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Mittwoch, 20. Oktober 2021

Sibelius, Jean - Sinfonische Dichtungen und Lieder

Überbewertet


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese Zusammenstellung kann nicht vollauf überzeugen. Anne Sofie von Otter ist charakterstark, aber technisch nicht immer perfekt. Und Hannu Lintu bleibt trotz fabelhafter Klangqualität den differenzierten Partituren Details schuldig.

Sibelius-Orchesterlieder mit Anne Sofie von Otter? Eine willkommene Ergänzung zu den BIS-Klavierlieder-CDs? Nicht ganz. Die acht Lieder wurden von Aulis Sallinen zum Sibelius-Jubiläum 2015 für die Sängerin orchestriert, die zusammen mit dem Finnischen Rundfunk-Sinfonieorchester unter Hannu Lintu am 6. Dezember 2015 die Uraufführung gestaltete. Otter hat den Zenit der Klangschönheit ihrer Stimme überschritten, auch ist ihre Intonation nicht mehr immer ganz sicher, doch gewinnt in starkem Maße ihre Charakterisierungsstärke (leider verliert die Stimme im Forte gelegentlich etwas den Fokus und auch in der Tiefe hat sie nicht an Substanz hinzugewonnen). So bedauert man fast den Druckfehler im Tracklisting, dass das erste Lied mehr als vier Minuten kürzer dauert als angegeben. Sallinens Orchestereinrichtung ist unaufdringlich, vielleicht etwas zu sehr, auch nicht immer ganz konform mit Sibelius‘ Stil (andere Komponisten können sich einem kompositorischen Individualstil in solchen Fällen entweder kongenialer unterordnen oder arbeiten ihren eigenen Stil bewusst konsequenter heraus). So gewinnen die Orchestrierungen nicht jenes Gewicht, das sie regelmäßig in den Konzertsaal führen wird.

Ergänzt, wenn man das so sagen kann, werden die Lieder durch zwei ‚Schlager‘ aus Sibelius‘ früher und später Schaffenszeit: 'En Saga' op. 9 und 'Tapiola' op. 112. Die spätere Tondichtung erfährt eine dramatisch aufgeladene, spannungsvolle und in der Tiefenstaffelung sehr überzeugende Wiedergabe – in bestem SACD-Klang. Dass die tiefen Stimmen etwas zu stark am rechten Rand gelandet sind, liegt an der Orchesteranordnung; ältere Einspielungen sind durch andere Platzierung vom Gesamtklang in sich noch runder. Auch nimmt Lintu nicht alle Dynamikanweisungen Sibelius‘ ernst – der Komponist hat genau zwischen Mezzoforte, poco Forte und Forte unterschieden, und Lintu scheinen diese feinen Schattierungen, die gerade in der vorliegenden Klangqualität auf das Leichteste zu realisieren gewesen wären, nicht durchgängig zu interessieren.

Bei 'En Saga' sind es die Pianissimo-, Piano- und Mezzopiano-Abstufungen, die die Interpretation so schwierig machen. Die Bläser geraten leicht den Streichern gegenüber zu laut, so auch hier (die Trompete muss gelegentlich dreifaches Piano spielen). Dadurch verliert die Musik nicht nur etwas von der ihr innewohnenden Ungreifbarkeit, vor allem sind die Proportionen innerhalb des Orchesters nicht immer ganz gewahrt. Gerade diese Sorglosigkeit den kompositorischen Vorgaben gegenüber hätte man bei einer Platte, die in anderen Medien höchstes Lob erhalten hat, nicht erwartet. Höchstes Lob kann man natürlich den Klangfarben an sich, auch dem Nachhören nach dem ‚Sibelius-Ton‘, dem spannungsvollen, architektonisch sicheren Zugriff aussprechen – aber wenn im Detail derart eklatante Feinheiten nicht berücksichtigt werden, bleibt als Verdikt leider nur der Spruch: Kann man haben, braucht man aber nicht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sibelius, Jean: Sinfonische Dichtungen und Lieder

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ondine
1
13.10.2017
Medium:
EAN:

SACD
761195128954


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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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