> > > Volkmann, Robert: Sämtliche Streichquartette und Klaviertrios
Montag, 26. Februar 2018

Volkmann, Robert - Sämtliche Streichquartette und Klaviertrios

Platzsparend


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die besondere Stimme Robert Volkmanns in der Kammermusik des 19. Jahrhunderts wird auf den Gebieten Klaviertrio und Streichquartett von den beiden Ensembles überzeugend und mit Feingefühl hörbar gemacht. Ein empfehlenswerter Einstieg.

Die Pflege der Musik Robert Volkmanns (1815–1883) auf cpo geht bis weit in die frühen 1990er-Jahre zurück. Dass die Gesamtveröffentlichung der Streichquartette und Klaviertrios als platzsparende Box erst jetzt und nicht schon zum Volkmann-Jubiläum 2015 vorgelegt wurde, ist einerseits bedauerlich, doch mit Blick auf die hohe Qualität der Interpretationen so oder so erfreulich.

Die sechs Streichquartette (1847–1861) und beiden Klaviertrios (1842-3 bzw. 1850) zeigen einen Komponisten, der technisch überaus versiert mit anderen großen Kammermusikkomponisten seiner Zeit den Vergleich nicht zu scheuen braucht und doch ganz anders von Zugang und musikalischem Ergebnis ist als etwa Johannes Brahms. Harmonisch mag er nicht so wagemutig sein wie mancher Zeitgenosse, doch sind alle anderen Parameter – architektonisches Verständnis, rhythmischer Einfallsreichtum, melodische Eindrücklichkeit und kontrapunktische Tiefe von überzeugender Stärke. Die Verwandtschaft des ersten Klaviertrios zu Robert Schumann und anderen Zeitgenossen ist deutlich hörbar, doch bietet die konservativere Faktur der Trios (bei aller musikalischen Attraktivität) eine interessante zusätzliche Farbe in Volkmanns Œuvre; beim zweiten Klaviertrio ist Volkmanns eigene Klangsprache deutlich hörbar.

Volkmanns Bedeutung als Streichquartettkomponist wird durch die exemplarischen Interpretationen durch das Mannheimer Streichquartett auf das Erfreulichste transportiert. Man kennt das Mannheimer Streichquartett (das mittlerweile in Essen ansässig ist) von vielen anderen Produktionen als exemplarische Interpretationen gerade auch des Nicht-Standardrepertoires auf Dabringhaus und Grimm, und so sind die vier Musiker Alfred Oppelcz, Claudia Hohorst, Niklas Schwarz und Armin Fromm auch hier (in 1992-4 durch Dabringhaus und Grimm für cpo entstandenen Produktionen) mehr als überzeugende Anwälte der sechs Quartettwerke.

Das heute offenbar nicht mehr existierende Beethoven Trio Ravensburg (Inge-Susann Römhild, Klavier, Ulrich Gröner, Violine und Susanne Eychmüller, Violoncello), das 1992 bei Radio Bremen für cpo ins Studio ging, fällt im direkten Vergleich zu der Streichquartettformation durch eine stärkere Individuisierung der einzelnen Stimmen auf, zwar perfekt aufeinander abgestimmt und von großer Expressivität, doch in der Violine gelegentlich mit einem Hauch zu viel Vibrato im Vergleich zu allen anderen Streichern in der ganzen Box. Das Booklet bietet alle originalen Begleittexte unverändert, auch auf die Gefahr der Informationsduplizierung hin.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Volkmann, Robert: Sämtliche Streichquartette und Klaviertrios

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
cpo
4
216:34
EAN:
BestellNr.:

761203518227
cpo 555 182-2


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Volkmann, Robert
 - Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 9 - Largo - Allegro non troppo
 - Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 9 - Adagio molto
 - Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 9 - Presto
 - Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 9 - Allegro impetuoso
 - Streichquartett Nr. 4 e-Moll op. 35 - Allegro comodo
 - Streichquartett Nr. 4 e-Moll op. 35 - Scherzo. Presto
 - Streichquartett Nr. 4 e-Moll op. 35 - Andantino
 - Streichquartett Nr. 4 e-Moll op. 35 - Finale. Allegro vivace


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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