> > > Serenade: Lieder von Gounod, Bizet, Chabrier, Chausson u.a.
Montag, 22. Oktober 2018

Serenade - Lieder von Gounod, Bizet, Chabrier, Chausson u.a.

Begnadete Liedinterpreten


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Thomas Hampson, der Botschafter des Liedes, überrascht auf seiner neuesten CD 'Serenade' mit einer besonderen Melange. Er begründet damit gleichzeitig eine begnadete Partnerschaft mit dem polnischen Pianisten Maciej Pikulski.

Thomas Hampson, der Botschafter des Liedes, überrascht auf seiner neuesten CD ‚Serenade‘ mit einer besonderen Melange. Kontrapunktiert zum deutschen Lied, dem er sich so lange und intensiv bis zur vollendeten Reife widmete, greift der Entdecker aus Passion nun zielsicher in den reichen Fundus des französischen Kunstlieds aus frühen und späten Phasen der Komponisten Gounod, Bizet, Meyerbeer, Chabrier, Chausson, Massenet, Saint-Saens und Magnard. Er begründet damit gleichzeitig eine begnadete Partnerschaft mit dem polnischen Pianisten Maciej Pikulski.

Groß geworden im Salon, dem intimen Kunstrausch der Bourgeoisie, ist das französische Kunstlied, ob ‚la chanson‘, ‚le lied‘ oder ‚mélodie francaise‘ Salonmusik im besten Sinn. Ausgehend vom schlichten Lied entwickelte es sich rasch zur freien Form, um den Tiefen romantischer Seele voller Sinnlichkeit und Leidenschaft weiten Ausdrucksraum zu bieten.

Charles Gounod steht am Anfang dieser Entwicklung. Geprägt von seinem opernhaften Ton nähert er sich diesem Genre über das schlichte Lied. Die der CD titelgebende 'Serenade' ist ein Strophenlied, das auf einem gleichbleibenden Barcarolenrhythmus dahinplätschert. Seine 16 Jahre zuvor veröffentlichte 'Chancon du pecheur' nach Texten von Theophile Gautiers suggeriert in der Melodielinie Opernarienqualität und ist dennoch volksliedhaft romantisch. Auch Giacomo Meyerbeers 'Sicilienne' mit ausladendem Vorspiel kann die Nähe zur Oper nicht verleugnen, so schlank und tupfend Hampson auch singt.

George Bizet zählt neben Camille Saint-Saens, Emmanuel Chabrier, Jules Massenet und Ernest Chausson zu jener jüngeren Generation, die dem Drang folgen, sich über den Klang und die Form neue Ausdruckswelten zu erschließen und damit Gounod und Meyerbeer weit hinter sich lassen. Hampson hat klug gewählt. Mit seiner Zusammenstellung zeigt er den Befreiungsakt des französischen Liedes weg von klangprächtiger Effekthascherei, hin zu einer neuen Ästhetik, in welcher der Klavierpart sich zu einem gleichberechtigten Partner entwickelt. In 'La Coccinelle' beispielsweise entwirft George Bizet einen Dialog zwischen dem Sänger und dem Klavier. Überaus keck, mit witzig ironischem Unterton erklingt das französische Lied. Emmanuel Chabrier, ein Meister feinsinniger Lautmalerei, gelingt in 'Villanelle des petits canards' noch eine Steigerung dieser Wirkung.

In sinnliche Mystik verwandeln sich die Klangeindrücke in Ernest Chaussons Liedern. In 'Cantique à l’èpouse' beispielsweise erzielt das Klavier durch eine eigenständige Umspielung der Gesangsstimme eine überaus kraftvolle Komplexität. Albéric Magnard wurde von Richard Wagner stark beeinflusst. Davon ist in 'Les roses de l’amour' nichts zu hören. In Personalunion als Komponist wie Textdichter beweist er ausgeprägtes Gespür für den Wortklang, gestaltet dennoch weite Strecken eher rezitativisch und verlegt das Narrative in den Klavierpart.

Einer der wohl produktivsten Liedkomponisten in Frankreich war Jules Massenet. Stimme und Klavier sind für ihn Mittel zur Gestaltung eines ganz unkonventionellen Ausdrucks. Darauf sind Thomas Hampson und Maciej Pikulski spezialisiert. Minutiös aufeinander abgestimmt interpretieren sie diesen Reigen der französischen Kunstlieder in Vollendung. Dabei gestalten sie, ob dramatisch, säuselnd, schwärmerisch, leidenschaftlich oder ironisch, immer so betörend schön, dass man nicht satt wird, diese Lieder zu hören.


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    Serenade: Lieder von Gounod, Bizet, Chabrier, Chausson u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Pentatone Classics
1
29.09.2017
EAN:

827949068164


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Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


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