> > > Mitteldeutsche Orgelromantik: Werke von Rinck, Mendelssohn, Merkel und Ritter
Mittwoch, 30. September 2020

Mitteldeutsche Orgelromantik - Werke von Rinck, Mendelssohn, Merkel und Ritter

Mitteldeutsche Orgelromantik


Label/Verlag: Querstand
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wer glaubt, dass die Orgelmusik sich zur Zeit der Romantik auf Mendelssohn-Bartholdy und Max Reger beschränke, wird hiermit eines Besseren belehrt. Außer Mendelssohn wurden drei andere, zumeist unbekannte Komponisten eingespielt.

‚Thema und Variationen‘ könnte die Überschrift über diese CD lauten. Keines der eingespielten Werke kommt ohne Variationsreihen aus. Christian Heinrich Rinck (1770–1846) ist der erste der zumeist unbekannten Komonisten. Orgelschüler allerdings kennen ihn, weil er in seiner Orgelschule viele kurze Stücke für den Anfangsunterricht komponiert hat. Hier sind es Variationen über das Thema 'Ah! vous dirai-je, maman'. Das ist mutig, weil ein anderer, nämlich Mozart, das Thema bereits variationenreich behandelt hat. Bei uns ist es als Weihnachtlied bekannt: 'Morgen kommt der Weihnachtsmann...'. Der Melodieverlauf wird nicht angetastet, die Melodie wird lediglich koloriert. Die Variationen finden sich vor allem in der Begleitung. Ein Fugato schließt das Werk ab. Die erforderliche Virtuosität ist sehr hoch anzusetzen. Eine Musik zwischen Klassik und Romantik.

Im Gegensatz zu Felix Mendelssohn Bartholdy, der hier mit seiner sechsten Orgelsonate vertreten ist, ist Gustav Adolf Merkel (1827–1885) ein Unbekannter. Wie weiland Schumann war er ein Schüler von Friedrich Wieck. Er wurde zu Lebzeiten als bedeutender Orgelkomponist verehrt. Doch ist sein Name weithin in Vergessenheit geraten. Er sollte wieder mehr Beachtung finden. Seine Variationen über ein Thema von Beethoven (Klaviersonate in E-Dur op. 109) lassen nichts zu wünschen übrig: Virtuoses Rankenwerk und besinnliche Sätze wechseln sich ab. Es ist ein Vergnügen, dem Komponisten zuzuhören. Ähnlich ist es mit August Gottfried Ritter (1811–1885), wohl nur noch praktizierenden Organsiten bekannt. Seine dritte Sonate a-Moll wirkt zerklüftet, ist aber wirkungsvoll. Allein der pochende Pedalrhythmus im dritten Satz lohnt die Begegnung mit ihm. Im vierten Satz, einem Variationensatz, schöpft er die Möglichkeiten der Orgel effektvoll aus.

Einfühlsames Orgelspiel

Bemerkenswert ist, dass alle Komponisten aus Mitteldeutschland stammen. Wieviel unentdeckte Schätze mögen in anderen Landesteilen schlummern? Entsprechende Forschungen werden gewiss von Erfolg gekrönt. Der Organist, Christopher Lichtenstein, spielt durch verschiedene Anschlagsarten sehr transparent, bleibt aber auch den virtuosen Passagen nichts schuldig. Sein Staccato lässt die Akkorde und Verläufe durchsichtig erscheinen, sein Legato ist fließend. Es ist einfühlsames Orgelspiel, facettenreich und souverän. Die Charaktere der einzelnen Sätze werden sicher erfasst und wiedergegeben.

Die Aufnahmen wurden in dem Dorf Uebigau in Südbrandenburg eingespielt. Die relativ kleine Orgel wurde 1895 von Conrad Geißler erbaut. Das Booklet enthält die Baugeschichte der Orgel, die Disposition und die Registrierungen der einzelnen Werke. Die Kompositionen werden kundig eingeführt; insofern ist es ein Paradebeispiel für ein gutes Booklet. Insgesamt also kann man diese CD allen Orgelfreunden, aber auch den Musikliebhabern, die selten zu hörende Kompositionen schätzen, vorbehaltlos empfehlen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mitteldeutsche Orgelromantik: Werke von Rinck, Mendelssohn, Merkel und Ritter

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Querstand
1
13.12.2017
Medium:
EAN:

CD
4025796017182


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Querstand

Mit viel Liebe zum Detail bringt das querstand-Label dem interessierten Hörer die Vielfalt und Schönheit der klassischen Musik auf wenig ausgetretenen Pfaden näher. Das Label hat sich seit 1994 durch die Produktion hochwertiger klassischer CDs einen ausgezeichneten Ruf erworben. Über 500 Produktionen werden weltweit vertrieben, wobei ein Augenmerk auf Orgelmusik liegt. Die Gesamteinspielung der Orgelwerke von Johann Ludwig Krebs (bisher 11 CDs) und des Kantaten- und Orchesterwerkes des berühmten Bachschülers bilden ein Glanzlicht des Labels, dem mit der Serie ?Die Orgeln von Gottfried Silbermann? (8 CDs) ein weiteres zur Seite gestellt wurde (Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2003). Auch im kammermusikalischen und sinfonischen Bereich wurden zahlreiche CDs veröffentlicht, etwa mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Mit der Aufnahme des Passionsoratoriums ?Der Tod Jesu? von Carl Heinrich Graun mit dem MDR Rundfunkchor und dem MDR Sinfonieorchester unter Howard Arman gewann das Label 2005 einen ECHO Klassik-Award. Im Jahre 2013 erhielt die 9-CD-Box mit allen Sinfonien Anton Bruckners, eingespielt von Herbert Blomstedt mit dem Gewandhausorchester Leipzig, den ICMA (International Classical Music Award). Mit Verlagssitz im Thüringischen Altenburg kann querstand von der einzigartigen Vielfalt der mitteldeutschen Musiklandschaft profitieren, die sich auch im Verlagsprogramm niederschlägt. Neben den vielseitigen Einflüssen der fantastischen Orgellandschaft der Region, ist es auch die Nähe zur Musikstadt Leipzig mit ihrer wunderbaren Tradition und facettenreichen Szene, auf die das Label besonderes Augenmerk richtet.


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