> > > Lieder an die Entfernte: Lieder von Beethoven, Schubert u.a.
Dienstag, 28. September 2021

Lieder an die Entfernte - Lieder von Beethoven, Schubert u.a.

Sehnsuchtstöne


Label/Verlag: Spektral
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Egal, wie entfernt die Liebe manchmal auch sein mag: Georg Poplutz und Hilko Dumno schaffen auf jeden Fall eine nachvollziehbare musikalische Nähe-Beziehung herzustellen.

Der Tenor Georg Poplutz und der Pianist Hilko Dumno blicken bereits auf eine langjährige Zusammenarbeit zurück und legen mit der vorliegenden CD einen besonders tiefsinnigen Einblick in ihr gemeinsames Schaffen vor. Mit dem Titel ‚Lieder an die Entfernte‘ lässt sich bereits erahnen, dass nicht nur auf Beethovens berühmte Komposition Bezug genommen wird, sondern eine lyrische und musikalische Verknüpfung von Liebe und Entfernung angestrebt wird. Einerseits wird in den Liedern schließlich stets ein entferntes Du adressiert, aber andererseits bleibt der innere Bezug des lyrischen Ichs zu sich selbst und die Sehnsucht fast präsenter und wichtiger.

Georg Poplutz schafft es durch seine zarte und lyrische Tenorstimme, einen authentischen musikalischen Liebhaber abzugeben, der die Innigkeit und Wärme der meisten Stücke herauszukitzeln vermag. Schuberts 'Mainacht' und 'Sehnsucht' wirken in der Interpretation von Poplutz lyrisch feinfühlig, aber dennoch frisch und spritzig. Seine klare und fokussierte Stimme eröffnet schöne Klangwelten und die saubere textliche Diktion lässt die frühromantische Botschaft an die Entfernte wunderbar nachvollziehen.

Der Sänger möchte die Leichtigkeit des Liebenden nicht nur in den Schubert-Liedern ausdrücken, sondern wählt auch für Beethovens 'An die ferne Geliebte' einen stimmlich flexiblen und unbeschwerten Zugang: Die Spitzentöne wirken leicht, dynamisch und entspannt. Speziell bei der allseits bekannten 'Dichterliebe' von Schumann fehlt es an manchen Stellen aber dann doch an Expressivität und dramatischer Intensität. Bei Klassikern wie 'Ich grolle nicht' kann sich Poplutz nicht in die Reihe der ausdrucksstarken und klangvollen Interpreten einordnen, da er an manchen Stellen etwas zu schwach bzw. zu verhalten wirkt und ein Kontrast zu seiner durchwegs sanften, lyrischen Herangehensweise fehlt.

Hilko Dumno versucht sich in die Klangwelten von Poplutz’ Tenorstimme einzufügen, und prinzipiell merkt man die bereits länger andauernde Zusammenarbeit der beiden Musiker. Der Pianist beherrscht die Stücke gut und versucht das passende Fundament für die gesangliche Interpretation zu liefern. Relativ häufig hat man jedoch den Eindruck, dass die rhythmische Exaktheit für den Pianisten wichtiger ist als die dynamische Ausdruckskraft: Das Klavier wirkt an manchen Stellen fast etwas mechanisch und könnte auch in der Agogik etwas differenzierter sein. Dumno ist in der pianistischen Liedbegleitung sehr exakt, aber in den schönen instrumentalen Zwischenteilen ohne Gesangsstimme wünscht man sich die Entwicklung eines stärkeren (individuellen) Pathos, der dynamisch und rhythmisch wendig bleibt.

Nichtsdestotrotz wissen Georg Poplutz und Hilko Dumno ihre Hörer zu faszinieren und entfachen mit den ‚Liedern an die Entfernte‘ eine musikalisch überzeugende Lust auf die (spät-)romantische Sehnsucht des lyrischen Ichs.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Lieder an die Entfernte: Lieder von Beethoven, Schubert u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spektral
1
06.10.2017
Medium:
EAN:

CD
4260130381530


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Spektral

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