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Montag, 20. August 2018

Bach & Ysaye Vol. III - Werke für Violine solo

Tiefendimensionen


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit einer dritten CD beschließt die Geigerin Antje Weithaas ihr Großprojekt einer kombinierten Einspielung der Violin-Solowerke von Johann Sebastian Bach und Eugène Ysaÿe.

Da ist er nun also endlich: der Abschluss des dreiteiligen Projekts einer Gegenüberstellung von Johann Sebastian Bachs sechs Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001–1006 und Eugène Ysaÿes 'Six Sonates pour violon seul' op. 27 durch die Geigerin Antje Weithaas. Wie die beiden 2015 und 2016 erschienenen Vorgänger-CDs ermöglicht diese letzte Folge einen aufschlussreichen Vergleich einzelner Werke der Solozyklen. Dies führt dazu, dass beide historisch weit auseinander liegende Positionen einander gegenseitig beleuchten und man die einzelnen Kompositionen weitaus vielschichtiger erleben kann als je zuvor.

Bereits beim Hören von Bachs zu Beginn erklingender Sonata III C-Dur BWV 1005 lässt die ganze Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten erahnen, die der Geigerin zur Verfügung stehen: Der tastende Duktus, mit dem Weithaas das präludierende Adagio vom eingestrichenen c aus zu erschließen beginnt, um es allmählich zu immer dichteren Klangaufbauten hinzuführen, geht in der nachfolgenden 'Fuga' in einen Vortrag über, der dem Stück – der monumentalen Fugenarchitketur zum Trotz – aufgrund enormer Differenzierung des Bogenstrichs und entsprechend feiner Einfärbung der Themeneinsätze ein hohes Maß an Leichtigkeit verleiht. Wie hier, so überzeugt die Geigerin auch in der als Abschluss der CD dienenden Partita I h-Moll BWV 1002 mit einer klanglichen Imaginationskraft, die weit über das hinausgeht, was man bei anderen Einspielungen des Werkes erleben kann: Die Gewissenhaftigkeit, mit der Weithaas einzelne melodische Phrasen ausformuliert, klanglich abschattiert und in akkordische Elemente einbindet, führt zu einer ungewöhnlichen Breite von Ausdrucksmöglichkeiten, was sich vor allem bei den zahlreichen Wiederholungen des Werkes positiv bemerkbar macht.

Dass der auf Bachs Musik projizierte Klangreichtum sich nicht zuletzt der intensiven Auseinandersetzung mit der Welt von Ysaÿes Sonaten verdankt, lässt sich sehr gut erschließen, wenn man den Nuancen folgt, die Weithaas in beiden für diese Einspielung gewählten Werken aus op. 27 ausbreitet: Die einsätzige Sonate Nr. 6 E-Dur, vom Komponisten seinem Schüler Manuel Quiroga gewidmet und diese Zueignung auch in einem gleichsam ‚spanischen’ Tonfall von Einleitungsteil und nachfolgender Habanera verankernd, gerät unter den Händen der Geigerin zu einem klangsinnlichen, in unterschiedlichen Vibratonuancen erstrahlenden Gebilde. Demgegenüber arbeitet Weithaas bei der Wiedergabe der viersätzigen Sonate Nr. 4 a-Moll die unnachahmliche Mischung aus formaler klassizistischer Strenge einerseits und – gelegentlich fast schon ironisch gesetzten – Anspielungen auf den Wienerischen Tonfall des für Fritz Kreisler geschriebenen Stückes heraus. Deutlich richtet sie ihren sorgfältigen, auch hier auf klangliche und dynamische Vielfalt bedachten Vortrag auf eine Tiefendimension von Ysaÿes Musik, die in anderen Interpretationen oftmals verloren geht. Insofern gehört diese doppelte Einspielung beider Solozyklen zum Besten, was diesbezüglich auf dem Markt zu finden ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach & Ysaye Vol. III: Werke für Violine solo

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
CAvi-music
1
15.09.2017
71:40
2015
EAN:
BestellNr.:
Booklet
4260085533817
8553381


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Bach, Johann Sebastian
 - Sonate Nr. 3 C-Dur für Violine solo BWV 1005 - I. Adagio
 - Sonate Nr. 3 C-Dur für Violine solo BWV 1005 - II. Fuga
 - Sonate Nr. 3 C-Dur für Violine solo BWV 1005 - III. Largo
 - Sonate Nr. 3 C-Dur für Violine solo BWV 1005 - IV. Allegro assai
 - Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 - I. Allemanda
 - Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 - I. Allemande . I. Double
 - Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 - II. Corrente
 - Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 - II. Corrente . II. Double
 - Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 - III. Sarabande
 - Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 - III. Sarabande . III. Double
 - Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 - IV. Tempo di Borea
 - Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 - IV. Tempo di Borea . IV. Double
Ysaÿe, Eugène
 - Sonate Nr. 6 E-Dur für Violine solo op. 27 - Allegro giusto non troppo vivo
 - Sonate Nr. 4 e-Moll für Violine solo op. 27 - I. Allemande. Lento maestoso
 - Sonate Nr. 4 e-Moll für Violine solo opö. 27 - II. Sarabande. Quasi Lento
 - Sonate Nr. 4 e-Moll für Violine solo opö.27 -


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"Für Bach schwärmen – und Ysaÿe entdecken VOL. III Teil III von Antje Weithaas‘ Trilogie mit Werken der jeweiligen Zyklen. Es war die Idee von Antje Weithaas, die jeweils sechs Solosonaten, bzw. -partiten von Johann Sebastian Bach und Eugène Ysaÿe gemeinsam einzuspielen. „Die Bachwerke sind einigermaßen bekannt“ sagt sie. „Aber die von Ysaÿe? Er wird immer in die Virtuosen-Ecke gestellt, aber er ist ein ernstzunehmender Komponist!“ Nun also Folge 3! Die Geige war das Instrument, das ihm sein Vater bereits in sehr jungen Jahren nahe gebracht hatte. Er und sein Sohn Johann Sebastian Bach wurden in Eisenach für gemeinsame Auftritte gebucht. Dieses Instrument hat er bis ins hohe Alter gespielt, „rein und durchdringend”, so berichteten es die Söhne. Als Bach 1703 in Weimar am Hofe engagiert wurde, begann er mit der Komposition seiner ersten von insgesamt sechs Sonaten und Partiten für Violine solo ohne Basso continuo, die er 1720 – dann schon an den Köthener Hof gewechselt – in einer seiner kalligraphisch schönsten Handschrift für den eigenen Gebrauch, zur Präsentation seines Könnens, zusammenfasste. Er setzte sorgfältig Verzierungen und Bogenstriche in die Noten, bedachte günstige Stellen zum Umblättern. Diese Seiten fertigte er während eines Kuraufenthaltes Fürst Leopolds in Karlsbad an, denn der Fürst wollte in dieser Zeit nicht auf seine Musiker verzichten, und so reisten diese mit ihm und spielten auch vor Ort. „Was für ein Glück für uns Geiger!“, sagt Antje Weithaas, die den genauen Anweisungen des Komponisten folgt. „Ich habe alle Triller und Originalstriche genommen und nichts einfacher gemacht, nie die geigerische Bequemlichkeit bedient, denn nur so entsteht eine ganz gewisse Spritzigkeit.“ (Auszug aus dem exklusiven Booklettext) "


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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Von Prof. Dr. Stefan Drees zu dieser Rezension empfohlene Kritiken:

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    (Prof. Dr. Stefan Drees, 05.06.2016)
  • Zur Kritik... Exzellente Einspielung: Antje Weithaas wagt sich an eine Kombination von Johann Sebastian Bachs 'Sonaten und Partiten' und Eugène Ysaÿes 'Sonates pour violon seul' und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Weiter...
    (Prof. Dr. Stefan Drees, 28.03.2015)

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