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Donnerstag, 27. Juni 2019

Mozart, Reger & Leitner - Klarinettenquintette

Himmlische Klarinette und wolkiger Streicherklang


Label/Verlag: Gramola
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit drei faszinierenden Klarinettenquintetten lassen Simon Reitmaier und das Auner Quartett aufhorchen: Dem paradiesischen Klang des Tiroler Klarinettisten verfallen, sogt das Streichquartett für ein solides Fundament.

Für Liebhaber der Klarinette und kammermusikalischer Schmuckstücke erfüllt sich mit der vorliegenden Einspielung ein ersehnter Wunsch. Das Standardwerk dieses Genres – Mozarts Klarinettenquintett (KV 581) – wird durch die zeitgenössische Komposition des österreichischen Komponisten Ernst Ludwig Leitner und Max Regers Klarinettenquintett eindrucksvoll bereichert. Indirekt sind diese drei Werke auch aufeinander bezogen: Sowohl bei Max Regers Komposition als auch bei Ernst Ludwig Leitner merkt man die Bezugnahme auf Mozarts Komposition und die Verarbeitung einzelner Motivelemente.

Klanglich wird Mozarts Klarinettenquintett in A-Dur vom Klarinettisten Simon Reitmaier fabelhaft zelebriert. Es ist ein Genuss seinen feinen und klangintensiven Tönen zu lauschen. Das breite Klangspektrum des von Mozart geschätzten Holzblasinstrumentes wird vom Interpreten liebevoll ausgekostet und überzeugt sowohl im spritzigen Staccato als auch in lyrisch anmutenden Legato-Passagen. Das Auner Quartett knüpft hier weitgehend erfolgreich an, manchmal entsteht jedoch der Eindruck, dass die Phrasierungen, Verzierungen und die Artikulation noch eine Spur homogener und intimer möglich wären. Reitmaier und das Auner Quartett wählen generell ein Zeitmaß, das im Mittelfeld der bisherigen Interpretationsgeschichte einzuordnen ist und einen guten Ausgleich zwischen zelebrierter Bedächtigkeit und keckem Vorwärtsdrang schafft. Über die vier Sätze wird insgesamt ein schöner Bogen gespannt, der vor allem durch die melodische Führung des Klarinettisten dynamisch, virtuos und klanglich überzeugend wirkt.

Ernst Ludwig Leitners Klarinettenquintett 'Metamorphosen nach Motiven von W.A. Mozart' wurde 1997 durch Günther Gradischnig, den Soloklarinettisten des Bruckner-Orchesters Linz, und dem Quartett Ambassador uraufgeführt und hat mit der vorliegenden Einspielung sicherlich noch etwas an Bedeutung hinzu gewonnen. Das Auner Quartett zeigt hier feurige Expressivität und die Solovioline fasziniert gleich zu Beginn des ersten Satzes durch die klare Intonation und die klanglich fesselnde Interpretation des bearbeiteten Mozart-Motivs in extrem hoher Lage. Die Expressivität und das Erzeugen eines dunklen, kontrastvollen Klanges gelingt dem Streichquartett gut und auch die Virtuosität wird bemerkenswert zur Schau gestellt. Simon Reimaier glänzt wieder durch eine gewohnt intensive und detailverliebte Interpretation und lässt auch herausfordernde Achtelbewegungen und hohe Spitzentöne leicht und unbeschwert wirken.

Mit Max Regers Klarinettenquintett präsentieren sich das Auner Quartett und Reitmaier schlussendlich nochmals in unterschiedlichsten Facetten, die die generelle Symbiose des Holzblasinstrumentes mit dem Streichquartett bekräftigen. Melodisch, rhythmisch und agogisch wird sehr fein gearbeitet und vor allem die einzelnen unisono-Stellen wirken sehr homogen und fein aufeinander abgestimmt. Die Klarinette zelebriert ihren Klang und ihre Virtuosität, während die Streichinstrumente ein wunderbares Fundament dafür bereitstellen und es schaffen, eine positive Spannung aufzubauen.

Es ist schön zu hören, wie toll drei aufeinander bezogene – aber doch recht unterschiedliche – Klarinettenquintette auf der vorliegenden Einspielung dargeboten werden und den Hörer für dieses eigene kammermusikalische Genre zu begeistern vermögen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mozart, Reger & Leitner: Klarinettenquintette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Gramola
1
26.01.2018
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
9003643991231
99123


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"Der österreichische Klarinettist Simon Reitmaier und das Auner Quartett widmen sich auf dieser neuen Einspielung drei Klarinettenquintetten aus unterschiedlichen Epochen. Mozarts Klarinettenquintett KV 581 gilt als das erste Werk dieser Gattung und ist doch zugleich einer der Höhepunkte derselben. Ursprünglich für seinen Logenbruder Anton Stadler und dessen Bassettklarinette komponiert, steht dieses Werk beispielhaft für den unschätzbaren Wert, den Mozarts Wirken auf seine Nachwelt bis heute darstellt. So inspirierte das Larghetto den 1943 in Wels geborenen Komponisten und Organisten Ernst Ludwig Leitner zur Komposition seines Klarinettenquintetts, das 1996 als Teil einer Reihe unter dem Titel »Metamorphosen nach W. A. Mozart« erschien. Max Reger wurde fur sein Quintett ebenfalls von Mozart inspiriert, wie sein 4. Satz, als Variationssatz komponiert, nahelegt. Simon Reitmaier Simon Reitmaier, geboren in Tirol, studierte mit Auszeichnung an der Universität Mozarteum Salzburg bei Univ. Prof. Alois Brandhofer und an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien bei Matthias Schorn. Der Preisträger bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben konzertierte u.a. in Japan, Taiwan, Russland, USA und Europa und wirkte bei zahlreichen CD-, Rundfunk- und TV Produktionen mit. Auner-Quartett Das Auner-Quartett wurde 2013 in Wien gegründet und besteht aus vier jungen Musikern, welche sich während ihres Studiums der Kammermusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien kennenlernten. Beeinflusst werden die jungen Musiker in ihrer Interpretation durch gemeinsame und verbindende Kammermusikstudien an der Wiener Musikuniversität u. a. bei Prof. Johannes Meissl. Das Quartett ist bereits gern gehörter Gast bei diversen national und internationalen Konzertveranstaltern."


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Gramola

Gramola wurde im Jahr 1924 als Detailgeschäft und Vertrieb der beiden englischen Plattenlabels „Gramola“ und „His Master’s Voice“ gegründet. Durch den damaligen Vertrieb dieser Labels ist eines der ganz wenigen, weltweit noch existierenden Originalbilder des legendären, der Stimme seines Herrn lauschenden Hundes „Nipper“ noch heute im Geschäft zu besichtigen. Das Unternehmen ist heute das älteste Tonträgergeschäft Österreichs und arbeitet inzwischen als Familienbetrieb in der fünften Generation. In internationalen Rankings um das beste Klassikfachgeschäft der Welt nahm Gramola mehrmals Spitzenränge ein. Das denkmalgeschützte Geschäftslokal in Wien am Graben wurde nach einem Jugendstilentwurf von Dagobert Peche in den frühen Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erbaut.

Vor etwa 10 Jahren wurde bei Gramola die Produktion von Klassik-CDs wieder aufgenommen und konnte seither durch seine international vielfach ausgezeichneten Produktionen den allerhöchsten Qualitätsstandard österreichischer Musikschaffender nachdrücklich unter Beweis stellen. Gramola-CDs sind inzwischen in allen klassikinteressierten Ländern zwischen Tokyo und New York zu haben. Ergänzt wird das Gramola-Angebot durch ein Webshop, das rund um den Kalender bereitsteht, Kundenwünsche auch außerhalb regulärer Ladenöffnungszeiten zu erfüllen.


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