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Dienstag, 25. Juni 2019

Bach Tripl3s - Werke von Johann Sebastian Bach

Bach in der virtuosen Gruppe


Label/Verlag: Raumklang
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Warum diese Aufnahme von Harmony of Nations seit 2010 unveröffentlicht blieb, ist nicht leicht verständlich: Zu sehr überzeugt das Material, wird der schöne programmatische Ansatz mit exzellentem Spiel nobilitiert.

Die Interaktion mehrerer solistisch hervortretender Instrumente steht im Hochbarock in voller Blüte: Bei Telemann etwa sind allerlei auf den ersten Blick merkwürdig scheinende Konstellationen zu bewundern, die zum Beispiel Blockflöte mit Trompete oder Viola verbinden – was, nebenbei gesagt, auf Grund der instrumententypischen Eigenheiten der Zeit ganz wunderbar funktioniert. Auch Johann Sebastian Bach schrieb für solche Konstellationen, in wechselnden Besetzungen dominiert von Violinen, Cembalo oder in den Brandenburgischen Konzerten auch Mixturen. All das ist erlesene Musik, idiomatisch trotz mancher Umarbeitung und Neuerfindung für andere Soloinstrumente, dazu stupend personalstilistisch geprägt. Eine Festwiese heikler Balancen und geschmackvoll entfalteter, teils eminenter Virtuosität. Dass derart köstliche Konstellationen spätestens nach Haydn und Beethoven weitgehend aufgehört haben zu existieren, ist höchst bedauerlich – attraktiv sind sie, aber vielleicht nicht ganz kompatibel mit der romantisch-raumgreifenden Virtuosengeste.

Auf der aktuellen – das Wort sträubt sich in den tippenden Fingern angesichts des Aufnahmejahrs 2010 – Platte des Ensembles Harmony of Nations ist also ein schönes Bachprogramm zu hören: Die D-Dur-Ouvertüre BWV 1069 in einer frühen Version ohne Trompeten und Pauken, das Brandenburgische Konzert Nr. 3 BWV 1048, das Konzert für Cembalo und zwei Flöten BWV 1057 und die beiden Konzerte für drei solierende Violinen BWV 1063 und 1064.

Frisch und klangfreudig

Das international besetzte Ensemble Harmony of Nations gründeten Musiker des European Union Baroque Orchestra im Jahr 2004. Seitdem hat es auf Tourneen einige Aktivität entfaltet, in Zusammenarbeit mit so illustren Dirigenten wie Lars Ulrik Mortensen, Ton Koopman oder Andrew Manze. Hier spielt es unter der Leitung und mit dem cembalistischen Beitrag von Laurence Cummings. Die Formation agiert mit jugendlicher Frische, expressiv, mit viel Temperament – eindrucksvoll das hohe Niveau der aktuellen Ausbildung der Alten Musik repräsentierend: Sämtliche Instrumentalisten sind stilistisch sattelfest, technisch atemberaubend sicher und zugleich repertoireerfahren.

Natürlich, möchte man sagen, versprüht das Ensemble üppige Klangfreude, aber auch edle lyrische Gesten werden geduldig ausgesponnen. Etliche der Namen sind nicht so bekannt. Das Fagott von Katrin Lazar ist herausragend, auch die Violinen von Huw Daniel, Fani Vovoni, Linda Hannah-Anderson, Johannes Heim oder Clara Mühlethaler zählen zu den Stärken. Und Laurence Cummings gibt in dieser ganz offenkundig inspirierenden Umgebung am Cembalo dem Affen ordentlich Zucker – als Teil eines hochvirtuosen Ensembles.

Das Klangbild ist plastisch gebaut, sehr gut strukturiert, vollkommen klar und balanciert die heiklen Konstellationen höchst gelungen. Im Booklet kommt mit John Butt eine der gewichtigsten angelsächsischen Stimmen zu Bachs Werk in Theorie und Praxis zu Wort und führt luzide ein.

Warum diese Aufnahme von Harmony of Nations seit 2010 unveröffentlicht blieb, ist nicht leicht verständlich: Zu sehr überzeugt das Material, wird der schöne programmatische Ansatz mit exzellentem Spiel nobilitiert.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach Tripl3s: Werke von Johann Sebastian Bach

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Raumklang
1
17.11.2017
Medium:
EAN:

CD
4018767030075


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Raumklang

Das Label RAUMKLANG wurde 1993 von Sebastian Pank in Leipzig gegründet. Nach wie vor steht der Name Raumklang für ein authentisches Klangerlebnis. Die Aufnahmen entstehen überwiegend mit nur einem Stereo-Kugelflächen-Mikrophon (One-Point-Recording).
Den Schwerpunkt aller RAUMKLANG-Veröffentlichungen bildet die Alte Musik. In jüngster Zeit ergänzt neben experimenteller/zeitgenössischer Musik eine Reihe mit Weltmusik das RAUMKLANG-Programm. Für seine aufwendig produzierten und anspruchsvoll gestalteten CDs mit ausführlichem Begleitheft erhielt RAUMKLANG bereits zahlreiche begehrte Auszeichnungen, darunter "Grand Prix de l'Académie Charles Cros" und den "Diapason 5".
Seit 1998 liegt der Hauptsitz des Labels auf Schloss Goseck in Sachsen Anhalt, auf dem sich in den letzten Jahren das "Europäsiche Musik- und Kulturzentrum" sowie ein Zentrum für Archäologie (7000 Jahre altes Sonnenobservatorium) etabliert haben. Nicht zuletzt aus dieser Verknüpfung ergeben sich zahlreiche Kontakte zu renommierten Künstlern der Alten Musik im In- und Ausland.
Seit 2003 veröffentlicht RAUMKLANG verschiedene Editionen. Jede Edition wird von einem anderen Produzenten herausgegeben und erweitert damit die Vielfalt des Labelrepertoires. So erscheint neben edition raumklang von Sebastian Pank (Schloss Goseck) die marc aurel edition in Köln, gegründet von Aurelius Donath. Aus der Zusammenarbeit mit der berühmten Schola Cantorum Basiliensis (SCB) in Basel hat sich die schola cantorum basiliensis edition ergeben. In dieser Reihe stellt der Produzent Thomas Drescher (stellv. Direktor der SCB) viel versprechende Absolventen aus Basel vor. 2005 entstand aus den engen Kontakten zur Musikstadt Leipzig eine weitere neue Edition: Unter dem Namen edition apollon veröffentlicht nun das international bekannte Vokalesemble "amarcord" seine CDs.


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