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Freitag, 3. Juli 2020

Debussy, Claude - Klavierwerke

Goldfisch in breitem, kühlem Fluss


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Stephen Houghs Repertoirebreite erstaunt immer wieder, insbesondere aufgrund des ganz eigenen Tons, der auch dieser seiner ersten Debussy-Monographie den Wert manch neuer Perspektivik verleiht.

Stephen Hough spielt nahezu alles, und das auch nahezu immer gut. Sein Zugang zu Debussy hat dabei durchaus etwas von der Art, wie er auch Schumann oder Brahms spielt: Die gehauchte zarte Klangfarbe, das Perlende, poetische Rubati der altbekannten französischen oder italienischen Starpianisten finden sich seltener; am ehesten könnte man noch an Maurizio Pollini denken statt an Benedetti Michelangeli oder Samson François. Die britische Eleganz hier ist eine andere: irgendwie etwas lakonisch wie Benjamin Brittens Orientalismen, dabei oft sehr volltönend in der Akkordik wie Brahms (am erstaunlichsten!), erzählerisch stark mit wohlgesetzter und wohlpausierender melodischer Diktion.

'Children's Corner' – ganz spitz diktiert etwa die 'Serenade for the doll' – hat trockenen Humor, eher Londoner Traffic als Pariser Ausgelassenheit. 'La plus que lent' walzt schwankend wie in einer Gin-Bar. Die modalen Pattern in allen sechs 'Images' haben ganz plastische, markante Konturen und auch aufnahmetechnisch ein angenehm breites, den Hörer wie gesagt fast à la Brahms mitreißend umfließendes Volumen, ja Erhabenheit. Kaum ein passenderes Cover-Gemälde ist denkbar als eben Paul Klees riesenhafter 'Goldfisch' vor tiefblauem Hintergrund, Meerestiefe und Nachthimmel zugleich. Eine respekteinflößende, stimmungsreiche Debussy-Darbietung!


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Debussy, Claude: Klavierwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Hyperion
1
08.01.2017
Medium:
EAN:
CD
034571281391

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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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