> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Klarinettenkonzert
Mittwoch, 27. Mai 2020

Mozart, Wolfgang Amadeus - Klarinettenkonzert

Ohne Schwung


Label/Verlag: Paladino
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine Familienproduktion der Ashkenazys kommt zwar überaus klangschön daher, Schwung jedoch darf man in diesen Mozart-Interpretationen nicht erwarten.

Vater und Sohn Ashkenazy interpretieren mit schönem Klang, ohne Ecken und Kanten. Wunderbare Musik in einer gediegenen Interpretation – also eine Empfehlung für diese Platte? Leider nein, denn für ein Werk, das so häufig eingespielt wurde wie Mozarts Klarinettenkonzert, ist das zu wenig.

Das Konzert ist zwar quasi eine heilige Kuh, dennoch sollte man vermeiden, in Ehrfurcht davor zu erstarren: Die Lebhaftigkeit eines klassischen Solokonzerts muss in den Ecksätzen zum Ausdruck kommen, und daran mangelt es hier. 15 Jahre ist die neu herausgebrachte Aufnahme mit der Tschechischen Philharmonie jetzt alt, sie könnte aber nach dem klanglichen Eindruck auch 30 oder 40 Jahre alt sein, so behaglich machen es sich Vladimir und Dimitri Ashkenazy. Der Junior spielt über weite Strecken unbekümmert ein eher pauschales Legato, der Senior lässt das Orchester zwar einigermaßen transparent, aber doch relativ undifferenziert und sehr geigenlastig spielen. Im Tempo ist der erste Satz zudem nicht sonderlich schwungvoll. Auffällig lang und dabei etwas extravagant sind Dimitri Ashkenazys Kadenzen.

Der Eindruck in den beiden folgenden Sätzen ist etwas günstiger, es bleibt aber bei einer sehr glatt polierten Interpretation. Und das gilt ebenfalls für das zweite Werk der Platte, ein Quintett Mozarts. Zur Abwechslung einmal nicht das berühmte in A-Dur für Klarinette und Streicher, sondern jenes in Es-Dur für Bläser und Klavier KV 452. Vater Vladimir Ashkenazy kann sich daher auch in seiner ursprünglichen Profession als Pianist zeigen, zu ihm und dem Filius stoßen außerdem Franziska van Ooyen (Oboe), Otis Klöber (Fagott) und Martin Roos (Horn). Das Ensemble spielt zwar absolut makellos zusammen und liefert eine überaus kultivierte und klanglich runde Interpretation, stets bedacht auf perfekte Balance. Doch dabei klingt alles zu glatt und brav, der Schwung bleibt auch hier weitgehend auf der Strecke, denn die Tempi sind gemäßigt und die dynamischen Kontraste nicht allzu stark ausgeprägt. Erst im Finale wachen die Interpreten auf – eher eine Andeutung, welches Potential da zuvor verschenkt wurde.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Mozart, Wolfgang Amadeus: Klarinettenkonzert

Label:
Anzahl Medien:
Paladino
1
Medium:

CD


Cover vergössern

Paladino

Das CD-Label paladino music wurde 2009 von dem Cellisten Martin Rummel gegründet und ist sozusagen die Keimzelle von paladino media, wozu mittlerweile neben paladino music auch Orlando Records, KAIROS und Austrian Gramophone gehören. Inzwischen bei einem Durchschnitt von 15 Veröffentlichungen pro Jahr angekommen, hat paladino music sich zu einem anerkannten Boutique-Independentlabel entwickelt. Die Veröffentlichungen sind zumeist auf einen Komponisten fokussiert, aber auch Rezitalprogramme und aufsehenerregende Debütaufnahmen sind neben Ersteinspielungen von Komponisten wie Franz Krommer, David Popper, Johann Joachim Quantz, Thomas Daniel Schlee, Robert Stark und Johann Wenzel Tomaschek entstanden. Herausragende Interpreten aller Generationen, von jungen Künstlern bis hin zu internationalen Stars wie Vladimir Ashkenazy garantieren, dass die künstlerische Qualität der Einspielungen außer Frage steht. Ursprünglich auf Kammermusik fokussiert, veröffentlicht paladino music in jüngster Zeit auch zunehmend Solokonzert- und andere Orchesteraufnahmen.

Zahlreiche Veröffentlichungen haben Auszeichnungen bekommen oder sind zumindest dafür nominiert worden, und Kritiker in internationalen Medien loben nicht nur die Aufnahmen und das Repertoire selbst, sondern auch die strikt durchgezogene Eleganz des Designs, dass aus dem Firmendesign von paladino media entwickelt ist. paladino music wird von Martin Rummel kuratiert, der von einem kleinen Team an Fachleuten in der Umsetzung, Fabrikation und Distribution unterstützt wird. Das Lager wird von Naxos Global Logistics verwaltet, und ein Netzwerk von über 50 internationalen Vertrieben garantieren, dass jede Aufnahme weltweit über den Fach- und Internethandel sowie über alle wesentlichen Streaming- und Downloadplattformen verfügbar ist.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Paladino:

  • Zur Kritik... Dodekaphone Tour de force: Nikos Skalkottas' Drittes Klavierkonzert ist ein komplexes Meisterwerk für hochbegabte Musiker. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Ehrenwertes Handwerk: Louise Farrenc war eine veritable Klavierkomponistin, doch Aufnahmen ihrer Solo-Werke bleiben eine Seltenheit. Biliana Tzinlikova schließt einerseits diskographische Lücken und liefert zudem zwei gute Alternativ-Einspielungen. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Jahrzehnte mit Debussy: Vladimir Ashkenazy interpretiert beide Bände von Debussys 'Préludes'. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
blättern

Alle Kritiken von Paladino...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Vollendet austarierter Anschlag: Das Duo Genova & Dimitrov hat sämtliche Werke von Sergej Rachmaninow für Klavierduo aufgenommen. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Expressive Gestaltung: Der englische Chor The Sixteen interpretiert unter der Leitung von Harry Christophers mit warmem Klang Alte Musik aus Rom, die teils in die Passionszeit passt. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Starker Einsatz: Nach den Klavierkonzerten und Sonaten hat Michael Korstick nun sämtliche Preludes von Dmitrij Kabalewskij aufgenommen. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Faszinierende Cellosonaten: Der Cellist Daniel Müller-Schott überzeugt auf seinem neuen Album auf ganzer Linie. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... Explosive Impulse: Das BRSO und Mariss Jansons erreichen mit dieser frühen Interpretation noch nicht ganz die Durchdringungstiefe späterer Bruckner-Aufnahmen. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Vollendet austarierter Anschlag: Das Duo Genova & Dimitrov hat sämtliche Werke von Sergej Rachmaninow für Klavierduo aufgenommen. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2020) herunterladen (3000 KByte) Class aktuell (1/2020) herunterladen (4180 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Liv Migdal im Portrait "Man spielt mit den Ohren!"
Liv Migdal im Gespräch mit klassik.com.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich