> > > Rachmaninoff, Sergej: Klavierkonzert Nr. 2 & Paganini-Rhapsodie
Samstag, 25. November 2017

Rachmaninoff, Sergej - Klavierkonzert Nr. 2 & Paganini-Rhapsodie

Starke Ergänzung


Label/Verlag: Alpha Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Norddeutsch russisch: Das Zweite Klavierkonzert und die Paganini-Rhapsodie von Rachmaninoff in einer gar nicht überflüssigen Interpretation.

Gleich vorweg: Auf dieser CD mit einer Aufnahme vom Mai 2016 sind zwar das NDR Elbphilharmonie Orchester (ohne Bindestrich) mit seinem Ersten Gastdirigenten Krzystof Urbanski und der Pianistin Anna Vinnitskaya zu hören, die in dieser Kombination auch schon in der Elbphilharmonie aufgetreten sind. Die CD wurde aber im Rolf-Liebermann-Studio aufgenommen, ebenfalls in Hamburg, jedoch an der Rothenbaumchaussee und nicht in der Hafencity in der Elbphilharmonie. Der Qualität dieser Einspielung tut das aber überhaupt keinen Abbruch. Zwar könnte man meinen, dass Sergej Rachmanninoffs Zweites Klavierkonzert in c-Moll und dessen Rhapsodie über ein Thema von Paganini schon so oft gespielt wurden, dass sich nichts Neues mehr hinzufügen lässt. Urbanski und  Vinnitskaya schaffen es aber trotzdem, beide Werke ganz ohne Patina erklingen zu lassen.

Die Frische der Deutung speist sich aus mehreren Quellen. Zum einen ist da Vinnitskayas grandioses Spiel, dessen Ausdrucksvielfalt sich schon in den Anfangstakten des c-Moll-Konzerts andeutet – von leiser Zurückhaltung über federndes Espressivo bis zur mächtigen Virtuosenpranke. Die aus Noworossijsk Stammende fügt sich nicht nur dank rasend schneller, dabei jederzeit plastisch bleibender Läufe spielend in die große russische Pianistentradition ein. Das Virtuose ist bei ihr nie Selbstzweck, sondern eingebunden in die expressive Großform. Oktavstürze und Akkordketten klingen bei ihr nie wie bloße Kraftdemonstrationen, vielmehr wirkt alles ganz natürlich, wie ein Vortrag, der sich technisch erhaben ganz alleine der Musik widmet. Zudem taucht die linke Hand bei ihr nie ganz unter, sondern ist, selbst wenn sie im Hintergrund arbeitet, stets wahrzunehmen, was Rachmaninoffs verschachtelter Melodik zugute kommt. Letzeres ist auch der guten Tontechnik zu verdanken, die für ein Klangbild sorgt, das es so im Live-Konzert nie geben könnte.

Schon zu Beginn des c-Moll-Konzerts sind die Proportionen zwischen Flügel und einfallendem Streichergesang so abgemischt, dass beide so gut zu hören sind; das rückt die Gemachtheit der Aufnahme deutlich in den Vordergrund. Schlimm ist das aber überhaupt nicht, im Gegenteil. Schließlich hört man ja CDs, um Bedingungen genießen zu können, die in der Wirklichkeit so nicht vorhanden sind. Auf diese Weise gelangt auch Urbanskis Qualität als Dirigent bestens zur Geltung. Wunderbar wachsam etwa begleitet die Klarinette den Flügel im 'Adagio sostenuto'. Und auch in der Paganini-Rhapsodie klingt die zum berühmten 'Andante cantabile'-Thema hin modulierende achtzehnte Variation einschmeichelnd fließend. Überhaupt dosiert Urbanski die spätromantische Expressivität bei Rachmaninoff so umsichtig, dass die Musik nie in Selbstparodie umschlägt, sondern mit ‚russischem Ernst’ daherkommt, ohne dabei zu massig zu klingen. Wer diese Aufnahme quasi blind hört, würde wahrscheinlich nicht darauf kommen, dass hier ein deutsches Radio-Sinfonieorchester spielt, weil es so idiomatisch klingt, sondern eher auf einen russischen Klangkörper tippen. Abgerundet wird diese schöne Veröffentlichung durch den geistreichen Booklet-Text von Albrecht Selge.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Rachmaninoff, Sergej: Klavierkonzert Nr. 2 & Paganini-Rhapsodie

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Alpha Classics
1
15.08.2017
EAN:

3760014192753


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Alpha Classics

"Haute-Couture-Label", "Orchidee im Brachland der Klassikbranche" oder schlicht "Wunder", das sind die Titel mit denen das französische Label ALPHA von der Fachpresse hierzulande bedacht wird. In der Tat ist die Erfolgsgeschichte des Labels ein kleines Wunder. Honoriert wurde hiermit die Pionierlust und Entdeckerfreude des Gründers Jean-Paul Combet und die außerordentliche Qualität seiner Künstler und Ensembles (z.B. Vincent Dumestre, Marco Beasley, Christina Pluhar u.v.a.), aber auch die auffallend schöne, geschmackvolle Präsentation der Serie "ut pictura musica" mit ihren inzwischen mehr als 200 Titeln. Das schwarze Front-Layout und die Grundierung mit venezianischem Papier im Innern sind mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden wie die ausgesprochen stimmungsvollen Fotografien der Aufnahmesitzungen durch den Fotografen Robin Davies. Das Programm umfasst die Zeitspanne von der mittelalterlichen Notre Dame-Schule bis hin zur klassischen Moderne, doch ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt auf Alte Musik zu erkennen. Innerhalb des Labels möchte die zweite, auch "Weiße Reihe" genannte, Serie "Les Chants de la terre" die ältesten Quellen musikalischen Ausdrucks erkunden. Mit Virtuosität und Spielfreude widmet man sich hier dem Beziehungsfeld von schriftlich überlieferten und mündlich weitergegebenen Musiktraditionen, um alte Melodien zu neuem Leben zu erwecken. Trotz akribischer musikwissenschaftlicher Recherche geht es hier nicht um eindimensionale, akademisch trockene Werktreue, sondern um lebendigen Umgang mit altem Material.


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