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Dienstag, 9. August 2022

Enescu, George - Klavierwerke

Bereicherung


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Vergessene Komponisten sind nicht immer zu Unrecht vergessen. Bei George Enescu ist es sträflich, dass sein umfangreiches Schaffen noch immer nicht angemessen gewürdigt wird.

Der 1881 in Rumänien geborene George Enescu war Zeit seines Lebens ein wahrer Weltbürger. Er war befreundet mit Johannes Brahms, Maurice Ravel, Jules Massenet und vielen anderen mehr. Er unterrichtete in Bukarest, Paris und New York. Yehudi Menuhin war sein Schüler. George Enescu war in der Tat kein aufklärerischer Avantgardist, aber sein Schaffen dokumentiert die Summe seiner Erfahrungen mit der Tradition, dem Fortschritt und den Experimenten seiner Zeit. Seine Kompositionen sind auch immer ein Beispiel sowohl für die Synthese verschiedener Stile als auch für das Streben nach Verständlichkeit.

Enescu war entdeckerfreudig und aufgeschlossen, als Künstler eine eigenständige, dem wechselnden Tagesgeschehen doch entrückte Persönlichkeit. Sein zwischen Spätromantik, Impressionismus, Moderne und gelegentlich an Claude Debussy der Igor Strawinskys erinnerndes Schaffen lässt sich schwer einordnen und fristete lange Zeit ein Schattendasein, ähnlich wie das Wirken von Charles Koechlin. Die drei hier vorgestellten Klavierwerke - zwei davon farbig-schillernde und meditativ-statisch verharrende Zyklen - geben einen guten Eindruck von der eigenwilligen Klangwelt dieses Komponisten. Wobei die Suite Nr. 2 mit ihren eher barocken Tanzsätzen aus dem Jahre 1903 sehr an den von Enescu an den verehrten Johann Bach gemahnt. Technisch ist sie sehr virtuos angelegt.

Sina Kloke widmet sich den Kompositionen mit der angemessenen inneren Ruhe und dem notwendigen sensiblen Anschlag. Es gibt bei ihr kein vordrängendes Ich, sondern alles fließt, als könne es nicht anders sein. Dabei werden aber intelligent die motivischen Zusammenhänge und Facetten der einzelnen Sätze aufgezeigt. Das gilt auch für die eher romanischen sieben 'Pièces impromptus' op. 18 aus den Jahren 1913-16. Nur gelegentlich wünschte man sich etwas weniger Pedalgebrauch, und in der Toccata aus der Suite bringt die wegen der weiten Lagen unvermeidliche Akkordbrechung doch ein wenig den Rhythmus aus der Ordnung.

Gut, dass Sina Kloke diese Werke nicht als Virtuosenfutter verschlingt, sondern sich klug und bedacht mit der filigranen Klangstruktur der einzelnen Werke auseinandersetzt. Aber stellenweise hätte man einen forschen Zugriff gewünscht. Auf jeden Fall mach diese Einspielung Lust, sich mehr mit diesem Komponisten zu beschäftigen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Enescu, George: Klavierwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
MDG
1
29.09.2017
Medium:
EAN:

SACD
760623203966


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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