> > > Renaissance Choral Masterworks: Werke von Allegri, Tallis, Palestrina, Cavalli, Lotti, Merulo u.a.
Donnerstag, 20. Juni 2019

Renaissance Choral Masterworks - Werke von Allegri, Tallis, Palestrina, Cavalli, Lotti, Merulo u.a.

Klingende Resterampe


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine weitere 'Ramschverwertung' aus dem Hause Brilliant mit Chorwerken der Renaissance.

Eine rechte Gemischtwarenhandlung enthält diese Doppel-CD mit einem weiten Spektrum an Werken der Renaissance. Die zweite Scheibe wird vollständig vom Chamber Choir of Europe bestritten (2002 in der Krypta des Speyerer Domes aufgenommen und 2004 auf SACD erschienen), mit einem Repertoire mehrchöriger Musik aus Venedig. Leider scheitert der Chor grandios an seinen Aufgaben – zum einen wegen eklatanten Unsauberkeiten, die durch die solistische Besetzung jeder Stimme bedingt sind, vor allem aber auch durch eine merkwürdige stilistische Indifferenz der Musik von Gabrieli, Merulo und anderen gegenüber. Musikalität allein reicht hier nicht – es bedarf offenbar auch der genügend starken Besetzung und vielleicht sogar des rechten Aufnahmeortes (die Pfalz ist halt nicht Venedig).

Da überzeugt die erste CD, offenbar weitgehend etwas größer besetzt, deutlich stärker. Das Spektrum umfasst hier solch berühmte Sätze wie Allegris 'Miserere', Tallis‘ 'Spem in alium', Byrds 'Ave verum corpus' und Antonio Lottis 'Crucifixus'. Doch auch hier kommt vieles fast kunstlos daher – der Clare College Choir Cambridge unter Timothy Brown bietet das 'Miserere' mit nur vergleichsweise wenig Detailentfaltung, wie wir sie von den besten Einspielungen kennen. Interessanterweise gelingt Palestrinas 'Stabat Mater' weit besser, emotional geladener, ausschwingend und raumgreifend. Die gleiche Qualitäten prägen auch Josquins 'Absalon fili mi' und Victorias 'O vos omnes', während Gesualdos komplexe Harmonik in dessen 'O vos omnes' nicht in voller Klarheit strahlt. Für 'Spem in alium' wird eine Einspielung mit der Chapelle du Roi unter Alistair Dixon, die Tallis‘ gesamtes Vokalwerk eingespielt haben (eine Übernahme von Signum Records), gewählt – eine autoritative, stimmungsdichte und evokative Lesart, die den Vergleich zur zweiten CD nur umso schärfer ausfallen lässt. Von einer Produktion des italienischen Ensemble San Felice unter Federico Bardazzi stammen Monteverdis 'Laudate pueri' und 'Ave Maris Stella': Bei allem ‚Festgetöse‘ und allen weiteren Einwänden, die man vorbringen könnte, steht diese Lesart der venezianischen Aufführungstradition doch keineswegs rundweg fern – so ungewohnt sie für mitteleuropäische Ohren klingen mögen.

Komplettiert wird die Produktion durch vier ‚klassische‘ Aufnahmen mit den Knabenchören von King‘s bzw. St. John‘s College Cambridge unter Stephen Cleobury bzw. Christopher Robinson: Cavallis 'Salve Regina' und Sebastián de Vivancos 'Magnificat 8i toni' (King‘s) sowie Lottis 'Crucifixus a8' und Byrds 'Ave verum corpus' (St. John‘s) vereinen Klangkultur, starke Emotion, chorische Raffinesse und sakrale Aura – offenkundige Folge täglicher Gottesdienstpflicht, die nie in bloßer Routine erstarren kann. So versöhnen einige wenige Beiträge mit dem argen qualitativen Durcheinander des Ganzen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Renaissance Choral Masterworks: Werke von Allegri, Tallis, Palestrina, Cavalli, Lotti, Merulo u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
2
16.02.2018
Medium:
EAN:
CD
5028421956626

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Brilliant classics

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