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Mittwoch, 20. Juni 2018

Bach, Johann Sebastian - Berühmte Orgelwerke

Der Klang der Geschichte


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Johann Sebastian Bach auf der historischen Treutmann-Orgel ist ein Ausflug in die Tiefen der Geschichte.

Man muss sich nur das tiefe C im Pedal der Christoph-Treutmann-Orgel der Klosterkirche Grauhof anhören, um zu wissen, warum Joseph Kelemen sich für seine CD-Aufnahme mit berühmten Orgelwerken Johann Sebastian Bachs ausgerechnet dieses altehrwürdige Instrument ausgesucht hat. Nur vier von 42 Registern des zwischen 1734 und und 1737 angefertigten Instruments mussten Ende der 1980er Jahre durch die Orgebauwerkstatt Gebrüder Hillebrand rekonstruiert werden, sodass der Orgelkang tatsächlich aus der Tiefe der Geschichte heraufsteigt. Wie Kelemen – seines Zeichens Experte für die deutsche barocke Orgelmusik auf historischen Instrumenten  – im Booklet-Text ausführt, weist die Treutmann-Orgel ‚viele der von Bach bevorzugten Stimmen‘ auf, darunter eine Posaune-32', die vor allem dem Pedalklang Farbmacht verleiht. Auf diese Weise erstrahlt die bekannte Passacaglia und Fuge in c-Moll BWV 582 in einer ungeahnten Bandbreite an Farben, die auch dank des trockenen Klangbildes perfekt abgebildet werden. Bei hoher Ereignisdichte in den hohen Registern klingt das im Pedal fortlaufende Thema so klar vom Rest getrennt, dass es fast so wirkt, als würde das Stück auf zwei verschiedenen Instrumenten gespielt werden.

Glücklicherweise hat die Einspielung auch sonst nicht allzu viel mit einer Best-of-CD gemein. Zwar fällt die Auswahl der Stücke recht bunt aus. Vom 'Contrapunctus I' aus der 'Kunst der Fuge' BWV 1080 über das Choralvorspiel zu 'Allein Gott in der Höh’ sei Ehr' BWV 717 und die Präludien und Fugen in Moll BWV 534 und 546 bis zur Bearbeitung des Concerto C-Dur BWV 595 nach Johann Ernst Prinz von Sachen-Weimar ist alles Mögliche vertreten. Dabei steht der Großteil der Stücke in Moll. Diese nur scheinbar bunte Auswahl ist jedoch an die – im Booklet ebenfalls aufgeführte – Disposition der Treutmann-Orgel angepasst. So kommt die ‚ungleichstufige Stimmung‘ der Orgel etwa harmonisch unbestimmten Passagen in der Fantasie c-Moll BWV 562 oder dem Choralvorspiel zu 'Valet will ich dir geben' BWV 736 zugute. Außerdem nutzt Kelemen die Registrierung subtil, um die zahlreichen Vorzüge des Instruments zum Vorschein zu bringen. So erhält 'Allein Gott in der Höh’ sei Ehr', weil es nur in der Viola da Gamba und Spitzflöt (Haupt-Werck) sowie Quintadena und Traversiere (Hinter-Werck) erklingt, einen geradezu aquatischen Charakter.

Überhaupt kommen in dieser Einspielung J.S. Bachs Musik und die historisch informierte Aufführungspraxis aufs Glücklichste zusammen. Die Treutmann-Orgel weist vor allem in den hohen Registern eine gläserne Klarheit auf, die aufgrund ihres Alters wie ein Wunder erscheint, sodass das Zuhören audiophilen Ohren große Freude bereitet. Ob es sich bei dieser Einspielung um den Auftakt zu einer neuen Reihe handelt, wird leider nicht ganz klar. So trägt der Booklet-Text die Überschrift ‚Orgelwerke Vol. I‘, die CD selbst jedoch hat den Titel ‚Berühmte Orgelwerke‘. Wünschenswert wäre eine Fortsetzung allemal.     

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Berühmte Orgelwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
1
12.01.2018
EAN:

4260034864658


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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