Streichinstrumente hingewiesen wird. Schade um die in fast jeder Hinsicht verpasste Chance.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bossi, Marco Enrico: Klaviertrios

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
1
02.02.2018
EAN:

5028421955810


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